PTFE-Pulver

PTFE-Micropulver für günstige Eigenschaften

PTFE-Micropulver bewirken als Additive in Kunststoffen erheblich bessere Antihaft- und Gleiteigenschaften sowie hohe chemische Beständigkeit. Demnächst soll das Recycling attraktiver werden.

PTFE-Micropulver bewirken als Additive in Kunststoffen erheblich bessere Antihaft- und Gleiteigenschaften sowie hohe chemische Beständigkeit.

Das Molekulargewicht von Polytetrafluorethylen (PTFE) Micropulver ist etwa 100 Mal niedriger als das der bekannten PTFE-Typen. Damit ist dieses Pulver zwar nicht für normales Formpressen oder Sintern geeignet, da die fertigen Formteile keine mechanische Festigkeit aufweisen würden. Das niedrige Molekulargewicht erlaubt jedoch eine gleichmäßige Verteilung des Pulvers im Matrix-Werkstoff und verleiht ihm so die jeweils erwünschten Eigenschaften. Probleme wie Fibrillieren bei der Fertigung von Kunststoffen oder Schwierigkeiten beim Abbau pulverisierter Partikel sollen damit nicht auftreten.

Zahlreiche Anwendungen von PTFE Micropulver haben in Thermoplasten, Elastomeren und Thermosets Verschleiß, Reibung, Trockenlauf, Antihaft- und Stick-Slip- Eigenschaften verbessert. In Ölen und Fetten wirken sie sich positiv auf Schmier- und Notlaufeigenschaften aus, vor allem bei hohen Druckbelastungen und Temperaturen.

Die Micropulver, die Dyneon in vier Varianten anbietet, verfügen laut Anbieter neben ihren Antihaft- und Gleiteigenschaften über eine nahezu universelle chemische Beständigkeit. Sie seien im Temperaturbereich von –190 Grad Celsius bis 260 Grad Celsius dauerhaft einsetzbar. Sie zeigen demnach keine Versprödung oder Alterung und seien unter normalen Bedingungen nicht brennbar. Zudem weisen sie eine hohe Resistenz gegen Witterungseinflüsse, besonders gegen UV-Bestrahlung auf und bieten gute Isolierungseigenschaften.

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Mussten PTFE-Abfälle bisher verbrannt oder auf Sonderdeponien teuer entsorgt werden, können sie künftig recycelt werden. Derzeit baut Dyneon mit Unterstützung des Bundesumweltministeriums und in Zusammenarbeit mit der Uni Bayreuth eine Pilotanlage. In deren Reaktor sollen die Abfälle erhitzt, in ihre Ausgangsmonomere gespalten, gereinigt und dann ohne Qualitätsverlust wieder zu hochwertigem PTFE zusammengefügt werden.

Das Potenzial für den Natur- und Umweltschutz sei hoch: Geschätzt wird, dass bei der Verarbeitung von PTFE in Europa pro Jahr zurzeit bis 5000 Tonnen PTFE Abfall entstehen. Bei erfolgreichem Projektverlauf könne mit der Pilotanlage rund 2500 Tonnen Chlor eingespart sowie 5000 Tonnen CO 2

-Emissionen und 5000 Tonnen Abfallsäure vermieden werden. Zusätzlich trage das Projekt dazu bei, Ressourcen wie Flussspat einzusparen.

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