2-in-1-Anlage im 3D-Druck

Annina Schopen,

Nachbearbeitung als Plug-and-play-Lösung

Um seine Nachbearbeitungsprozesse zu optimieren, entschied sich das auf 3D-Druck spezialisierte Unternehmen Prototec für den Einsatz der neuen S1-Anlage von AM Solutions.

Reinigungsleistung der S1: links die Teile vor der Bearbeitung und rechts das Ergebnis. © Prototec

Die Firma Prototec mit Sitz im nordrhein-westfälischen Attendorn gilt als eines der ersten und ältesten 3D-Druck-Unternehmen auf dem deutschen Markt. Für seine Kunden aus allen Industriebereichen fertigt es in unterschiedlichen Druckverfahren individuelle Lösungen – vom Prototyp über Konzept-, Design- und Funktionsmodelle bis hin zu Kleinserien und Serien im Kunststoff- und Metallbereich.

„Der Trend im 3D-Druck geht, neben dem bekannten Rapid Prototyping, immer mehr in Richtung Serienfertigung. Um unseren Kunden wirtschaftliche Lösungen auch in diesem Bereich anbieten zu können, investieren wir aktuell in mehrere neue 3D-Druck- und Post-Processing-Technologien“, erläutert Geschäftsführer Torsten Wolschendorf. Unter anderem bot das Post Processing im SLS-Bereich hierfür großes Potenzial und leistet einen entscheidenden Beitrag zur hohen Qualität und Wirtschaftlichkeit der Erzeugnisse. „Mit AM Solutions fanden wir schließlich den richtigen Partner, mit einer technisch und wirtschaftlich interessanten Lösung.“

Für die Reinigung und Oberflächenbearbeitung der Druckerzeugnisse im SLS-Verfahren ist bei Prototec seit Juli 2021 eine S1-Anlage von AM Solutions im Einsatz. „Beeindruckt und überzeugt hat mich vor allem die große Flexibilität der S1“, erklärt Wolschendorf. Die smarte Plug-and-play-Lösung setzt laut Hersteller neue Maßstäbe bei der Nachbearbeitung von pulverbettbasierenden Polymerdruckverfahren. Dabei vereinigt sie die Prozesse Entpulvern, Reinigen und Oberflächenfinish in nur einer Anlage. Je nach Bedarf könne das Strahlmittel schnell und einfach gewechselt werden, was sich in wenigen Minuten problemlos realisieren lasse.

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Torsten Wolschendorf an der S1-Anlage von AM Solutions. © Prototec

Durch die 2-in-1-Kombination entfallen die Investitionskosten und der Platzbedarf für eine zusätzliche Maschine. Bei Bedarf, beispielsweise bei der Bearbeitung von Sonder- oder Einzelteilen, könne die Anlage außerdem über die integrierte Steuerung auf den Handbetrieb umgestellt werden. Zeitaufwendige Umbau- oder Umrüstarbeiten, wie sie bei anderen Anlagen erforderlich seien, entfallen. Die Steuerung erfolgt über ein Full-Color-Display und bietet die Möglichkeit, bis zu 30 individuelle Programme zu speichern.

Hohe Reinigungsleistung spart Zeit

Die S1 ermöglicht ein automatisiertes und effektives Entfernen von überschüssigem Pulver nach dem Druckprozess. „Dabei ist die Reinigungsleistung der S1 so gut, dass wir uns im vorgelagerten Auspackprozess deutlich Zeit sparen“, so Wolschendorf. Als besonders vorteilhaft wird in diesem Zusammenhang die Strahlmittelaufbereitung hervorgehoben. Hier wird noch verwendbares Strahlmittel von verschlissenem Strahlmittel und abgestrahltem Pulver getrennt. Dies hat sowohl ein immer gleichbleibendes Strahlergebnis als auch eine erhöhte Filterstandzeit zur Folge.

Die Bearbeitung der Komponenten erfolgt in einem rotierenden und schwenkbaren Drehkorb. Durch eine gleichmäßige Rotation der Werkstücke beim Bearbeitungsprozess gewährleistet die Anlage ein oberflächenschonendes und reproduzierbares Strahlergebnis. Besonders zufrieden ist Torsten Wolschendorf mit der Zeitersparnis: „Durch den Einsatz der S1-Anlage sparen wir sehr viel Zeit. Früher haben wir beispielsweise für eine volle Beladung eines mittelgroßen Bauraums bei reiner Handstrahlung etwa 5 bis 8 Stunden gebraucht, heute benötigen wir für den gleichen Prozess, inklusive Auspacken, nur noch etwa eine Stunde.“

Kund:innenorientierte Entwicklung

An einigen Stellen wurde die S1-Anlage an die speziellen Anforderungen von Prototec angepasst. „Ich bin von der offenen und wertschätzenden Art von AM Solutions begeistert. Meine Anmerkungen und Wünsche wurden jederzeit ernstgenommen, auf Machbarkeit geprüft und gemeinsam haben wir am Ende eine optimale Lösung gefunden“, betont Wolschendorf.

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