SCOPEhandling
Kunststoff Magazin
LABOengine
Kunststoff Magazin Online - Fachportal für die Kunststoff Industrie
Home> Produktion> Formen + Schäumen>

Produktion von Karosserieteilen - Lkw-Trittstufe per In-Mould-Coating erzeugt

Produktion von KarosserieteilenLkw-Trittstufe per In-Mould-Coating erzeugt

Komplexe Aufgaben erfordern durchdachte Lösungen. Ein besonders belastetes Bauteil am Lkw, die Trittstufe ist nicht zwingend aus Metall. Trotz hoher Anforderungen und komplexer Geometrie wurde es in Kunststoff mit lackierter Oberfläche realisiert.

Produktionslinie

Seit Oktober 2014 läuft die Serienfertigung einer Trittstufe für Lkw. So unscheinbar das Polyurethan-Bauteil auch aussieht, stellte es die Entwickler mit seiner komplexen Geometrie vor einige Herausforderungen.

Indupol, ein Zulieferer für Lkw und Bus-Hersteller aus Arendonk in Belgien suchte nach einem geeigneten Partner für Anlagen zur Fertigung von Trittstufen aus Polyurethan-Hartschaum mit Lackoberfläche für Lkw-Fahrerhäuser. Die Anfrage bei Hennecke führte dann schnell zu ersten Musterteilen. Die Herausforderung bei diesem Projekt war nach Unternehmensangaben die extreme Formengeometrie der 3D-Kavität, die das Füllen des Werkzeugs mit Polyurethan deutlich erschwerte. Zusammen mit BASF, Lieferant für den leicht schäumenden PU-Rohstoff, und Bomix, der die Lack- und Trennmittel beisteuerte, wurde in mehreren Versuchsreihen im Hennecke-Technikum eine Lösung gefunden, bei der das reaktive Gemisch die Kavität beim Eintrag in die geschlossene Form zuverlässig ausfüllt. Unmittelbar nach dem Aushärten folgt der Auftrag der Lackschicht im In-Mould-Coating-Verfahren.

Anzeige

Nach ausführlichen Tests der Musterteile gab der Lkw-Hersteller grünes Licht für die Serienproduktion bei Indupol. Die dafür benötigte Produktionslinie – eine Hochdruck-Dosiermaschine vom Typ Topline HK mit IBC-Containerstation sowie eine Werkzeugträger-Presse von Autorim – lieferte Hennecke als Komplettlösung. Das Werkzeug ist als Doppelkavität ausgeführt, die Versionen für Fahrer- und Beifahrerseite lassen sich in einem Zyklus fertigen. Aufgrund der komplexen Geometrie und einer Ausführung mit genarbter Oberfläche verfügt das Werkzeug zum leichteren Entformen der Bauteile über hydraulische Ausstoßstangen.
Für hohe Vermischungsqualität und Rohstoffeffizienz sorgt ein Umlenkmischkopf. Das Reaktionsgemisch liefert die PUR-Hochdruck-Dosiermaschine. Die Maschine ist auf eine maximale Austragsleistung von 940 cm³ Gemisch pro Sekunde ausgelegt. Die Form wird von einem Werkzeugträger der MG-Serie geöffnet und geschlossen. Die Presse ist für Formen bis zwei Tonnen Gewicht konzipiert. Sicherheitssysteme mit Laserscanner und Lichtvorhängen sorgen für hohen Arbeitsschutz. Beim Öffnen schwenken die obere und die untere Werkzeugplatte dem Bediener zur leichteren Entnahme der Bauteile entgegen. Die Zykluszeit beträgt etwa fünf Minuten. Sie teilt sich auf in vier Sekunden Schusszeit und 120 Sekunden Aushärtezeit für das PU-Gemisch. Der anschließende Lackeintrag dauert insgesamt bis zum Aushärten etwa zwei Minuten.

Weitere Beiträge zum Thema

Lanxess

Kunststoffe für die AutomobilindustrieLanxess baut Produktionskapazitäten in den USA aus

Um eine zweite Produktionsstraße erweitert Lanxess sein Werk für Kunststoffe in Gastonia, US-Bundesstaat North Carolina. Der Konzern investiert in die neue Compoundier-Anlage im "US-Autogürtel" rund 15 Millionen Dollar und wird damit die Kapazität von derzeit 20.000 auf 40.000 Tonnen jährlich verdoppeln.

…mehr

Weitere Beiträge zu dieser Firma

NewsAdcuram: neuer Geschäftsführer Vertrieb der Hennecke-Gruppe

Rolf Trippler in die Geschäftsführung der Hennecke-Gruppe berufen.

…mehr
PUR-Schäumanlage

Weiße-Ware-IndustrieModulare Schäumanlage für weiße Ware

In einer neuen Variante von Polyurethan-Schäumanlagen für die Produktion von Türelementen werden alle Komponenten von effizienten Elektromotoren angetrieben wird.

…mehr

Weitere Beiträge in dieser Rubrik

Herstellung von Prüfkörpern für Biege- und Schlagbiegeversuche. (Bild: IPT)

Praxisorientierte ForschungBessere 3D-Objekte produzieren

Auf der diesjährigen Hannover Messe trafen sich die Kooperationspartner iGo3D und Institut für Polymertechnologien (IPT), um erste Arbeitsergebnisse zur Thematik Charakterisierung von Filamenten für den FDM (Fused Deposition Modeling) basierten 3D-Druckprozess auszutauschen.

…mehr
Rapidtech 2016 in Erfurt

Rapidtech 2016Additive Manufacturing –Technologien, Anwendungen, Businessmodelle

Additive Manufacturing wird zunehmend zum Fertigungsverfahren für Serienbauteile. Dies stellt Anwender vor neue Herausforderungen. Sie reichen von der Auswahl der richtigen Technologie und Vermarktungsstrategie über das Ausschöpfen der Designfreiheit bis hin zur Sicherung der Qualität und Reproduzierbarkeit von Prozessen und Bauteilen.

…mehr
Anzeige
Anzeige

Neue Stellenanzeigen