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Baureihe EvosEvolution statt Revolution

Spritzgießmaschinen mit Erfahrungen aus der Praxis entwickeln
Baureihe Evos: Evolution statt Revolution
Das Bessere ist des Guten Feind – und so „evolutionierten“ die Techniker aus einer zur K2007 vorgestellten Baureihe von Spritzgießmaschinen Nachfolgesysteme mit Verbesserungen, die auf Wirtschaftlichkeit und Geschwindigkeit abzielen.

Evolution und Synergy – unter diesem Motto wurde auf der K2007 eine Serie elektrischer Spritzgießmaschinen präsentiert. Dementsprechend kreierte Netstal den Baureihennamen Synergy aus diesen Begriffen – und die Maschine wurde laut Unternehmen Tausendfach verkauft. Nun wurden die Nachfolgesysteme präsentiert, die die Schweizer Maschinenbauer als Evolution auf Basis einer guten Lösung verstanden haben möchte.

Leistungsgrenzen weiter hinaus schieben, ohne die Produktionssicherheit zu gefährden. Das ist auch und gerade bei elektrischen Maschinen eine Herausforderung. Zum einen werden sie häufig in Anwendungen eingesetzt, die besondere Sicherheit erfordern, beispielsweise für die Produktion medizintechnischer Produkte. Andererseits verlangen viele der typischen Produkte aufgrund des Preisdrucks extrem kurze Zyklen und eine tendenziell weiter zunehmende Zahl von Kavitäten bei günstigen Betriebskosten. Deshalb haben die Entwickler der Evos-Baureihe von Netstal nach eigenen Angaben noch mal Hand angelegt und alle Komponenten und Bauteile einer kritischen Prüfung unterzogen und – wo nötig und möglich – Verbesserungen vorgenommen.

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Bei der Betrachtung des Baukastens fällt auf, dass Schließkräfte, die Säulendistanzen, Öffnungshube und Einbauhöhen erhöht beziehungsweise vergrößert wurden. Die aktuellen Kombinationsmöglichkeiten bestehen aus vier Schließeinheitsgrößen mit je drei beziehungsweise vier Spritzaggregaten bis Nenngröße 8000 Millimeter ausweist. Mit den Erweiterungen der Schließkräfte und Plastifizierleistungen will Netstal dem Trend der Erhöhung der Kavitäten bei Spritzgießformen Rechnung tragen.

Qualität durch langlebige Bauweise

Um noch mehr Prozessstabilität und Reproduktion in der Fertigung zu gewährleisten, wurden diverse Komponenten der Maschine verstärkt. So ist beispielsweise die Durchbiegung der beweglichen Formplatte minimiert. Für Etagenwerkzeuge bietet die Maschine einen optionalen Führungswagen, der einfach auf der vorhandenen Linearführung anzubringen ist. Sofern nötig, kann eine weitere Maschinenbettabstützung bei der Ausfallöffnung angebracht werden. Damit ist im Formeinbaubereich auch bei sehr schweren Werkzeugen höchstmögliche Stabilität gewährleistet. Beim Spritzaggregat wurde die Anbindung der Plastifizierung an das Einspritz- und Dosieraggregat verstärkt. Hier wird das Konzept vor allem der Höchstbelastung bei sehr kurzen Zykluszeiten gerecht. In der Summe soll das nicht nur die Leistungsfähigkeit garantieren, sondern auch Robustheit – und damit die Einsatzfähigkeit auch unter hoher Beanspruchung über lange Zeit.

Den Blick auf’s Detail richten

Bei der Fortentwicklung der Evos-Baureihe diensten die Anwendererfahrungen mit den Synergy-Maschinen als Basis, um Neuerungen in die Maschinenkonstruktion einfließen zu lassen.
• Gelegentlich sind es die eher kleinen Änderungen, die in der betrieblichen Praxis erhebliche Vorteile bieten: So wurden Aufstellmaße dank eingelassener Griffe an der Verkleidung deutlich reduziert, ohne die Funktion in irgendeiner Weise einzuschränken.

