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Chinesisches Unternehmen übernimmt Kraussmaffei Gruppe

Maschinenbauer vor erneutem EigentümerwechselChinesisches Unternehmen übernimmt Kraussmaffei Gruppe

Laut einer Mitteilung von heute übernimmt der Chemiekonzern China National Chemical Corporation (Chemchina) die Kraussmaffei Gruppe von der kanadischen Onex Corporation (Onex) für 925 Millionen Euro. demnach begrüßen Management, Betriebsrat und Gewerkschaft IG Metall den Verkauf. Die Transaktion stehe unter dem Vorbehalt der üblichen Abschlussbedingungen und der Genehmigung der zuständigen Behörden. Unterstützt wird die Transaktion von zwei Investmentgesellschaften.

Akteure beim Eigentümerwechsel der Kraussmaffei Gruppe (v.l.): Ting Cai, Chairman und CEO der China National Chemical Equipment (CNCE), Frank Stieler, CEO der Kraussmaffei Gruppe, und Chen Junwei, CEO von Chemchina Finance. (Bild: Kraussmaffei)

„Mit Chemchina gewinnen wir einen strategischen und langfristig orientierten Investor, der sich seit vielen Jahren für unser Unternehmen interessiert“, sagt Frank Stieler, CEO der Kraussmaffei Gruppe. Die Kraussmaffei Gruppe werde in ihrer bestehenden Struktur fortgeführt. „Wir legen großen Wert darauf, dass die Kraussmaffei Gruppe ihre Identität und Selbstständigkeit behält“, erklärte Jianxin Ren, Chairman von Chemchina. „Das Geschäft soll sich zu einem Vorzeigeunternehmen im Rahmen des Programms ‚Made in China 2025‘ entwickeln.“ Mit diesem Programm werde die Basis zur Weiterentwicklung der chinesischen Industrie geschaffen.“ Das Wachstumspotenzial für die Kraussmaffei Gruppe sei enorm – besonders durch einen verbesserten Marktzugang in China. „Wir erwarten, dass die Entwicklungen in der Automobilindustrie großes Potenzial bieten. Die fortschreitende Automatisierung in der Automobil-Produktion und der Trend zu Leichtbau-Materialien werden sich positiv auf das Premium-Segment im Bereich der Spritzgießtechnik auswirken. Zusammen sind Chemchina und die Kraussmaffei Gruppe sehr gut aufgestellt, um künftig zu wachsen“, sagte er weiter.

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Wachstum beschleunigen – Arbeitsplätze in Europa sichern

„Seit dem Einstieg von Onex Ende 2012 ist die Kraussmaffei Gruppe stark gewachsen und hat sich auch 2015 sehr erfolgreich entwickelt. Wir erwarten, dass wir mit Chemchina unser Wachstum vor allem in China und Asien beschleunigen. Dadurch wird das Unternehmen auch in Deutschland und Europa nachhaltig gestärkt“, betont Frank Stieler. Das werde den Aufbau zusätzlicher Arbeitsplätze weltweit bewirken. Die Marken KraussMaffei, KraussMaffei Berstorff und Netstal sollen fortgeführt werden. Der Firmensitz der Kraussmaffei Gruppe bleibe in München, die operative und unternehmerische Verantwortung in Europa. Dies gelte auch für Produktion, Technologie, Patente sowie Forschung und Entwicklung. Die Kraussmaffei Gruppe werde weiter als deutsche Gesellschaft mit mitbestimmtem Aufsichtsrat geführt. Alle Tarif- und Standortzusagen gelten unverändert fort. Aktuell beschäftigt das Unternehmen nach eigenen Angaben weltweit rund 4500 Mitarbeiter, davon 2800 in Deutschland. Das Unternehmen plant für 2016 einen Personalaufbau, besonders auch in Deutschland.
„Wir sehen in der Transaktion eine große Chance für die Kraussmaffei Gruppe und ihre Mitarbeiter. Wir sind zuversichtlich, dass durch weiteres Wachstum die bestehenden Arbeitsplätze in Deutschland und Europa gesichert und neue geschaffen werden“, sagt Betriebsratsvorsitzender Peter Krahl. „Dieser Wechsel kommt zum richtigen Zeitpunkt für das Unternehmen. Chemchina ist ein strategischer Eigentürmer, der auf die langfristige Perspektive dieses Unternehmens setzt“, hofft Horst Lischka, Unternehmensbeauftragter der IG Metall zuständig für München und Mitglied des Präsidiums des Aufsichtsrats der Kraussmaffei Gruppe.

Der Käufer: Chemchina

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Den vorliegenden Informationen zufolge ist Chemchina mit rund 140.000 Mitarbeitern und umgerechnet etwa 37 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2015 Chinas größter Chemiekonzern. Er wurde 2004 auf Basis von Tochterunternehmen des früheren Ministeriums für die Chemische Industrie gegründet. Rund 45.000 der Mitarbeiter seien außerhalb Chinas tätig. Das Unternehmen ist international aktiv und hat sich in den vergangenen Jahren an Unternehmen in Italien, Frankreich, Norwegen, UK und Singapur beteiligt – darunter vor kurzem am Reifenhersteller Pirelli. Die China National Chemical Equipment Corporation (CNCE) stellt Maschinen und Anlagen zur Produktion und Verarbeitung von Kunststoff und Gummi her.
Weitere Informationen: www.chemchina.com

Die Kraussmaffei Gruppe

Die Kraussmaffei Gruppe entwickelt und produziert Maschinen und Anlagen für die Spritzgieß-, Extrusions- und Reaktionstechnik, womit sie international über ein Alleinstellungsmerkmal im Wettbewerb verfügt. Beliefert werden unter den Marken KraussMaffei, KraussMaffei Berstorff und Netstal unter anderem Kunden aus der Automobil-, Verpackungs-, Medizin- und Bauindustrie sowie Hersteller von Elektrik- und Elektronikprodukten und Haushaltsgeräten. Im Jahr 2012 übernahm Onex die Gruppe. Seitdem haben sich nach Unternehmensangaben das operative Geschäft und die Finanzzahlen nachhaltig positiv entwickelt. Für 2014 wurde ein Gruppenumsatz von 1,1 Milliarden Euro gemeldet, in 2015 soll das Wachstum bei rund 10 Prozent liegen. aus. Aktuelle werden weltweit etwa 4500 Mitarbeiter, mehr als 30 Tochtergesellschaften und über 10 Produktionsstätten ausgewiesen. Hauptsitz ist seit 1838 in München.

Weitere Informationen unter http://www.kraussmaffeigroup.com

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