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Gießlackverfahren - Anspruchsvolle Oberflächen mit hoher Designfreiheit

GießlackverfahrenAnspruchsvolle Oberflächen mit hoher Designfreiheit

RIM-Gießlack – effiziente Lackierung im Spritzgießwerkzeug. Hohe Kratzfestigkeit, von farblos über coloriert bis zu neuen metallischen Akzenten und Selbstheilungseffekt sind einige der Eigenschaften, mit denen sich dekorative Kunststoffteile im Reaction Injection Moulding-Prozess ausstatten lassen. Die Beschichtung geschieht im Formwerkzeug ohne externes Trennmittel, so dass weder geschliffen noch poliert werden muss.

RIM-Gießlackverfahren

Reaction Injection Moulding (RIM) ist ein Urformverfahren, in dem einerseits Formteile aus Kunststoffen durch Niederdruckinjektion hergestellt werden. Andererseits kommt diese Technik zum Hinterspritzen von Zier- und Designteilen beispielsweise aus Holzfurnier und Folien zum Einsatz. In beiden Anwendungen soll die Weiterentwicklung des RIM-Gießlackverfahrens Puriflow der Votteler Lackfabrik Möglichkeiten bieten, um Oberflächen schneller, wirtschaftlicher und mit bisher nicht gekannter Designfreiheit zu beschichten. Der Lack wird dabei parallel zum Urform- beziehungsweise Hinterspritzprozess im gleichen Zyklus aufgebracht, so dass das Teil bereits fertig beschichtet aus der Anlage kommt.

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Internes Trennmittel erhöht Produktivität und senkt Kosten
Die neue Generation der Puriflow-Lacke ist mit einem internen Trennmittel für automatisches Entformen ausgestattet. Daher muss auf die Form nicht mehr nach jedem Schuss ein externes Trennmittel aufgebracht zu werden. Das erhöht einerseits die Produktivität, andererseits kann das Bauteil ohne Nachbehandlung wie Polieren verpackt beziehungsweise weiterverarbeitet werden. Zudem entfallen die Kosten für externe Trennmittel.

Gießlackverfahren: Anspruchsvolle Oberflächen mit hoher Designfreiheit

Die lösemittelfreien, zweikomponentigen Gießlacke basieren auf aliphatischen Polyurethanen, die auf Gießanlagen blasenfrei verarbeitet werden können. Beschichten lassen sich damit Kunststoffe wie PC, PC-ABS, ABS, PC-PBT, PC-ASA, ASA, TPU und selbst PP sowie Carbon-Composites ebenso wie Glas, Folien und Echtholzfurniere. Das Gießlacksystem ermöglicht laut Anbieter, Optik, Haptik und Eigenschaften der Beschichtung an individuelle Wünsche und Anforderungen anzupassen. Transparent, Piano-Black, hochwertig spiegelnde Chromoptik oder changierender, metallischer Akzent, mit Effekt-, Dekor- und Brillantlacken in vielen Farbtönen seien möglich. Die Glanzgrade reichen von hochglänzend bis matt, die Oberflächen können glatt, strukturiert oder mit Soft-Touch versehen sein. Beschichtungen mit Ledernarbung oder offenporigen Holzstrukturen lassen sich ebenfalls nachbilden. Dabei sorge die einstellbare Härte der Beschichtung von Shore A 50 bis D 83 dafür, dass Optik und Haptik täuschend echt wirken. Im Vergleich zu den Originalen sind die so erzielten Oberflächen jedoch deutlich pflegeleichter und beständiger.

Hohe Widerstandsfähigkeit
Die beschichteten Oberflächen seien licht-, chemikalien-, wärme- klimawechsel- und UV-beständig sowie vergilbungsarm. Hinsichtlich Kratzbeständigkeit sollen sie die Anforderungen der Automobil- und Konsumgüterindustrie erfüllen und übertreffen. Das Lacksystem verfüge daher über die Freigabe bei verschiedenen Automobilherstellern. Da sich trotz der hohen Beständigkeit nicht jeder Kratzer vermeiden lässt, ist die Beschichtung mit einer gewissen Selbstheilungskraft (Reflow-Effekt) ausgestattet. Er sorgt dafür, dass sich Kratzer ab einer bestimmten Temperatur – je nach Systemvariante bereits bei Raumtemperatur – zurückbilden beziehungsweise nicht mehr sichtbar sind.

Gießlackverfahren: Anspruchsvolle Oberflächen mit hoher Designfreiheit

Die beiden Komponenten des Lacks werden während des Gießprozesses in Form injiziert. Kommt als drittes Element Farbe hinzu, ermöglichen 3K-Mischköpfe diese direkt am Teil einzuspritzen. Dies mache Farbwechsel so einfach und schnell wie bei einer Sprühlackierung und verhindere das Verschmutzen der Anlage. Das Übergießen und Vernetzen dauert je nach Teilegeometrie und Lackvariante zwischen zwei und drei Minuten. Das Eigenschaftsprofil der Materialien hinsichtlich Viskosität, Reaktivität und Eigenfarbe sei auf den Produktionsanlagen über einen für die Anwendung von mehreren Tagen relevanten Zeitraum stabil.

Im Vergleich zu Mehrschichtlackierungen ermögliche die RIM-Gießlackierung neben einer deutlichen Zeitersparnis auch signifikante Materialeinsparungen. Es fällt kein Overspray an. Das Lackmaterial werde fast vollständig genutzt und es entstehen keine Emissionen. Außerdem sorge der automatische Prozess für minimierten Ausschuss und damit für reduzierte Lackierkosten bei gleichzeitig höherer Nachhaltigkeit.

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