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Zukunftsmarkt Zerkleinerung und RecyclingBranche in Bewegung

Nach wie groß ist der Bedarf an Informationen und Technologien zum Zerkleinern von Werkstoffen und dem Recycling. Der dynamische Handel mit Kunststoff-Restmengen und Recyclaten verlangt unkomplizierte und schnelle Handelsmöglichkeiten. Der Recyclingmarkt bietet eine Fülle von ­Chancen.

Nun ist es sozusagen amtlich: Das Ablagern unbehandelter Siedlungsabfälle, besonders von Hausmüll und damit auch von Kunststoffabfällen, ist seit dem 1. Juni 2005 in Deutschland mit dem Inkrafttreten der TASi nicht mehr möglich. Damit laufen die Übergangsfristen der seit 2001 geltenden Abfallablagerungsverordnung ab und dem Recycling weiter steigende Bedeutung zukommen.

PET-Recycling boomt

Nicht nur in Deutschland boomt das Recycling von Getränkeverpackungen. Wie der österreichische PET-Verwerter Kruschitz mitteilt, soll im Oktober 2005 eine neue zweistufige Vacurema-Recyclinganlage in Betrieb gehen. Das sei in Österreich die erste dieser Art, die das Aufbereiten von PET-Flakes bottle-to-bottle ermöglicht.

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Diese Investition von etwa 3 Mio. Euro, unterstützt die „Nachhaltigkeitsagenda der österreichischen Getränkewirtschaft 2004“, wobei die letzte Lücke im Life-cycle der PET-Flaschen geschlossen wird. Die Gesamtmenge der in Österreich gesammelten PET-Flaschen in Höhe von 20.000 Tonnen pro Jahr, von denen zur Zeit noch ein Viertel ins Ausland gehen, kann somit zu einem hochwertigen Endprodukt verarbeitet werden. Die Anlagenerweiterung folgt erfolgreichen Investitionen aus dem Jahre 2002 in eine einstufige Vacurema-Folienanlage zur Erzeugung lebensmittelechter PET-Folien aus recyclierten PET-Flaschen sowie in einen Doppelschneckenextruder zur Herstellung von PET-Compounds für die Automobil- und Elektronikindustrie.

Das Unternehmen verwertet und recycelt pro Jahr 15.000 Tonnen PET zu 3000 Tonnen Folien, 6000 Tonnen werden mit anderen Kunststoffen einem Compoundierungsprozess (PET/PA, PET/PC, PET/ABS) unterzogen und nunmehr 8500 Tonnen werden bottle-to-bottle aufbereitet.

Ebenfalls vom Boom des PET-Recyclings profitiert die eigentlich als Handelshaus gegründete Plastrade in Lüneburg. Ziel war die Akquisition von Sekundärrohstoffen für die Polyesterfaserindustrie. Seit mehr als einem Jahr lässt das Unternehmen nun an mehreren Standorten in Deutschland durch Lohnverarbeiter PET-Flaschen zu qualitativ hochwertigen Flakes aufbereiten. Im Januar 2005 wurde zusätzlich das erste eigene Werk in Lüneburg gegründet. Auf 1800 m² Produktionsfläche sollen gemäß der Verpackungsverordnung bis zu 20.000 Tonnen PET-Flaschen stofflich verwertet werden.

Der durch den TÜV Rheinland zertifizierte Betrieb nimmt als Partner von Entsorgern, Einzelhandelsketten und Mineralbrunnen Ballenware, Briketts und lose, vorverdichtete Flaschen an und verarbeitet sie automatisch zu gewaschenen Flakes.

Landwirtschaft zieht mit

Im Jahr 2004 wurden insgesamt 1760 Tonnen leere Pflanzenschutzverpackungen an den Sammelstellen des Rücknahmesystems Pamira zurückgegeben. Gegenüber dem witterungsbedingt niedrigen Niveau im Jahr 2003 ergibt das ein Plus von 14 Prozent. Beim Start des Systems im Jahr 1996 wurden 920 Tonnen Verkaufsverpackungen zurückgenommen. Pamira ist eine Initiative des Industrieverbands Agrar in der Trägerschaft der Gesellschaft zur Rückführung industrieller und gewerblicher Kunststoffverpackungen – RIGK, Wiesbaden.

