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Hydraulikfluid für energieeffizienteres Spritzgießen

Öl als KostensenkerHydraulikfluid als Kostensenker für energieeffizienteres Spritzgießen

Zur K 2016 hatte Evonik das Thema Hydrauliköl als Kriterium für die Energieeffizienz bei Spritzgießmaschinen thematisiert. Im Baumaschinenbereich seien mit neu formulierten Hydraulikölen Treibstoffreduzierungen um bis zu 15 Prozent erreicht worden. Die Adaption der Technologie für die Kunststoffverarbeitung soll ebenfalls erhebliche Energieeinsparungen ermöglichen.

Werkzeuge für den Spritzguss – das Verfahren kann mit dem richtigen Hydrauliköl ohne weitere Änderungen kostengünstiger werden.

Tests mit Spritzgießmaschinen verschiedener Hersteller nennt Evonik als Basis für Modellrechnungen, nach denen sich die Stückkosten nachhaltig senken lassen. Es habe sich gezeigt, dass die mit der Dynavis-Technologie formulierten Fluide den optimalen Temperaturbereich schneller erreichen und präziser halten. Daraus resultierte eine prozentuale Energieeinsparung von 7 bis 10 Prozent und somit eine Kostenersparnis von etwa 400 Euro bei 8000 Betriebsstunden/Jahr für eine Maschine des Typs Boy 35E und eine Einsparung von 6,17 Prozent der Antriebsenergie und etwa 1200 Euro pro Jahr für die Engel Victory 330/120 Tech. Auf Nachfrage beim Anbieter präzisiert Marketingmanager Rolf Fianke die Angaben.

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Mit „dünnerem“ Hydrauliköl arbeiten, um Energie beim Spritzgießen zu sparen ist ja keine neue Idee. Im Kunststoff ­Magazin wurde bereits vor längerer Zeit über die Hintergründe und Anwendungen berichtet. Was macht Evonik mit der Dynavis-Technologie anders?

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Rolf Fianke: Diese Technologie von Evonik ermöglicht es Öl-Formulierern, die Viskosität von Hydraulikfluiden in den verschiedenen Temperaturfenstern einzustellen. Oder mit anderen Worten: Hydraulikfluide auf Basis von Dynavis arbeiten unter optimierten Zuständen was den Viskositätsindex angeht. So hat das Hydraulikfluid bei niedrigen Temperaturen eine geringere Viskosität, beziehungsweise weist bei hohen Temperaturen eine höhere Viskosität aus. Außerdem ist durch die Kooperation mit den weltweit führenden Schmierstoffherstellern gewährleistet, dass die Technologie global verfügbar ist.

Lange Zeit gab es – und gibt es wohl noch – Widerstände bei Maschinenherstellern, niederviskose Öle zuzulassen, obwohl die Kennblätter der relevanten Komponenten, beispielsweise der Pumpen, das problemlos zulassen. Hat hier ein Umdenken auf breiter Front eingesetzt?

Rolf Fianke: Als Entwickler von Technologien für Hydraulikflüssigkeiten arbeitet Evonik sehr aktiv mit Komponentenherstellern und auch mit Herstellern von Spritzgießmaschinen zusammen. Selbstverständlich sind diese besonders an der Langlebigkeit ihrer Maschinen interessiert und in gemeinsamen Versuchen konnten wir zeigen, dass die Dynavis-Technologie einen erheblichen Teil dazu beiträgt.

Während der K vor einigen Monaten hat Evonik eine in Versuchen erzielte, durchschnittliche Energieeinsparung von 6 bis 10 Prozent der Kosten genannt. Schlagen diese Einsparungen komplett auf die Stückkosten durch oder verursacht das System an anderer Stelle höhere Kosten?

Rolf Fianke: Die Einsparungen durch Effizienzsteigerungen und längere Wartungszyklen überragen die höheren Anschaffungskosten bei weitem. Die Kosten sind übrigens transparent und können online über unseren Kalkulator errechnet werden. Das Tool findet sich unter www.dynavis.com/cms/dynavis/en/applications/injection-­molding/calculate-your-savings/pages/default.aspx.

Wo lagen die speziellen Probleme bei Entwicklung des neuen Produkts? Um es provokativ zu formulieren: Die Möglichkeit der Energieeinsprung durch geringere Viskosität des Öls drängte sich ja schon lange Zeit auf, siehe oben.

Rolf Fianke: Die Schmierstoffindustrie zeichnet sich – unabhängig von der Branche – durch lange Entwicklungsintervalle und sorgfältige Prüfprozesse entlang der Wertschöpfungskette aus, um ein reibungsloses Funktionieren in den hochwertigen und leistungsstarken Maschinen zu gewährleisten. In diesem Sinne ist es sicherlich eine der Herausforderungen, einer schnellen Produktentwicklung zu widerstehen – zugunsten der Entwicklung einer fundierten und effizienten Technologie-Formulierung für Hydraulikfluide.

Ist das System für den Einsatz in allen Spritzgießmaschinentypen geeignet oder gibt es Restriktionen?

Rolf Fianke: Evonik arbeitet mit renommierten Maschinenherstellern zusammen, auf deren Freigabelisten die Dynavis-Technologie zu finden ist.

Wie schnell wird sich die neue Technologie Ihrer Einschätzung nach durchsetzen?

Rolf Fianke: Der primäre Nutzen besteht in einem höheren Wirkungsgrad und der Effizienzsteigerung im Betriebsmodus der Anwendung. Dies ist ein fundamentales Ziel technischer Entwicklungen.

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