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K-Industrie in Österreich, 11-12-2011
Projekt Blue Cat

Gemeinsam zu neuen Produkten

Von blauen Katzentoiletten und Weißer Ware
Tragen mehrere Partner ihre Kompetenzen und Ideen zusammen, kann das Ergebnis mehr sein als die Summe der Einzelleistungen – wie die Entwicklung eines neuartigen Katzenklos zeigt.

Gewachsen ist das neue Produkt in einem Kooperationsprojekt des österreichischen Kunststoff-Clusters: Das neu gegründete Unternehmen Texocon e.U. hat gemeinsam mit dem Transfercenter für Kunststofftechnik (TCKT) in Wels und der Firma Schorm „Blue Cat“ ein Katzenklo mit Biokunststoff-Streu entwickelt.

Bei „Blue Cat“ handelt es sich um eine Katzentoilette, die kein herkömmliches Katzenstreu verwendet, sondern als Scharrmaterial Biokunststoff-Kerne einsetzt. Das nicht saugende Scharrmaterial leitet den Harn „ungebremst“ nach unten ab. Unter dem Streubehälter befindet sich ein Auffanggefäß, in dem der Harn gesammelt und einmal pro Woche entleert wird. Das Scharrmaterial aus PLA wird nicht mehr gewechselt, sondern lediglich nachgefüllt. Kerne werden aus Hygienegründen mit kolloidalem Silber antibakteriell behandelt. Der sparsame Verbrauch mache Blue Cat besonders wirtschaftlich, umweltfreundlich und erleichtert die Handhabung. Die Amortisationszeit bei einer Anschaffung liegt laut Anbieter für den Endverbraucher unter einem Jahr.

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Ziel des Projekts war die Entwicklung des nichtsaugenden, biologisch abbaubarem Scharrmaterials für diese Katzentoilette. Ein derartiges Scharrmaterial war noch nicht am Markt und ist dementsprechend eine Neuheit. Angedacht waren Kerne aus kompostierbarem Kunststoff auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Neben der Materialauswahl sollte im Rahmen des Projekts der Fertigungsprozess für die Kerne – ursprünglich wurde Spritzguss favorisiert – entwickelt werden.
Im Projekt wurde erfolgreich ein Fertigungsprozess für die Kerne entwickelt. Die ursprüngliche Idee der Spritzgießfertigung musste im Projektverlauf wegen der zu hohen Kosten verworfen werden. Das von Schorm dafür schon gefertigte Versuchswerkzeug stellte sich jedoch als äußerst nützliches Hilfsmittel für die weiteren Materialversuche heraus. Eines war allerdings klar: Mit Spritzgießen konnte die geforderte Kostenersparnis nicht erreicht werden.

Bei der Suche nach einem neuen Fertigungsverfahren wurde man beim Extrudieren fündig: Die Kerne werden jetzt kostengünstiger in einer Unterwassergranulierung von Econ erzeugt. Die Anfangsschwierigkeiten – bei den ersten Praxistests lehnten viele Tiere die Kerne ab – wurden durch Korrektur von Korngröße und Dichte Erfolge erzielt. Die neue Geometrie der Kerne wird nun auch von den „anspruchvollen“ Katzen gerne angenommen.
Das TCKT war für die Werkstoffauswahl und Modifizierung für die Kerne verantwortlich. Entschieden hat man sich für den kompostierbaren Biokunststoff Polymilchsäure (PLA). Die Herausforderung war, den passenden Füllstoff zu finden um Wasseraufnahme, Kosten und Gewicht der Kerne zu optimieren. Dazu fertigte das TCKT aus PLA-Compounds mit unterschiedlichen Mengenanteilen Füllstoff Kerne im Spritzgießprozess und führte Wasseraufnahmetests durch. Hierfür leistete das Versuchswerkzeug für die ursprünglich angedachte Spritzgießfertigung wertvolle Dienste.

Im Projekt wurde Know-how in der Eigenschaftsmodifizierung und der Verarbeitung von bio-basierenden Materialien aufgebaut. Die Versuche haben unter anderem auch gezeigt, dass ein Schäumen von PLA nicht nur im Zuge eines Spritzgießprozesses sondern auch durch Unterwassergranulierung gute Ergebnisse bringt. Es wurden Erfahrungen mit der PLA-Verarbeitung gemacht und erste Versuche mit PLA-Schäumen durchgeführt. Das Versuchswerkzeug hat gezeigt, dass die Simulation mit der Praxis übereinstimmt. Diese Erkenntnis kann auch auf künftige Projekte angewendet werden.

Und nicht zuletzt konnten auch Marketingerfahrungen aufgebaut werden: Neben der Produktentwicklung wurden Werbematerialien konzipiert und ein Online-Vertrieb unter www.blue-cat.at aufgebaut und gestartet.

Kunststoffe in der Weißgeräteindustrie

Nicht um ein konkretes Projekt, sondern um die Chancen für Kunststoffverarbeiter aber in einer technisch und wirtschaftlich interessanten Branche, der Weißgeräteindustrie, drehte sich eine vom Kunststoff-Cluster mit der Fachhochschule Wels organisierte Tagung. Kühlschränke, Waschmaschinen, Trockner oder Geschirrspüler bieten entlang der gesamten Wertschöpfungskette lukrative Potenziale. Die Referenten zeigten auf, dass gerade Kunststoffe mit verbesserter Chemikalien- und Hochtemperaturbeständigkeit in der Lage sind, immer mehr Metallteile zu ersetzen. Weitere technologische Trends die vorgestellt wurden: Stanzen in der Form, Verringerung der Zykluszeit und Materialeinsparung.

Kiefel stellte Tiefzieh-Anlagen vor, die Kühlschrank-Innenbehälter mit 30 Sekunden Taktzeit produzieren. Kombiniert werden könnte diese Thermoformtechnologie mit der neuen, von Senoplast entwickelten Biegetechnologie für Kühlschranktüren. Die hier verarbeiteten ästhetischen Plattenmaterialien aus Kunststoff ersetzen jetzt schon in vielen Branchen Metallteile – in Fahrzeuganwendungen, bei Möbeln und Wohnwagen und natürlich auch in der Kühlgeräteindustrie.

Borealis stellte spezielle PP-Typen für die Substitution von ABS vor. So könne Gewicht, Energie und Zykluszeit eingespart werden. Die Polyamide von Radici Plastics würden in Zukunft, so ein Vertreter des Unternehmens, noch mehr Metalle ersetzen, da die nächste Generation für Temperaturen bis 220 oder 230 Grad Celsius geeignet sein werden. Die „Green Line“ von Radici Basis des pflanzlichen Rhizinusöl erfülle die Forderungen der Gerätehersteller nach mehr „grünen Produkten“.

Mit einem neuen Tool wartete Techmeter aus Linz auf: Das Unternehmen liefert automatisiert Informationen über Technologietrends, weltweite Forscher- und Spezialistennetzwerke, Technologieführer und Experten. Nach eigenen Angaben sind über zwei Millionen Fachleute in 300.000 Organisationen mit deren Spezialisierungen und Vernetzungen abgebildet.

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