Automatisierungslösungen von Kiefel

Annina Schopen,

Automation für jeden Produktionsschritt

Auf den Maschinen von Kiefel entstehen entsprechend der Unternehmenssparten Packaging, Medical und Appliance verschiedene Verpackungen für den Food- und Non-Food-Bereich, medizinische Beutel sowie Tür- und Innenbehälter von Kühlschränken. Das Unternehmen setzt dabei auf Automatisierungslösungen, die seit der Pandemie gefragter denn je sind.

Die Kippmaschine KTR 5.2 bietet Automatisierungslösungen, z. B. zum Stapeln, Verpacken oder zur Verwertung der Folienreste. © Kiefel

Intelligente Lösungen und Automatisierung seien Standard im modernen, zukunftsorientierten Maschinenbau, sagt Benedikt Blaimschein, Technical Manager bei Kiefel: „Deshalb arbeiten wir daran, sie stetig zu optimieren und sie noch energieeffizienter, leistungsfähiger sowie ressourcenschonender zu gestalten.“

Das Unternehmen für Thermoformen und Fügetechnik mit Hauptsitz im oberbayrischen Freilassing hat darin bereits viel Erfahrung: Seit über 60 Jahren entwickelt Kiefel automatisierte Maschinen für die Verarbeitung von klassischen, biobasierten oder recycelten Kunstststoffen, seit knapp drei Jahren auch für die Verarbeitung nachwachsender Naturfasern. Auf den Maschinen von Kiefel entstehen passend zu den drei Unternehmenssparten Packaging, Medical und Appliance verschiedene Verpackungen für den Food- und Non-Food-Bereich, medizinische Beutel sowie Tür- und Innenbehälter von Kühlschränken. Die Erzeugung großer Stückzahlen von gleichbleibend hoher Qualität sind in all diesen Segmenten wesentliche Errungenschaften der hauseigenen Automatisierung, begleitet durch Sensorik- und Robotiklösungen.

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Der Bedarf nach Automatisierung steigt weiter

„Durch die Pandemie hat die Automatisierung noch mehr Zuspruch erhalten, da die Hygieneanforderungen an den Produktionsprozess weiter gestiegen sind. Mögliche Verunreinigungen, die durch manuelle Schritte entstehen könnten, werden ausgeschlossen”, ergänzt Blaimschein. „Darüber hinaus verschärft sich sowohl in Europa als auch in den USA die Arbeitsmarktsituation – vielen Unternehmen fehlt das Personal, um die Maschinen zu bedienen. Unsere Automatisierungslösungen ermöglichen deshalb maximale Maschinenlaufzeiten bei minimaler Manpower.“

Entwickelt werden die Automatisierungslösungen vor allem in Micheldorf, dem österreichischen Standort von Kiefel sowie in Freilassing. Ein hochqualifiziertes Team setzt die Automation für jeden Produktionsschritt von Verpackungen um: vom Abrollen und Aufheizen der Kunststofffolie über das Stapeln der Produkte bis zur Palettierung der fertig verpackten Einheiten inklusive Qualitätskontrolle. Sogar Möglichkeiten zur Abfallentsorgung beziehungsweise zum Recycling sind adaptierbar: Industrielle Folienabfälle können direkt für die weitere Verarbeitung zerkleinert oder als Restgitterrolle aufgewickelt werden. Das Besondere bei all dem – die Automatisierungseinheiten von Kiefel können nicht nur reibungslos in die unternehmenseigenen Bandstahl- oder Kippmaschinen integriert werden. Sondern sie können darüber hinaus auch an Maschinen anderer Hersteller angeschlossen werden. Kunden müssen ihre bestehenden Anlagen somit nicht zwingend vollständig ersetzen, sondern können sie nachrüsten. Dies ist so attraktiv, dass bereits rund die Hälfte der Kiefel-Automationen an Wettbewerbsanlagen verbaut werden.

Effizientes Verpacken

Die Automatisierungslösung Speedpacker sorgt beispielsweise dafür, dass eine Person mehrere Maschinen gleichzeitig bedienen kann. Integriert man sie in Kiefels aktuelle Tiefziehmaschinengeneration Speedformer KMD 78.2, die mit einer Produktionsgeschwindigkeit von bis zu 50 Zyklen pro Minute Schalen aus (recyceltem) PET, PP, PS, PE oder PLA herstellen kann, verschafft die Lösung dem Bediener nämlich Zeit: Die produzierten Schalen werden in der KMD gestapelt und danach auf dem Förderband des Speedpackers kompakt in mehreren Stangen und Reihen angesammelt, bis die ideale Menge zum effizienten Verpacken erreicht ist. Die Pufferzeit ist so eingestellt, dass parallel eine andere Maschine entladen werden kann. Durch die ergonomische Arbeitshöhe der Entnahmevorrichtung gehören Podeste mit Absturzsicherung für die Maschinenbediener der Vergangenheit an.

