Additive Fertigung

Katja Preydel,

Evonik: Technologiecenter für 3D-Druck in Texas

Das Spezialchemieunternehmen Evonik hat ein neues Technologiecenter für den 3D-Druck in Austin, Texas, eröffnet. Der US-amerikanische Standort wird innerhalb des weltweiten Innovationsnetzwerks des Unternehmens eine Schlüsselrolle in der Entwicklung neuer ready-to-use Materialien für Powder Bed Fusion spielen, die in der Structured Polymers Technologie hergestellt werden.  

Pulvermaterialien für Powder Bed Fusion

Evonik hat ein neues Technologiecenter für den 3D-Druck in Austin, Texas, eröffnet. © Evonik

Das neue Center für die Structured Polymers Technologie von Evonik umfasst ein anwendungstechnisches Labor mit 3D-Druckern und einem Verarbeitungsbereich, ein Forschungs- und Entwicklungslabor, Produktionsräume sowie dazugehörige Bürobereiche und Besprechungszimmer. Der Gebäudekomplex verfügt über moderne Luftabsauganlagen, entspricht höchsten Sicherheitsstandards und erfüllt geltende arbeitsplatzergonomische Normen.

„Das neue Technologiecenter setzt die Erfolgsgeschichte von Structured Polymers unter dem Dach von Evonik fort. Wir haben nun notwendige Rahmenbedingungen geschaffen, diese fortschrittliche Technologie zur Herstellung von 3D-druckfähigen Kunststoffpulvern am Markt zu etablieren“, sagt Thomas Große-Puppendahl, Leiter des Innovationswachstumsfeldes Additive Manufacturing bei Evonik.

Vikram Devarajan, Leiter des Technologiecenters für 3D-Druck in Austin, ergänzt: „Mit dem Ausbau unserer Kompetenzen in Nordamerika setzen wir ein wichtiges Zeichen gegenüber unseren Partnern in der Region, sie mit neuen technologischen Möglichkeiten in der Materialentwicklung quasi vor der Haustür unterstützen zu können.“

Anzeige

Übernahme Structured Polymers

Im Januar vergangenen Jahres übernahm das Spezialchemieunternehmen das US-amerikanische Start-up für 3D-Druckmaterialien Structured Polymers, nachdem sich der Konzern an dem Unternehmen bereits zwei Jahre zuvor über seinen Venture Capital Arm beteiligt hatte. Dadurch erhielt der Konzern den Zugang zu einer neuen patentierten Technologie mit dem erklärten Ziel, das bestehende Produktportfolio an speziellen Kunststoffpulvern für additive Fertigung zu erweitern. Bei Structured Polymers geht man von einem Polymergranulat aus, das über verschiedene Prozessschritte zu feinem Pulvermaterial verarbeitet wird. Dabei lassen sich Kunststoffpulver in kontrollierten Partikelgrößen mit einem Durchmesserbereich von 0,1 - 400 μm bei gleichzeitig sehr guten Materialeigenschaften herstellen.

Aus der Akquisition wurden Ende 2019 erste ready-to-use Pulvermaterialien dem Markt vorgestellt: zwei thermoplastische Elastomere auf Basis innovativer Copolyester für pulverbasierte 3D-Druck-Technologien. Beide Produkte weisen eine hohe Elastizität und Flexibilität bei gleichzeitig gutem Rückstellverhalten auf, bleiben nach dem Druckvorgang zäh und flexibel, ohne Kompromisse bei der Oberflächenqualität eingehen zu müssen und sind je nach Anwendung in weiß oder schwarz verfügbar.

Mehr als 20 Jahre Materialexpertise

Der Markt für 3D-Druck boomt mit zweistelligen Wachstumsraten. Darin sieht sich Evonik weltweit führend in der Herstellung von Polyamid 12-Pulvern (PA 12), die bereits seit über 20 Jahren in additiven Fertigungstechnologien zum Einsatz kommen. Neben Polyamid 12 oder Polyamid 613 gehören flexible PEBA-Pulver, Biomaterialien in GMP-Qualität für die Medizintechnik sowie eine ganze Reihe von Additiven und Komponenten wie Dispergiermittel, Fließverbesserer oder reaktive Modifikatoren und Nanokomposite zum Produktportfolio.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Digitalisierung

3D-Simulation in der Heißkanaltechnik

Die Spritzguss-Simulation gehört heute zur gängigen Praxis des Werkzeug- und Formenbaus. So können Schwachstellen erkannt und zudem festgestellt werden, welche Veränderungen sich positiv auf den gesamten Spritzgussprozess auswirken. Zuweilen wird...

mehr...

Hybrid-3D-Drucker

Vier Köpfe für ein Bauteil

Der Wizard 480+ von Aps Techsolutions ermöglicht dank einer neuen Druckkopftechnologie mit automatisiertem Werkzeugwechsler den Einsatz von bis zu vier Materialvarianten gleichzeitig in einem einzigen Fertigungsprozess. So können aus...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Sintratec

SLS-Systeme gehen nach Frankreich

Durch eine neue Partnerschaft mit dem französischen 3D-Druck-Spezialisten Kreos baut der Schweizer SLS-Hersteller Sintratec sein Vertriebsnetz in Westeuropa aus. Damit wird Kreos zum ersten Vertriebspartner für das Sintratec S2-System in Frankreich.

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Newsletter bestellen

Immer auf dem Laufenden mit dem Kunststoff Magazin Newsletter

Aktuelle Unternehmensnachrichten, Produktnews und Innovationen kostenfrei in Ihrer Mailbox.

AGB und Datenschutz gelesen und bestätigt.
Zur Startseite