Bauteile aus 3D-Druck

Annina Schopen,

Teilesortierung: Ein notwendiges Übel wird automatisiert

Digitalisierung und Künstliche Intelligenz treiben den technischen Fortschritt voran. Das Unternehmen Fit hat am Pilotprojekt KI Transfer Plus des Bayerischen Staatministeriums für Digitales teilgenommen mit einer Anwendung zur automatischen Identifizierung und Sortierung 3D-gedruckten Komponenten.

Handhabung der KI © Fit

Zur Förderung des bayerischen Mittelstands hat das Staatsministerium für Digitales das Modellprojekt KI Transfer Plus ins Leben gerufen, das regionale Unternehmen beim Einstieg in die Künstliche Intelligenz unterstützt. Nun hat Digitalministerin Judith Gerlach eine positive Zwischenbilanz gezogen. Die Fit AG, Fertigungsspezialist im Bereich des industriellen 3D-Drucks aus dem oberpfälzischen Lupburg, hat im Rahmen des Festakts ihre Anwendung einer automatischen Teileidentifizierung vorgestellt.

Teilesortierung – ein notwendiges Übel

Im Bereich des Selektiven Lasersinterns (SLS), einem der am stärksten gefragten 3D-Druck-Verfahren, werden aus Gründen der Produktionseffizienz möglichst viele Bauteile möglichst dicht in den dreidimensionalen Bauraum gepackt. Ein Baujob setzt sich in der Regel aus vielen verschiedenen Aufträgen zusammen. Nach dem Auspacken müssen die fertigen Teile verlässlich dem richtigen Einzelauftrag und Kunden zugeordnet werden. Dieser Abgleich zwischen digitalen Baujobdaten und fertigem Teil geschieht derzeit manuell und ist zeitaufwändig und mühsam – aber zugleich mit einer hohen Verantwortung verbunden. „Wir garantieren unseren Kunden Geheimhaltung“, erklärt Alex Bonke, Projektverantwortlicher bei FIT. „Die Zuordnung muss 100% fehlerfrei und zugleich zügig erfolgen.“

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Mit Computer Vision um einen Viertel-Arbeitstag schneller

Die KI-Anwendung wurde zusammen mit der Fakultät Informatik und Mathematik der OTH Regensburg entwickelt und liefert eine digitale Schnittstelle zwischen der digitalen Datenwelt und den realen Teilen, die den Zuordnungsprozess signifikant verbessern kann. Ein Einzelteil wird auf die Erfassungsfläche gelegt und automatisch von drei Kameras aus verschiedenen Perspektiven zugleich fotografiert. Die Software gleicht das Teil mit den digital vorliegenden Produktionsdaten ab und identifiziert es über ein neuronales Netz. Auftragsnummer und Nummer des Sortierkastens werden dann automatisch angezeigt. Jeder Sortiervorgang dauert drei Sekunden, so dass der Zeitbedarf für den gesamten Baujob genau kalkulierbar ist. „Im Schnitt können wir mit der KI einen Viertel-Arbeitstag einsparen. Das summiert sich und ermöglicht uns, kürzere Liefertermine zu kalkulieren und diese auch verlässlich einzuhalten“, betont Bonke.

Digitalministerin Judith Gerlach lässt sich die FIT-Anwendung erläutern © Fit

„Wir freuen uns, dass das Digitalministerium mit diesem Pilotprojekt auf uns zugekommen ist“ erklärt Carl Fruth, Gründer und CEO der FIT Additive Manufacturing Group. „Automatisierung ist ein wichtiger Fortschrittsmotor für die additive Fertigung. Letztlich profitieren sogar drei Seiten vom Einsatz der KI: Mitarbeitende werden von der anstrengenden Sortierarbeit entlastet, wir als Unternehmen sparen Zeit und Kosten, und die Kunden sind zufrieden, weil sie ihre Produkte schneller bekommen.“ Auch Digitalministerin Judith Gerlach erklärte beim Festakt, KI sei eine der Schlüsseltechnologien der Zukunft, für die sie die bayerische Wirtschaft fit machen wolle.

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