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Dr. Werner WittmannHandeln im größeren Maßstab

In der Kunststoffbranche gibt es schon so lange wir uns darin bewegen, und das ist immerhin schon seit 1976 der Fall, einen außergewöhnlich hohen Anteil kleinerer und mittlerer Firmen, die meist auf einer oder mehreren guten Produktideen basieren. Eine ganze Reihe davon sind von Wettbewerbern geschluckt worden, oder sie konnten irgendwann „sehr überzeugende“ Angebote größerer Unternehmen nicht ablehnen. Andere sind selbständig geblieben und sind aus eigener Kraft so weit gewachsen, dass sie auch für die Internationalisierung ihres Geschäfts ausreichende Dynamik entwickeln konnten.

Dr. Werner Wittmann

Wir haben, ausgehend von Durchflussmess- und -regelgeräten für Spritzgießmaschinen, verschiedene Wege gewählt um zu wachsen und ein für die Kunden attraktives Portfolio bieten zu können. Zunächst wurden sehr schnell weitere Produkte für Spritzgießer entwickelt, ergänzende Produkte für die Kunststoffindustrie zu entwickeln, zunächst Temperiergeräte, schließlich Automatisierungslösungen, Trockner und andere. Da Österreich mit seinen rund acht Millionen Einwohnern nur begrenzte Wachstumsmöglichkeiten versprach, haben wir nach wenigen Jahren Niederlassungen in Deutschland und den USA gegründet. Als dritte Maßnahme wurden in Einzelfällen ausgewählte Teile anderer Unternehmen übernommen und bei Wittmann integriert.

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Bei all diesen Maßnahmen haben wir trotz allen Wachstums einige Strategien beibehalten: Die klare Fokussierung auf nur einen Markt, die Spritzgießtechnik, wurde bis heute beibehalten, auch wenn beispielsweise einige unserer Roboter heute in anderen Branchen im Einsatz sind. Das war und ist erfolgversprechend: Verbesserte Peripherietechnik bedeutet höhere Produktionssicherheit und die Verbesserung beziehungsweise Verfeinerung der Prozesse. Und nach wie vor treibt der Zwang die Zykluszeiten weiter zu reduzieren, die Automatisierung voran.

Dabei kann Wachstum nicht als Selbstzweck betrieben werden, sondern um die Basis sukzessive zu verbreitern, die Produktstruktur zu ergänzen und eine dauerhaft stärkere Position im Wettbewerb zu erreichen. Dabei wurden die Mittelstands-Tugenden nicht aus dem Blick verloren: Alle Produkte werden von uns entwickelt und gebaut, auch wenn wir uns verschiedener Fertigungsstätten innerhalb der Gruppe bedienen. Niederlassungen in neuen internationalen Märkten haben wir immer dann gegründet, wenn das Geschäft dort schon angelaufen war und gute Erfolgsaussichten bestanden. Bei allem Wachstum hinsichtlich Produktspektrum und regionaler Ausbreitung haben wir noch immer vergleichsweise kurze Informations- und Entscheidungswege. Das ist sicher auch ein Vorteil, wenn das Unternehmen so wie unseres familiengeführt ist und sich nicht monatlich vor fremden Kapitalgebern rechtfertigen muss. Ansonsten wäre ein so großes Geschäft wie die Übernahme des Spritzgießmaschinenbauers Battenfeld im Jahr 2008 sicher nicht möglich gewesen.

Die gelebte mittelständische Struktur ist einer der Erfolgsfaktoren, auch wenn das innerhalb der Gruppe in größeren Maßstäben stattfindet. Man muss sich allerdings auch darüber im Klaren sein, dass ständige Investitionen in die Produkte erforderlich sind, den wesentlichen Erfolgskern ausmachen. Und eine Eigentümerstruktur wie in der Wittmann Gruppe erlaubt hier eine permanente Weiterentwicklung, weil sich die Eigentümer diesem Gedanken ohne Einschränkung verpflichtet fühlen.

So ist die Wittmann Gruppe heute zum weltweit einzigen Anbieter kompletter Gesamtlösungen für die Kunststoffindustrie, die Spritzgießmaschinen, Roboter, Automatisierungstechnik und Peripheriegeräte umfassen, geworden. Durch die internationale Ausrichtung des Unternehmens und Niederlassungen auf allen Kontinenten, können kompetente Beratung und Service auf sämtlichen wichtigen Märkten garantiert werden. Bei weitgehend selbstständiger Bearbeitung der Märkte für Peripheriegeräte einerseits und Spritzgießmaschinen von Battenfeld andererseits, führt dieser Zusammenschluss dennoch zur nahtlosen Ergänzung der jeweiligen Produktlinien – zum Vorteil der Kunststoffverarbeiter, die in verstärktem Maß ein reibungsloses Ineinandergreifen von Verarbeitungsmaschine, Automatisierung und Peripherie nachfragen.

Natürlich muss die Unternehmensentwicklung in diesem hochdynamischen Markt weitergehen. Trotz des enormen Wachstums rangiert die Wittmann Gruppe im Mittelfeld der Wettbewerber, wenn es den Bereich Peripherietechnik geht. Allerdings dürften nur wenige Wettbewerber über ein wesentlich größeres Auftragsvolumen verfügen. Verstärkt international aufzutreten bedeutet natürlich auch, sich mit mehr und mehr Konkurrenz auseinandersetzen zu müssen. Derzeit verstärkt sie sich auf manchen Märkten vor allem im asiatischen Raum.

Aufgrund der globalen Aufstellung unserer Kunden, ist es aber erforderlich, als Zulieferer weltweit präsent zu sein. Das bedeutet, mit den Kunden mitzuziehen und in den wichtigen Märkten mit eigenen Vertriebs- und Servicegesellschaften tätig zu sein, um aus geringer Entfernung und sehr rasch Produkte und Dienstleistungen bereitstellen zu können. Die Wittmann Gruppe ist sowohl durch eigene Vertriebstöchter als auch durch Vertretungen international präsent, verfügt also weltweit über die gewünschte Kundennähe, um so optimale Serviceunterstützung gewährleisten zu können. Darüber hinaus ermöglicht das ein gezieltes Key Account Management, global agierende Kunden anzusprechen.

Dr Werner Wittmann ist Geschäftsführender Gesellschafter der Wittmann Gruppe.

Die Wittmann Gruppe

Dr. Werner Wittmann gründete die Wittmann Kunststoffgeräte 1976 in Wien, dem heutigen Stammsitz. Erstes Produkt waren Durchflussregler für den Einsatz an Spritzgießmaschinen und Temperiergeräte. Produktionsstandorte sind neben Wien und Kottingbrunn (Wittmann Battenfeld) in Ungarn, Frankreich, den USA, Kanada und China angesiedelt. 31 Niederlassungen und 26 Vertretungen bedienen die Kunden weltweit.

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