Elektrische Vakuumgreifer

Schwere Güter automatisiert umsetzen und palettieren

Bis 20 Kilogramm lassen sich mit einem elektrischen Vakuumgreifer sicher handeln, auch bei porösen Oberflächen. Der Greifer ist mit Roboterarmen verschiedener Hersteller kompatibel. Er ermöglicht eine Vielzahl von Applikationen in Logistik und Verpackung unterschiedlicher Branchen.

Zupacken in der Produktion – verschiedene Greifaufgaben lassen sich kombiniert mit einem Greifer erledigen. © OnRobot

Platten, Profile, Tierfuttersäcke, Kartons – solche teils luftdurchlässigen, großen oder form-instabilen Güter sind für Roboter schwierig zu handhaben, da sie sich mit herkömmlichen Greifern kaum fassen lassen. Auf solche Anwendungen zielt OnRobot mit dem elektrischen Vakuumgreifer VGP20. Er soll Lasten bis 20 Kilogramm bewegen und finde auch auf porösen Oberflächen Halt.

Der neue Vakuumgreifer automatisiert Prozesse, für die traditionell pneumatische Greifer eingesetzt wurden – allerdings sei der Vakuumgreifer günstiger und unkomplizierter: Denn während pneumatische Greifer mit Druckluft funktionieren, läuft der VGP20 vollelektrisch und ist direkt nach dem Auspacken einsatzbereit. Er benötigt keine externen Schläuche, was die Wartungs- und Betriebskosten deutlich drücken soll.

Aufgabenspezifisch angepasst, lassen sich Greifer auch für besondere Aufgaben einsetzen. © OnRobot

Saugnäpfe und Luftzufuhr lassen sich an das jeweilige Werkstück und die Aufgabe anpassen. Zudem verfügt der Greifer über eine Mehrkanalfunktionalität, sodass er Objekte unterschiedlicher Form und Größe fassen kann. Damit wird seine Flexibilität den Ansprüchen schnelllebiger Produktions- und Logistikumgebungen gerecht. Zugleich sollen diese Lösungen intelligent genug konstruiert sein, um auch unregelmäßige Formen und poröse Oberflächen zu handhaben.

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Die integrierten Steuerungsmechanismen sowie eine einfach zu bedienende Software erlauben es Anwendern, den Luftstrom genauer zu steuern als bei herkömmlichen Vakuumgreifern. So können sie den Greifvorgang an unterschiedliche Anwendungsszenarien anpassen. Auf diese Weise kann der Greifer sowohl empfindliche, zerbrechliche Objekte wie Glühbirnen oder Glasflaschen als auch schwere Kartons handhaben.

Darüber hinaus bietet das System eine Einstellung, mit der sich der Luftstrom konstant überwachen lässt. Ist sie aktiviert und das Vakuum aus unbekanntem Grund aufgehoben wird, stoppt der Roboter seine Bewegung automatisch. Zugleich wird über ein Pop-up-Fenster in der Greifer-Software ein Alarm ausgespielt. So ist ein sicheres Verpacken und Palettieren gewährleistet.

Typische Aufgabe in der Logistik ist das Handeln form-instabiler Güter. Die Greifer sind kompatibel zu den Greiferarmen der meisten Roboteranbieter. © OnRobot

Tätigkeiten wie Palettieren, die am Ende der Produktionslinie stehen, sind arbeitsintensiv und teuer. Das Unternehmen Conveyco gibt in einer Untersuchung an, dass die Arbeitskosten im Durchschnitt 65 Prozent des Betriebsbudgets einer Lagereinrichtung ausmachen. Damit stellen sie die Gesamtkosten für Versorgungsleistungen, Steuern, Vertrieb und Miete in den Schatten. Allein aus diesem Grund lohnt sich Automatisierung. Dementsprechend, so das Marktforschungsinstitut FMI, ist der Einsatz automatisierter Palettierlösungen in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie seit 2017 weltweit jährlich um durchschnittlich 13 Prozent gewachsen.

Ein weiterer Grund, weshalb sich Automatisierung in diesem Bereich lohnt, sind die steigenden Kosten für Verpackungsmaterial: Der Preis für Kartons ist seit 2010 teils drastisch gestiegen. Angesichts des anhaltenden eCommerce-Booms ist eine weiter steigende Nachfrage zu erwarten, weshalb Händler nach günstigeren Optionen für Verpackungsmaterial suchen. Dünnere, porösere Kartons und Verpackungstüten sind jedoch eine Herausforderung für herkömmliche Automatisierungslösungen. Der leistungsstarke, individuell anpassbare VGP20 soll auch mit den günstigeren Alternativen zurechtkommen.

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