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Grüne Werkstoffe, 03-04-2011 Werkstoffe für den Automobilbau Autos sind per se nicht unbedingt umweltfreundlich. Aber man kann an mehreren Schrauben drehen, um die Situation nachhaltig zu verbessern.
Im Mittelpunkt der Entwicklungen stehen die drei Themen Gewicht senken, ökologisch wertvollere Werkstoffe entwickeln und einzusetzen sowie Werkstoffe bereitstellen, die neue technische Lösungen der umweltfreundlichen Antriebstechnik ermöglichen. Darunter sieht Evonik beispielsweise ein Haftvermittlersystem, das die Leistung hybrider Bauteile verbessern und den Materialeinsatz um bis zu 25 Prozent verringern soll. Dies führe einerseits zu deutlichen Kostenvorteilen und andererseits zu reduzierten CO2-Emissionen. Der auf Copolyamiden basierende Haftvermittler Vestamelt haftet auf metallischen und polymeren Oberflächen. Nachteile bestehender Hybridbauteile wie Bauteilverzug, verschiedene Schwindung und fehlende Haftung von Metall und Kunststoff werden demnach vermieden.
Vestamid Terra ist laut Hersteller ein vollständig biobasierter Hochleistungskunststoff für den Automobilbau mit den gleichen guten mechanischen und physikalischen Eigenschaften wie rein erdölbasierte Polyamide. Durch ihre günstigere CO2-Bilanz leisten sie zusätzlich einen Beitrag zur Schonung fossiler Rohstoffe und zur Verringerung des Treibhauseffekts. In Systemen zur katalytischen Reduktion von Stickoxiden mit verschiedenen Polyamid 12-Typen zeigen diese gute Hydrolysebeständigkeit und Berstdruckfestigkeit in der Wärme als auch hohe Schlagzähigkeit und Elastizität in der Kälte.
Vor allem wegen des deutlich geringeren Gewichts und der damit verbundenen möglichen Treibstoffeinsparung wird am breiteren Einsatz von Verscheibungen aus Kunststoff gearbeitet. Um das komplette Spektrum für den Automobilbau abdecken zu können, verfolgt Evonik zwei Entwicklungslinien: Monolithische und Multilayer-Systeme auf Basis von Plexiglas. Eine fünf Millimeter dicke beschichtete Platte habe bereits die ECE R 43-Zertifizierung für Seiten-, Heck- und Dachverscheibungen erhalten. Sie werden beispielsweise in einem Lotus auf der Rennstrecke getestet. Dieser ist seit kurzem auch mit einer Frontscheibe aus dem hochtransparenten, witterungsbeständigen und leichten Material ausgestattet.
Ein Dach, das statt aus Stahl mit Plexiglas Heatstop hergestellt ist, sei 17 Prozent leichter. Zudem reflektiere das Material einen Teil der Infrarotstrahlung der Sonne. In der Folge heizen sich dunkle Bauteile um bis zu 22 Prozent weniger auf. Eine Dachkonstruktion, die in Spanien in einen Opel Corsa aus der laufenden Produktion eingebaut wurde, habe das im Praxistest der unabhängigen Staatlichen Materialprüfungsanstalt bestätigt. Die Innentemperatur kann um bis zu 5 Grad Celsius gesenkt werden, die Wohlfühltemperatur im Auto von 22 Grad Celsius kann die Klimaanlage erheblich schneller erreichen – was deren Energiebedarf entsprechend senkt. Diesen Artikel bookmarken bei Wie funktioniert Bookmarken?Mit so genannten “Social Bookmarks” können Sie Links auf interessante Webseiten mit anderen Nutzern teilen. |  |  | |  | Externe Nutzung / NutzungsrechteWenn Sie auf diesen Beitrag von Kunststoff-Magazin online verlinken möchten, können Sie einfach und kostenlos folgenden HTML-Code in Ihre Internetseite einbinden: |
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