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Automatisierung - Windschutzscheiben für Japan

AutomatisierungWindschutzscheiben für Japan

ERP-System, Webshop und Mobile Sales-Anwendung bedient Motoradhersteller.

Windschutzscheibe

Eine unternehmensweite Lösung aus einem Guss, vom Vertrieb einschließlich moderner Web-shops über die Produktionsplanung bis zur Reklamationsabwicklung hat die südbadische MRA Klement installiert. Viele namhafte japanische Motorradhersteller beziehen ihre Windschutzscheiben nicht etwa in Fernost sondern aus eben diesem Unternehmen.

Tüftlergeist, Know-how, Qualitätsstreben und Liefertreue zahlen sich aus. Auf internationaler Bühne ist MRA mit maßgeschneiderten und hochwertigen Lösungen erfolgreich. Dem Unternehmens gelingt das nach eigenen Angaben, weil es bei Entwicklung, Produktion und Versand seit jeher auf moderne Technologien setzt. Auch in Bezug auf die Unternehmens-IT. Als das eigenprogrammierte Warenwirtschaftssystem dem Wachstum und der damit einhergehenden steigenden Variantenvielfalt bei MRA nicht mehr Herr wurden auf die Komplettlösung von Abas umgestellt. Es folgten der Webshop und schließlich die mobilen Anwendung für den Verkauf, alles Komponenten der Abas Business-Suite. Damit seien Lieferzeiten verkürzt, die Auskunftsfähigkeit erhöht und der Service verbessert worden.

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Die MRA Klement GmbH hat ihre Wurzeln im Rennsport. Das Kürzel steht für Motorcycle Racing Accessories. Zunächst wurden Produkte wie Verkleidungen und Scheiben für den Rennsport geliefert. Heute entwickeln und produzieren die Techniker mit hoher Fertigungstiefe. Inzwischen ist das nach ISO 9001:2000 mit dem Zusatz KBA (Kraftfahrt-Bundesamt) zertifizierte Unternehmen Erstausrüster für alle namhaften japanischen Motorradhersteller. Die Teninger liefern Just-in-Time direkt an die Fertigungsstraßen und sind heute eine der bekanntesten Marken im Motorradzubehör mit Vertretungen in 50 Ländern.

Dominik Triebler

Individuelle Standard-Software gesucht
Bis ins Jahr 2002 arbeitete MRA mit einem eigenprogrammierten Warenwirtschaftssystem. Entwickelt wurde die hochangepasste Lösung von Produktionsleiter Hubert Schöll: „Wir haben das Individualsystem immer wieder an unsere Anforderungen angepasst. Mit dem zunehmenden wirtschaftlichen Erfolg haben sich dann auch die Zahl und Varianten der produzierten Windschutzscheiben erhöht. Wir sichern die Qualität unserer Produkte auch über eine hohe Fertigungstiefe. Das alles in unserer eigenprogrammierten Warenwirtschaft abzubilden wurde immer schwieriger.“ MRA entschloss sich, nach einem ERP-Standard-System zu suchen, das die eigene Individuallösung ersetzen sollte. Die Software sollte einerseits so flexibel sein, dass man die hochspezialisierten Prozesse des Alt-Systems in ihr abbilden konnte, andererseits durften die Anpassungen nicht zu einer Beeinträchtigung der Upgradefähigkeit des neuen Systems führen. Den Zuschlag erhielt schließlich die Lösung von Abas. Sie war das einzige System, das bereits während der Präsentationen individuelle Prozesse aus dem Alt-System abbilden konnte.

Varianten automatisch anlegen
Alle unternehmensinternen und –übergreifenden Prozesse beginnen mit einem neuen Motorradtyp. Bedient werden Hersteller, Großhandel, 50 Importeure, rund 3000 Händler und Privatkunden mit unseren Windschutzscheiben. Jeder Typ hat mindestens sieben Scheibenformen und jede Scheibenform gibt es in bis zu sieben Farben. Heute genügt ein Klick und das System generiert die Varianten zu einem neuen Motorradtyp automatisch. Diese Lösung hat MRA selbst entwickelt und in der Software abgebildet. Für unsere Mitarbeiter bietet das eine enorme Erleichterung. Abas stellt für solche Modifikationen ein Tool zur Verfügung.