  • gekapselter Umlaufschmierung des Kniehebels ist die Schließeinheit besonders sauber – und es werden bis zu 150 Liter Schmieröl pro Jahr gespart.
  • Ausstoßkraft kann entsprechend den Anwenderwünschen ausgelegt werden. Der optionale Booster kann auch festgeschrumpfte Teile problemlos und ohne größeren Aufwand entformen.
  • Erhöhung des Einspritzdrucks auf 2100 bar beim jeweils zweitgrößten Schneckendurchmesser auf jeder Plastifiziereinheit lassen sich auch sehr dünnwandige Teile mit kurzen Einspritzzeiten realisieren. Die Druckerhöhung ermöglicht zudem alle bekannten Verschluss-Anwendungen mit den mittleren Schnecken bei einem Längenverhältnis von 24 L/D zu fahren. Dies wirkt sich positiv auf das Aufschmelzverhalten und die Schmelzequalität aus.
  • Schnittstellen für die individuelle Auslegung der Medien samt Euromap-Schnittstellen erlauben es, Temperiertechnik und Medienführung so spezifisch und werkzeugnah wie möglich auszulegen.

Energieverbrauch als Innovationstreiber

Der Energieverbrauch, der sich in den letzten Jahren zum Megatrend für alle Industriebranchen entwickelte, hat auch bei den weiteren Entwicklungsschritten der Spritzgießtechnik nicht haltgemacht. Schon bei der Basisauslegung bei den Antrieben der Achsen hat Netstal den hybriden Weg gewählt und die Dosierung elektrisch angetrieben. Weitere Reduktionen des Energieverbrauches wurden mit Einsatz neuer elektrisch vorgesteuerter Ventile bei den Hauptachsen Spritzen und Form erzielt. Aus reduzierten Steuerölverbräuchen resultiert eine Minderaufnahme der Leistung von bis zu 1 Kilowatt pro Ventil.

Ein wichtiger Punkt ist jedoch die Bereitstellung höherer Leistungen, die dank angepasster Auslegungen der Hydraulikkreise die Steigerung der nutzbaren Bewegungsenergie bewirkt und Applikationen mit hohen dynamischen Ansprüchen ermöglicht. Dank gestiegener Dynamik und gesunkenem Energieverbrauch sind laut Netstal Produktivitätssteigerungen gegenüber den Vorgängermaschinen oder vergleichbaren Wettbewerbsmaschinen erzielbar, was eine markante Reduktion der spezifischen Energieaufnahme zur Folge hat.

Flexible Lösungen für individuelle Bedürfnisse

Die „nackte“ Maschine ist in aller Regel nur ein Teil der Problemlösung. Erst im Zusammenspiel mit umgebenden Komponenten wie Werkzeugen, Handlinggeräten und weiterer Peripherie wird daraus ein wirtschaftliches Produktionssystem. Die Anbindung und Führung der dazu benötigten Medien wie Wasser, Luft oder Strom spielt bei der Erreichung einer hohen Produktivität eine wichtige Rolle. Hier wurde besonders darauf geachtet, die flexible Auslegung mit verbrauchernaher Anbindung zu gewährleisten. So sind zum Beispiel für die Kühlwasserversorgung über tausend Kombinationen möglich, die sicherstellen, dass das Kühlwasser ohne Temperaturverlust im Werkzeug ankommt.

Auch die Luftventile sind auf verbrauchernahe Positionen getrimmt, um besonders genaue Prozesse zu ermöglichen. Einer immer wieder genannten Anforderung wird die Evos mit den vorbereiteten Schnittstellen für die Temperiertechnik gerecht. Diese sind für bis zu acht Geräte an der Stirnseite und an der Nichtbedienseite der Schließeinheit vorgesehen. Die elektrischen Anschlüsse mit der Schnittstelle nach Euromap 66 sind bei dieser Option direkt an diesen Positionen, am Maschinenständer oder am Schaltschrank angebracht.

Evolution für eine wirtschaftliche Fertigung

Praktische Erfahrungen berücksichtigen und sie in Form neuer Lösungen in die Maschinentechnik einbringen – das verspricht Fortschritte hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Leistung. Letztendlich geht es darum, die Erwartungshaltung an eine Hochleistungs-Maschine von Netstal mit einer hohen Produktivität über viele Jahre erfüllen zu können. Erhältlich sind Varianten mit Schließkräften zwischen 3000 und 5500 kN.

Fakuma Halle B3, Stand 3107

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