Schneller mit 3D-Druck

Meinolf Droege,

Autarke Lieferketten durch additive Fertigung

Die aktuelle Krise offenbart die Schwächen einer global vernetzten Fertigung und deren Abhängigkeit von komplexen, weit gespannten Lieferketten. Anbieter im Umfeld des 3D-Drucks sehen ihre Technologie als Instrument, um unabhängig und handlungsfähig zu bleiben.

3D-Druck – eine Möglichkeit, sich bei einigen Produkten unabhängig von verzweigten Lieferketten zu machen. © CT

Das Automatisieren des Workflow vom CAD-System bis zum fertigen Bauteil soll Prüfung, Reparatur, Vorbereitung und Druck exakter 3D-Modelle effizienter machen. Neben einem neuen Texturen-Modul bietet die 4D Additive Software Reparatur-Funktionen, automatisierte Bauteil-Ausrichtung, Nesting-Funktionen mit Multiprozessorberechnung sowie Analyse-Funktionen zur Bauteiloptimierung. Für den Leichtbau bietet die Software Funktionen zum Aushöhlen und Auffüllen der Bauteile mit Lattice-Strukturen.

Für Unternehmen empfiehlt sich die Praxis-Prüfung, welches Potenzial der 3D-Druck im Fertigungsprozess birgt, um autark und flexibel zu handeln. Bereits in der Konstruktionsphase bietet die neue Technologie Aspekte wie Funktionsintegration und integrale Bauweise durch das Zusammenfassen von Baugruppen sowie materialsparenden Leichtbau. Die Herausforderung besteht darin, die für das neue Herstellungsverfahren geeigneten Bauteile und Komponenten zu identifizieren und automatisiert aus dem Datenbestand von 3D-Modellen herauszufiltern. Dazu hat Coretechnologie den Partfinder als Suchmaschine zur Klassifizierung von Bauteilen auf Basis geometrischer Eigenschaften der CAD-Modelle entwickelt. Die Suche basiert auf dem Auslesen aller Informationen aus der CAD-Datei sowie der Analyse der Geometrie, Konstruktionshistorie, Bemaßungen, Attribute und Toleranzen.

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Der Aspekt der Unabhängigkeit im Zusammenhang mit Additive Manufacturing wurde von der Industrie in jüngster Vergangenheit als weniger relevant eingeschätzt, denn die Globalisierung schien unaufhaltsam auf dem Vormarsch und die globale Vernetzung und deren Transportwege unverwundbar. Aktuell werden Unternehmen durch die Corona-Krise mit einer neuen Situation konfrontiert, in deren Folge „make or buy" in Zukunft nur eine Frage des Preises sein wird. Wenn man die momentane, womöglich replizierbare Situation zu Ende denkt, wird es für Unternehmen künftig wichtiger denn je, eine größere Fertigungstiefe, regionale Lieferketten und moderne Technologien wie die additive Fertigung verstärkt in Betracht zu ziehen.

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