Bundesweit sind beim Pflanzenschutzhandel rund 230 Sammelstellen eingerichtet worden, die bedarfsorientiert an ein bis vier Tagen geöffnet sind. Dort können Landwirte unter Einhaltung der Annahmebedingungen kostenfrei leere, gespülte und mit Pamira-Zeichen gekennzeichnete Pflanzenschutzverpackungen abgeben. Die zerkleinerten Verpackungen werden als Sekundärbrennstoff in Zementwerken eingesetzt. Die Kosten für das System trägt die Industrie. Die Beiträge 2005 für Zeichennutzer des Rücknahmesystems wurden auf 1050 Euro je Tonne gesenkt.

Chinesen schützen das Land

Unkontrollierter Im- und Export und zwielichtige Händler haben die grenzüberschreitende Müllverwertung – wenn sie denn stattgefunden hat – in den letzten Jahren zeitweise in Verruf gebracht und seriösen Unternehmen das Leben erschwert. Zum Schutz ihres Landes wird die Volksrepublik China in Zukunft den Import von Abfällen nur Inhabern von speziellen Lizenzen gestatten. Seit Anfang 2005 verfügt Remondis Plano, Lünen, über solch eine offizielle Importlizenz für Kunststoffabfälle und Altpapier. Für den Rohstoff Altmetall wurde die Lizenz beantragt.

Kunststoff- und Recycling-Kolloquium: Call for Papers

Ein aktueller Anlass über neue Recyclingmöglichkeiten nachzudenken und zu diskutieren ist der derzeitige Umbruch der Abfallmärkte. Die zum 1. Juni diesen Jahres in Kraft getretenen gesetzlichen Regelungen wie die TA Siedlungsabfall und geplante Verordnungen wie Reach fordern neue Ansätze. Durch die aktuelle Diskussion über die Getrennt- oder Gemischtsammlung bei den Leichtverpackungen werden auch die Quoten für die stoffliche Verwertung wieder in Frage gestellt. Die anstehende Neuausrichtung des DSD führt zu einer Deregulierung der Märkte, die sowohl Chancen als auch Risiken für die Recycler birgt. So lässt die Kündigung des Vertrags mit der DKR viele Fragen offen.

Einen Teil dieser Fragen soll das Kunststoff- und Recycling-Kolloquium im September in Krefeld zum Thema haben. Fraunhofer Umsicht und die FKuR Kunststoff sind die Veranstalter.

Darüber hinaus werden für die Verwertung von technischen Kunststoffen aus den Stoffströmen im Geltungsbereich der Altautorichtlinie ELV und der Elektronikschrottrichtlinie WEEE die aktuellen Entwicklungen und Chancen aufgezeigt. Im technischen Teil der Veranstaltung stehen Lösungsansätze für das Recycling und Verwertung von Kunststoffteilen sowie technische Innovationen im Bereich Aufbereitung und Compoundierung im Vordergrund.

Die Veranstalter bieten Fachleuten die Möglichkeit, in Vorträgen innovative Anlagen- und Verfahrenstechniken des Kunststoff-Recyclings vorzustellen und zu den ökonomischen und ökologischen Auswirkungen der Gesetzgebung Stellung zu nehmen.

Preis für innovatives ­Recycling

Im Rahmen des 14. Kunststoff und Recycling Kolloquiums (15. bis 16. September 2005 in Krefeld) wird traditionell ein Preis für hervorragende Kunststoff-Recycling-Produkte verliehen. Der Preis wirbt für das prämierte Produkt, dessen Hersteller, die kunststoffverarbeitende Industrie und für den Wertstoff „Recycling-Kunststoff“.

Prämiert werden innovative Produkte, die die Recyclingidee konsequent umsetzen. Für die Preisvergabe relevant sind die verfahrenstechnischen Möglichkeiten sowie die Erkennung und Ausnutzung geeigneter Marktnischen. Ebenso zählen Produktgestaltung, Kreativität und Ästhetik zu den Auszeichnungskriterien der Jury.

Ein Teil der in diesem Beitrag verwendeten Information wurde beigestellt vom Informationsdienst http://www.plasticker.de. Hier finden sich auch weitere Fachartikel wie „PET-Recycling-Verfahren zur Wiederverwendung von PET in Lebensmittelkontakt-Applikationen“ und „Aus Alt mach Neu – Der Stand der Dinge im PVC-Recycling“.

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