Mit dem Automatisierungsmodul Speedpadder können im Produktionsprozess Pads aus Noppen- oder Vliesfolie zugeschnitten und automatisch in das Tray eingelegt oder geklebt werden. Eine Anforderung, die inbesondere bei Schalen für Lebensmittel wie Fleisch oder Früchten gegeben ist, um eine längere Haltbarkeit zu erreichen.

Neue Stapellösung

Die automatisierte Natureformer-KFT-Serie umfasst bereits eine integrierte Stapellösung, auf Wunsch auch eine vollautomatisierte Stanzstation. © Siemens

Bei Kiefels Kippmaschinen der Speedformer-KTR-Serie, auf denen verschiedene Becher, vom Joghurtbecher über To-go-Cups bis hin zur Kaffeekapsel, hergestellt werden können, wurden insbesondere die Automatisierungslösungen zum Stapeln und Verpacken der Produkte bis in den Karton zur Perfektion gebracht. „Mit dem Speedstacker konnten wir kürzlich einen optimierten, bedienerfreundlicheren Nachfolger zu unserem bewährten Pick-up-Stacker mit integriertem, automatischen Kartonageverpacker kreieren, der noch dazu optimal auf die neuste Maschinengeneration KTR 5.2 ausgelegt ist“, betont Mehmed Handanagic, Sales Manager Automation bei Kiefel. „Die neu entwickelte Dreh-Wende-Einheit ermöglicht ein ‚Pick-up on the fly‘ und stellt somit eine reibungslose Übergabe der Produkte aus dem Werkzeug sicher. Durch die laufende Überarbeitung konnten wir außerdem die Zugänglichkeit für Formatteilwechsel und Wartung sowie das HMI stark verbessern.“ Funktionen wie ein Energie-Monitoring, die Verwendung neuster Servotechnik mit Zwischenkreisverbund und eine Umstellung von pneumatischen auf servo-motorischen Antrieb tragen zu einer höheren Energieeffizienz bei.

Auch in Kiefels neustem Geschäftsfeld, Komplettlösungen zur Herstellung von Verpackungen aus Naturfasern wie Zellstoff, Altpapier oder Pflanzenresten, spielt Automation eine wichtige Rolle. Die ohnehin stark automatisierte Natureformer-KFT-Serie umfasst bereits eine integrierte Stapellösung, auf Wunsch auch eine vollautomatisierte Stanzstation. Zudem kann die Linie um Automatisierungslösungen, wie Sortier- und Stapelfunktion mittels Flex-Picker, Sleeving-Station oder Automatisierung bis hin zum Verpacken in Kartons erweitert werden. In Zusammenarbeit mit Kiefel-Partnern können auch Laminier- und Qualitätskontrollsysteme integriert werden, ebenso wie Peripheriegeräte für Druck, Etikettierung oder ähnliche Zwischenschritte. Eingesetzt wurden sie bereits für die Produktion von Deckeln für Lebensmittelanwendungen, Pflanztöpfe, für Klappverpackungen und vieles mehr.

Die Zukunft ist noch modularer

Viele der erwähnten Automatisierungslösungen werden individuell auf die Kundenbedürfnisse angepasst. In diesem Jahr wird das Unternehmen einen noch stärkeren Fokus auf den Ausbau der Automatisierungslösungen legen. Zurzeit arbeitet Kiefel daran, komplett modulare Standardautomatisierungen nach einem Baukastenprinzip für die gängigsten Anwendungen aufzubauen. In Zukunft soll es damit ein noch umfangreicheres Sortiment separater Stationen geben: Ein Modul beispielsweise für das Umlegen der Schalen- oder Becherstangen in die Horizontale, damit sie leichter weiterbeförderbar sind. Einen Sleever, der die Produkte direkt kompakt zusammen in einen Kunststoffschlauch verpackt. Einen automatischen Verpacker, der die Produkte mittels Roboter lagen- oder stangenweise in Kleinkartons oder auch Großverpackungen verpackt. Und darüber hinaus auch Module, mit denen die gefüllten Kartons bei Bedarf noch mit Schutzbeuteln versehen, verschlossen, etikettiert und letztendlich palletiert werden können.

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