Lager

Cornelia Kleist, bei MRA in der Produktberatung und dem Export tätig, ergänzt: „Die Mitarbeiter setzen sich regelmäßig zusammen und überlegen, welche Prozesse sich weiter verbessern lassen. Ein Beispiel für erheblich Beschleunigung und Qualitätsverbesserung ist die Sammelrechnung. Früher wurden Kunden über eine Woche lang beliefert und dann aus den Lieferscheinen eine gemeinsame Rechnung erzeugt. Dafür musste jeder Lieferschein nochmals einzeln erfasst werden. Das war zeitaufwändig und fehleranfällig, weil es beispielsweise zu Zahlendrehern kam. Heute erzeugt Abas ERP die Rechnung automatisch und fehlerfrei bei Aufruf des Kunden.“

B2B und B2C: Ein Webshop für alle
Der MRA-Webshop nutzt die Funktionslogik des ERP-Systems. Loggt sich ein Händler oder Importeur ein, bekommt er seine individuellen Konditionen angezeigt und kann die Artikel bestellen. Das senkt den administrativen Aufwand im Vertrieb drastisch. Der Webshop visualisiert die Verfügbarkeit über ein Ampelsystem und greift auch auf Daten der Produktionsplanung des ERP-Systems zurück. Ist ein Artikel nicht verfügbar, wird der voraussichtliche Liefertermin angezeigt. Der Auskunftsprozess ist dadurch zuverlässiger und einfacher geworden. Viele weitere Prozesse wurden automatisiert, Abläufe zusammengefasst. So reduzierte sich die Bearbeitungszeit von Retouren von durchschnittliche von 5 auf 2,5 Minuten.

Up-to-date: Mobile ERP-Bedienung
Für Geschäftsführer Dominik Triebler ist die Möglichkeit, sein ERP-System teilweise auch mobil betreiben zu können, ein wichtiges Feature: „MRA stellt auf vielen Messen aus. Um uns auf die Kundengespräche vorzubereiten, mussten wir früher lange Listen mit Kundendaten ausgedruckt mit zur Messe nehmen, beispielsweise wo steht der Händler aktuell, welche Konditionen hat er, seine Adressdaten, den Umsatz den er mit uns im letzten Jahr gemacht hat und so weiter. Heute greifen wir mobil auf diese Daten zu. Einmal antippen und ich habe alle benötigten Informationen auf auf einen Blick zur Verfügung.“ MRA nutzt die Mobile Sales Anwendung seines ERP-Systems. Über Smartphone und Tablet kann das Messeteam Kontakte pflegen, Kunden und Interessenten anlegen, Aufgaben und Notizen verwalten oder sich Umsatzzahlen und Konditionen des Kunden anzeigen lassen. Gemeinsam mit Abas wurden die Bereiche festgelegt, die in der mobilen Anwendung genutzt werden sollen, das wurde vom Anbieter umgesetzt. Bei der Navigation orientiert sich die Anwendung an den Standards. Über das Startmenü, wo die wichtigsten Informationen wie Kundensuche und aktuelle Aufgaben direkt erreichbar sind, startet die Navigation.

Über eine einfache Menüstruktur werden alle relevanten Informationen einfachschnell erreicht. Künftig sollen Kunden einen direkten Zugang zu deren individuellen Daten wie Umsatz, offene Posten und Bestellungen erhalten. Das soll vorerst nicht mobil, sondern über den Webshop laufen. Das kann sich aber bei Bedarf schnell ändern, liegt doch die Funktionslogik für beide Anwendungen im ERP-System. Auch die mobile Anwendung Scanner-Lösung des ERP-Komplettpakets will man zeitnah einführen.

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