Übernahme für 2,4 Milliarden

Lanxess plant Übernahme von Chemtura

Der Spezialchemie-Konzern Lanxess plant, das US-amerikanische Unternehmens Chemtura, Hersteller von Flammschutz- und Schmierstoff-Additiven. Mit der größten Akquisition in seiner Geschichte will Lanxess das eigene Additiv-Portfolio ausbauen und in diesem Markt zu einem der größten Akteure wachsen.

Lanxess-CEO Matthias Zachert erwartet von der Chemtura-Übernahme bereits im ersten Jahr positive Einflüsse auf das Geschäftsergebnis. (Bild: Lanxess)

Beide Unternehmen haben einer Meldung zufolge eine Vereinbarung für die Übernahme unterzeichnet. Sie sieht vor, dass Chemtura-Aktionäre 33,50 US-Dollar je Aktie in bar erhalten. Das entspricht einer Prämie von 18,9 Prozent gemessen am Schlusskurs des 23. September 2016. Die Transaktion mit einem Unternehmenswert von rund 2,4 Milliarden Euro wird Lanxess vor allem über Unternehmens- und Hybridanleihen sowie aus liquiden Mitteln finanzieren. Die Transaktion wird voraussichtlich Mitte 2017 vollzogen. Sie unterliegt noch der Zustimmung der Chemtura-Aktionäre und der Kartellbehörden sowie weiteren für eine derartige Transaktion üblichen Bedingungen.

Chemtura meldet weltweit rund 2 500 Mitarbeiter und 20 Standorte in 11 Ländern. Hauptsitz ist Philadelphia/Pennsylvania. Der börsennotierte Konzern erzielte in den vergangenen vier Quartalen rund 1,5 Milliarden Euro Umsatz bei einem EBITDA vor Sondereinflüssen von etwa 245 Millionen Euro. Rund 45 Prozent des Umsatzes kamen aus Nordamerika. Neben den Additiven zählen auch Urethane und Organometalle zum Portfolio.

„Mit dieser Akquisition formen wir einen Champion auf dem Gebiet der Additivchemie und stärken unser profitables Portfolio“, sagte Matthias Zachert, Vorsitzender des Vorstands der Lanxess AG. Die Übernahme werde sich bereits im ersten Geschäftsjahr positiv auf das Ergebnis je Aktie von Lanxess auswirken. Die erwarteten Synergie-Effekte aus der Transaktion betragen rund 100 Millionen Euro.

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Flammschutz- und Schmierstoffadditive

Die beiden Additiv-Bereiche von Chemtura bilden die Hauptsäulen des Unternehmens. Darin enthalten sind brombasierte Flammschutzadditive, Brom und weiteren Brom-Derivate. Nach Abschluss der Transaktion sollen diese zusammen mit dem Lanxess-Geschäftsbereich Rhein Chemie Additives (ADD) das neue Segment „Performance Additives“ bilden. ADD biete schon heute eine breite Palette an Spezialadditiven und Serviceprodukten für die Kunststoff-, Kautschuk-, Schmierstoff- und Farbenproduktion, darunter phosphorbasierte Flammschutzadditive, und beschäftige weltweit etwa 1 600 Mitarbeiter an über 20 Standorten.

Neue Geschäftsfelder Urethane und Organometalle

Chemturas Geschäftsbereich Urethane liefert Heißgieß-Prepolymeren und von speziellen, wässrigen Urethan-Dispersionen sowie Polyester-Polyolen. Dabei handelt es sich um Komponenten für spezielle Polyurethane, die vor allem in der Bau-, Bergbau-, Öl-/Gas-, Sport- und Elektronikindustrie zum Einsatz kommen. Das Geschäft mit Urethanen werde bei Lanxess in das Segment High Performance Materials integriert.

Auch bei den Organometallen zähle Chemtura zu den großen Anbietern. Organometalle sind chemische Verbindungen, die unter anderem als Katalysatoren in der Polymer-Produktion oder zur Synthese von Feinchemikalien und Pharmazeutika verwendet werden. Dieses Geschäft werde künftig im Lanxess-Geschäftsbereich Advanced Industrial Intermediates geführt.

Lanxess meldete für 2015 etwa 7,9 Milliarden Euro Umsatz und aktuell etwa 16 700 Mitarbeiter in 29 Ländern sowie derzeit an 55 Produktionsstandorte. Das Kerngeschäft bilden Entwicklung, Herstellung und Vertrieb chemischer Zwischenprodukte Spezialchemikalien und Kunststoffe. Mit Arlanxeo, einem Gemeinschaftsunternehmen mit Saudi Aramco, ist Lanxess zudem Anbieter für synthetischen Kautschuk.

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