Herausforderung Nachbearbeitung

Annina Schopen,

Automatisierte Nachbearbeitung additiv gefertigter Kunststoffteile

Bei Knaus Tabbert, einem Hersteller von Freizeitfahrzeugen, erfolgte das Entpulvern und Reinigen additiv gefertigter Kunststoffteile bisher manuell. Um Kosten und Zeit einzusparen, suchte das Unter- nehmen eine automatisierte Nachbearbeitungslösung und wurde bei AM Solutions fündig.

Knaus Tabbert nutzt den 3D-Druck einerseits für die Herstellung von Prototypen, andererseits werden mit dieser Technologie auch Serienkomponenten gefertigt. © Knaus Tabbert

Knaus Tabbert ist Hersteller von Freizeitfahrzeugen wie Reisemobile, Caravans und Kastenwagen mit Hauptsitz im niederbayerischen Jandelsbrunn. Hier kommen auch neue Fertigungstechnologien wie Additive Manufacturing (AM) zum Einsatz. „Wir nutzen den 3D-Druck einerseits für die Herstellung von Prototypen. Andererseits produzieren wir damit Serienkomponenten wie beispielsweise eine Halterung für eine Alarmanlage oder den Scharniermechanismus der ausschwenkbaren Duschkabine“, konkretisiert Mario Meszaros, Entwicklungskonstrukteur bei Knaus Tabbert.

Das Entpulvern und Reinigen von im pulverbettbasierten Druckverfahren hergestellten Teilen aus PA 12 erfolgte bisher manuell in einer Handstrahlkabine. Da diese Art der Nachbearbeitung jedoch nicht nur sehr zeit- und personalintensiv war, sondern auch die Ergebnisse und deren Reproduzierbarkeit nicht optimal waren, wurde eine automatisierte Alternative gesucht.

Nach Tests mit unterschiedlichen Teilen im Customer Experience Center von AM Solutions, die auf Nachbearbeitungslösungen für additiv gefertigte Teile spezialisierte Marke der Rösler-Gruppe, fiel die Wahl auf die S1. Die Strahlanlage wurde speziell für die Nachbearbeitung pulverbettbasiert gefertigter Kunststoffteile entwickelt. Die Plug-and-Play-Maschine ermöglicht, dass durch einen einfachen Wechsel des Strahlmittels von Glasperlen auf beispielsweise Kunststoffkugeln sowohl Entpulverungs- als auch Oberflächenfinish-Prozesse wie Glätten und Homogenisieren in nur einer Anlage zeit- und kostensparend durchgeführt werden können.

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Für die automatisierte Chargenbearbeitung verfügt die S1 über einen Drehkorb, der während der Bearbeitung rotiert und sich ergonomisch be- und entladen lässt. Dabei verbleibt dieser komplett in der Anlage. Dies minimiert in Kombination mit einem speziellen Türsystem Verunreinigungen der direkten Umgebung mit Pulver. Mittels Steuerung kann einfach und schnell, und somit ohne Umbau- oder Umrüstarbeiten, auf manuellen Betrieb umgestellt werden. „Dass sich immer mehr Unternehmen aus verschiedensten Branchen für die S1 als Nachbearbeitungslösung entscheiden, ist für uns eine Bestätigung. Es zeigt, dass wir mit unseren Produkten für das 3D-Post-Processing genau den Anforderungen des Marktes entsprechen“, merkt Manuel Laux, Leiter AM Solutions, an.

Optimales Reinigungsergebnis und schnelle Amortisation

„Es war beeindruckend, wie sauber und frei von Pulverresten die Teile aus der Anlage kamen, und das bereits nach einer vergleichsweise sehr kurzen Bearbeitungszeit“, berichtet Mario Meszaros. „Ich habe auf dieser Basis eine Amortisationsberechnung durchgeführt. Das Ergebnis hat auch unsere Geschäftsleitung überzeugt: Selbst wenn wir nur drei Druckjobs pro Woche in der Anlage nachbearbeiten, ist der Return on Investment bereits nach rund zwei Jahren erreicht. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Menge der additiv gefertigten Komponenten deutlich zunehmen wird und sich die Maschine somit deutlich früher amortisiert.“

Hervorgehoben wird außerdem die serienmäßig integrierte, automatische Überwachung und Speicherung relevanter Prozessparameter sowie die integrierte Strahlmittelaufbereitung. Ein weiterer Pluspunkt sei die explosionsgeschützte Ausführung der Strahlanlage mit ATEX-konformen Motoren und Ventilen.

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