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Additive, Farben, 11-12-2010
Colourworks Designcenter

Medizinprodukten eine besondere Note verleihen

Dank 3D-Modellierung am Computer lassen sich bei den Medizinprodukten ...
Sicher und gesetzeskonform sein schließt gutes Design nicht aus
Die Produktion von Pharmaprodukten birgt manche Fußangel – neben der Fülle gesetzlicher Vorschriften sind zunehmend Design-Aspekte zu berücksichtigen.

Auf umkämpften Märkten sind Hersteller darauf angewiesen, ihre Produkte durch Verbesserungen von Design und Funktionalität von anderen abzuheben. Medikamentenspender werden zunehmend außerhalb der Krankenhäuser eingesetzt, und da der Anwender der Patient und nicht der Arzt ist, müssen diese Geräte sowohl optisch ansprechend als auch funktional und bequem sein. Sie entwickeln sich immer mehr wie jedes andere Konsumgut. Deshalb müssen Farbe und andere optische Elemente eine immer wichtigere Rolle im Produktdesign spielen.

Gleichzeitig müssen die Hersteller die Anforderungen der Industrie hinsichtlich der Konsistenz, Zuverlässigkeit und Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften berücksichtigen. Des Weiteren ist es auch Aufgabe des Herstellers, die in den Produkten verwendeten Rohstoffe zu überwachen. Angesichts des enormen Aufwands für die Entwicklung und Zulassung von Produkten ist es wichtig, in jeder Phase der Design- und Fertigungsprozesse die Risiken zu minimieren. ´Dem will Clariant Masterbatches nach eigenen Angaben Rechnung tragen und unter dem Motto „Controlled, Consistent, Compliant“ nicht nur neue medizinische Masterbatches und Compounds der Marke Mevopur bereitstellen, sondern Designer unterstützen, um kreative Ideen in erfolgreiche Produkte umzusetzen. Mit dem Know-how in puncto Farben, Spezialeffekte, Polymere und Verarbeitung können diese Ressourcen für Kunden in der Medizin- und Pharmabranche besonders wichtig sein.

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Ein Beispiel hierfür liefert ein Pharmaunternehmen, das sich für die Konstruktion eines Geräts, bei dem das Medikament über ein transdermales Spray verabreicht wird, zusätzliches Wissen ins Haus geholt hat. Das Gerät liefert eine kontrollierte Dosis Spray, die mit einer kegelförmigen Düse eine kleine Hautfläche begrenzt. Da das Arzneimittel während der Anwendung mit dem Gerät in Kontakt kommt, muss der Kunststoff strenge gesetzliche Standards erfüllen. Gleichzeitig sollte das Gerät so designt werden, dass es die überwiegend weibliche Zielgruppe anspricht. Bei der Entwicklung solcher Produkte sind die Hersteller dazu übergegangen, die Vorgehensweise der Kosmetikindustrie zu kopieren und Produkte zu entwerfen, die nicht zu sehr an Medizin erinnern. Durch eine auf die Zielgruppe ausgerichtete Gestaltung der Produkte mit entsprechenden Farben und Formen sind die Anwender bzw. Anwenderinnen eher bereit, das Produkt in einer Handtasche mit sich zu führen. Da diese Geräte üblicherweise in großen Stückzahlen spritzgegossen werden, ist es wichtig sicherzustellen, dass alle Komponenten – wie die Staubkappe für die Spraydüse – zueinander passen.

Medizintechnik attraktiv gestalten

Wenn so viele Kriterien zu erfüllen sind, kommt es darauf an, die Farben zu Beginn des Designprozesses zu wählen. Das Pharmaunternehmen konnte im vorliegenden Fall diesen Ansatz nachvollziehen und beauftragte ein Team – dem eigene Mitarbeiter und Mitarbeiter des Werkzeugbauers angehörten – das Clariant Colorworks-Zentrum zu besuchen. Hier wurden die diverse Fragen wie die Auswahl tauglicher Pigmente und zu gesetzlichen Vorschriften für die Medizinbranche geklärt. Aus der Vielzahl von Farben und Effekten definierte das Team mehrere funktionale und dekorative Eigenschaften. Die ursprüngliche Idee, eine weiche Pastellfarbe mit Perlglanzeffekt zu nutzen erwies sich dabei als problematisch: Werden der Kunststoff und die Farben bzw. Effekte nicht richtig aufeinander abgestimmt, kann das Ergebnis alles andere als ideal ausfallen. Es müssen nicht nur Farbe, Material und die Effekte sehr gut aufeinander abgestimmt sein, auch der Spritzgießprozess muss optimal angepasst werden, um optische Fehlern zu minimieren, die gerade mit einem Perlglanzeffekt besonders auffällig sind.

Im ersten Schritt bewerten die Designer verschiedene Farb- und Effektoptionen, indem sie die Wall of Color, die Spezialeffekte-Präsentation Enigma, die jüngste Colorforward-Auswertung der Verbrauchertrends und -vorlieben sowie andere kreativitäts- und problemlösungsfördernde Materialien studieren. Nach einigen grundlegenden Entscheidungen entwickeln die Colorworks-Techniker am Computer 3D-Simulationen des Produkts, um dessen Aussehen mit verschiedenen Farb- und Effektkombination zu beurteilen.

Es werden Farbchips und Musterformteile produziert, um die ausgewählten Farben in spritzgegossenen Teilen vorzustellen. Eine Software ermöglicht darüber hinaus, das Fließverhalten zu simulieren und vorherzusagen, wo Nahtlinien entstehen können, um das Werkzeugdesign so anzupassen, das diese Linien weniger auffallen.

Farbe, Design und Werkzeug abstimmen

Das Team hatte sich innerhalb zwei Tagen für eine Farbe und ein Design entschieden, das ansprechend ist und die gesetzlichen Anforderungen erfüllt sowie die Produktion vereinfacht. Das Masterbatch in einem der drei Kompetenzzentren hergestellt, die für die Herstellung von Kunststoffen für medizinische und pharmazeutische Anwendungen konzipiert und zertifiziert wurde. Man sei in der Lage, „Trusted Color and Performance”-Pakete anzubieten, eine Kombination aus verschiedenen Produkten und Dienstleistungen, die Kunden bei der Risikoüberwachung bei der Herstellung medizinischer Produkte und pharmazeutischer Verpackungen unterstützen.

Die drei Produktionszentren arbeiten eng mit den Colorworks-Zentren zusammen, um Unternehmen – wie dem Hersteller der Sprayflasche – zu helfen die Risiken in der Entwicklung und Nutzung eines Produkts zu kontrollieren. So gibt es beispielsweise eine ganze Reihe von Farben, deren Bestandteile nach USP <87> und <88> (Produkte der USP Klasse VI) sowie ISO 10993 auf Biokompatibilität geprüft wurden.

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