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Materialhandling - Nachschub für die Blasformproduktion

MaterialhandlingNachschub für die Blasformproduktion

Materialhandling in der Herstellung befüllter Infusionsflaschen. Absolute Sauberkeit ist bei der Herstellung von Medizinprodukten selbstverständlich. So sind höchste Reinheitsanforderungen an Materialien, Anlagen und Umgebung beim Herstellen und Abfüllen von Infusionsbehältern für die parenterale Versorgung einzuhalten. Motan-Colortronic hat die Produktion von B. Braun in Rubí, Spanien, mit dem Material-Handling sowie der Visualisierung ausgerüstet.

Materialhandling: Nachschub für die Blasformproduktion

Unter dem Handelsnamen „Ecoflac“ produziert die B. Braun Melsungen AG an mehreren Standorten Beutelflaschen (Infusionsbehälter), die in einem Durchgang geblasen, gefüllt und verschlossen werden. Herstellung, Füllen und Versiegeln der Behälter erfolgen auf sogenannten Bottlepack-Maschinen. Die sterile und pyrogenfreie Verfahrenstechnik wird auch als „Blow-Fill-Seal“-Technologie oder kurz BFS-Verfahren bezeichnet.

Reinraumgerechtes Materialhandling
Für die Projektierung und Auslegung sowie die Installation aller Einrichtungen für das Materialhandling beauftragte das B. Braun-Engineering die Experten von Motan-Colortronic. Beide Unternehmen arbeiten bereits seit etlichen Jahren eng zusammen.

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Die aktuelle Konfiguration für das Materialhandling der Ecoflac-Produktion wurde in den vergangenen zwei Jahren in mehreren Schritten realisiert. Dazu hat das B. Braun-Engineering konkrete Kriterien formuliert. Einige der wichtigsten Forderungen neben der ohnehin selbstverständlichen, reinraumgerechten Ausführung der Geräte und Einrichtungen war, dass im Produktionsbereich absolut kein Material offen bewegt werden darf. Die Rohrleitungen und deren Führung waren so zu gestalten, dass die Entstehung von Engelshaar nahezu völlig ausgeschlossen ist. Zu berücksichtigen war in diesem Zusammenhang eine Streckenlänge mit immerhin 170 Metern.

Materialhandling: Nachschub für die Blasformproduktion

Anlagenkonzept – strickte Trennung von Material und Reinraum
Angesichts des Durchsatzes von PE-LD wurden für die Materialversorgung drei Außensilos aufgestellt, aus denen das Granulat in zwei Zwischenbehälter gefördert wird. Die befinden sich zusammen mit einem Zwischenbehälter für PE-HD (für das Anspritzen der Kappen) im technischen Bereich ein Stockwerk über der Produktion – in einem abgesicherten Materialraum. Die Behälter sind überdies mit zusätzlichen Schlössern gesichert.

Ebenfalls im technischen Bereich befinden sich in einem separaten, ebenfalls abgesicherten Raum die fünf Vakuumpumpen der Materialversorgung, zwei davon als Standby-Reserve.

Versorgt werden die Zwischenbehälter von Saugfördergeräten CSK 30, die aus abriebs- und korrosionsfestem, elektropoliertem Edelstahl gefertigt sind. In einem Zwischengeschoss darunter – direkt über den Bottlepack-Maschinen – sind drei gravimetrische Dosier- und Mischsysteme Ultrablend UB 375 installiert, ausgelegt für jeweils zwei Komponenten (Bild 1). Jedes dieser Systeme wird von zwei CSK 30 versorgt. Für die Materialversorgung der Spritzgießmaschinen befinden sich ebenfalls im Zwischengeschoss noch drei kleinere Saugfördergeräte CSK 5. Zu den BFS-Anlagen bzw. zu den Spritzgießmaschinen führt vom Zwischengeschoss lediglich noch eine Materialleitung. Alle Fördersysteme sind mit Membranventilen ausgerüstet. Diese Ventile werden über die Vakuumleitung betrieben und nicht mit Druckluft wie pneumatische Ventile. Dadurch wird der Eintrag von möglicherweise kontaminierter Fremdluft oder von Partikeln in die Produktionsbereiche verhindert.

Überwacht und gesteuert wird die gesamte Anlage über eine separat untergebrachte Linknet-Visualisierung (Bild 2). Hier laufen alle Daten zusammen, was unter anderem für die Dokumentation der Produktion ausschlaggebend ist.

Die Steuerung arbeitet mit einstellbaren Zugriffsberechtigungen. Überdies werden alle Aktivitäten ebenso wie alle prozessrelevanten Daten, etwa Dosierzeiten, Dosiergeschwindigkeit, Dosiermenge, Durchsatz, Gesamtverbrauch und Störungen, genau erfasst und protokolliert.

Thomas Schwachulla

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