Prüf- und Produktionstechnik

Meinolf Droege,

Automatisierung für die Medizintechnik vorantreiben

Der Bedarf an Produkten für die medizinische Versorgung wird voraussichtlich weltweit steigen – von der Einwegspritze über Infusionssets bis zum Insulin-Pen. Jährlich werden Milliarden solcher Produkte unter hohen Sicherheitsauflagen gefertigt. Dafür bedarf es automatisierter Produktionsanlagen. Der Dürr-Konzern hat das Unternehmen Teamtechnik eingegliedert, um im Wachstumsmarkt Medtech schneller expandieren zu können.

Jährlich werden Milliarden Insulin-Pens unter hohen Sicherheitsauflagen gefertigt. © Ralf Grömminger

Der Markt für Anlagen zur Fertigung von Medizintechnikprodukten wächst laut Dürr jährlich im hohen einstelligen Prozentbereich. Für diesen Markt sei Teamtechnik gut aufgestellt. Mit der Teamed-Produktplattform decke das Unternehmen das Bedarfsspektrum der Kunden ab: Von der Einstiegsmaschine für Testzwecke bis zur leistungsfähigen Großserienanlage, in der parallel auf bis zu acht Produktionsspuren gefertigt wird. Enthalten sind beispielsweise Zuführ-, Dosier- und Prüftechnik, Handling-Systeme, Sensoren und Greifer, die auch feine Nadeln für Injektionssysteme exakt positionieren. Hinzu kommen optional zum Beispiel Laserschweiß-Stationen, Klebetechnik, Palettier- und Verpackungseinrichtungen oder Bildverarbeitungssysteme mit bis zu 15 Kameras, außerdem komplette Software-Pakete.

Die Anlagen montieren Produkte wie Inhalatoren, Einwegspritzen oder Aids-Tests. Rund 80 Einzelteile pro Minute sind als Richtwert angegeben. Nach jedem Montageschritt wird die Qualität automatisch überprüft. Oft werden Einwegartikel produziert, zum Beispiel sterile Infusionssets inklusive Schläuchen. Entsprechend hoch muss der Ausstoß der Anlagen sein. 50 Millionen Einheiten pro Anlage und Jahr seien keine Seltenheit. Es sei auch eine Anlage realisiert worden, die 260 Nasenspray-Systeme pro Minute montiert. Auch die Produktion von Eintages-Kontaktlinsen ist ein Geschäftsfeld. An den größten Kunden in diesem Bereich habe Teamtechnik mehrere Dutzend Anlagen geliefert. Sie haben eine Gesamtkapazität von einigen Milliarden Eintageslinsen pro Jahr.

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Teamtechnik verfügt über ein energieeffizientes Verfahren auf LED-Basis zum Aushärten zertifizierter Kleber für Glasspritzen. © Teamtechnik

Neben dem Geschäftsfeld Medtech wird auch in den Zukunftsmarkt Elektromobilität geliefert, beispielsweise Prüfanlagen für Elektroantriebe. Zum Kundenkreis gehören neue Hersteller von Elektroautos genauso wie etablierte Automobilkonzerne. Der Umsatz in diesem größten Geschäftsfeld beträgt laut Unternehmen rund 80 Millionen Euro. Anlagen für die Montage und Prüfung medizintechnischer Produkte sind der zweitgrößte Produktbereich. Sie trugen im Jahr 2020 knapp ein Drittel zum Umsatz von rund 140 Millionen Euro bei – Tendenz steigend. In den vergangenen Jahren ist das Geschäft gewachsen. Allein seit 2019 seien zehn Neukunden gewonnen worden, darunter namhafte Pharma- und Medizintechnikkonzerne.

Teamtechnik gehört seit Februar zum Dürr-Konzern, der 75 Prozent der Anteile an dem 1976 gegründeten Unternehmen erworben hat. Neben dem Hauptstandort in Freiberg befindet sich ein weiterer Standort im benachbarten Ludwigsburg. Zudem ist Teamtechnik in China und den USA mit Tochtergesellschaften direkt präsent.

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