Firmenkooperation mit Spezialwissen

Kunststoff-Leichtbau am Roboter

Wie mit modernem Kunststoff-Leichtbau und smarten mechatronischen Lösungen der Mini-Transportroboter Sally für verschiedene neue Anwendungen „industriefit“ gemacht wurde, zeigte ein Kooperationsprojekt des Kunststoff- und Mechatronik-Clusters in Österreich. Das von drei Unternehmen gemeinsam mit einem Produktdesigner entwickelte Lastaufnahmesystem für den Miniroboter ist mittlerweile für den Transport von Sterilgut erfolgreich in Dänemark im Einsatz.

Das flexible Transportsystem Sally – links mit einem Waschaufsatz, rechts mit einem Sterilgutbehälter. © DS Automotion

Der Markt für Mini-Transportroboter boomt. Das Grundmodul des fahrerlosen Transportfahrzeugs wurde von DS Automotion in Linz in Oberösterreich entwickelt. „Für Lasten bis rund 100 Kilogramm lässt sich Sally nun mit verschiedenen Aufbauten flexibel an unterschiedliche Transportaufgaben anpassen“, sagt Projektleiter Wolfgang König von DS Automotion. Das neue Lastaufnahmesystem entspricht allen internationalen Industriestandards und auch strengsten Hygieneanforderungen. So ist der Roboter beispielsweise auch für den Einsatz in Krankenhäusern geeignet.

Leichtbau schafft Wettbewerbsvorteil
Die neu entwickelten, serientauglichen Aufbauten für das vorhandene Grundmodul mussten einerseits sehr leicht, gleichzeitig aber sehr stabil sein. „Das so erzielte größtmögliche Gewichtsaufnahmevermögen, besseres Fahrverhalten und höhere Geschwindigkeiten sind entscheidende Wettbewerbsvorteile“, erklärt Wolfgang König. Mit dem Know-how und den Erfahrungen der Kutec Kunststofftechnik sei es gelungen, die technischen und hygienischen Anforderungen optimal und gleichzeitig ästhetisch ansprechend zu lösen. „Dank der Integration des Produktdesigners Weiermayer Industrial Design in die Projektgruppe und mit Einsatz moderner Kunststofftechnik haben wir innerhalb kurzer Zeit das Produkt zur Serienreife entwickelt“, zeigt sie Wolfgang König zufrieden.

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Mit den im Projekt gefertigten ersten Prototyp-Aufbauten war es möglich, verschiedene Sensoren zu testen und so für Transportgut mit unterschiedlichen Geometrien und Materialien eine optimale Lösung zu finden – also ein möglichst breites Messfeld bei entsprechender Genauigkeit. Eine dazu neu entwickelte Betriebssoftware ergänzt das System.

System für unterschiedliche Güter
Herausfordernd war auch die Entwicklung der Transport- und Antriebssysteme für das Be- und Entladen. In einem aufwendigen Testprogramm wurden Anwendungsfälle in Dauerlast- und Extrembereichen evaluiert – über 150 Stunden im Werk und vor Ort beim Kunden. Verschiedene Transport-Komponenten wie Antrieb, Getriebeübersetzung oder Fördertypen wie Gurtförderer, Rollenbahn oder Bandförderer wurden in Hinblick auf Geräuschentwicklung, Verschleiß und Reinigungsmöglichkeit bzw. Hygiene untersucht und so die optimalste Lösung gefunden. Die Klatt Fördertechnik brachte ihr spezielles Wissen in diesem Bereich ein.


Über „Sally“
Unter dem Namen Sally wurde ein Mini-Roboter für Lasten bis etwa 100 Kilogramm entwickelt. Er kann mit mechatronischen Schnittstellen und individuell gefertigter Aufbauten unterschiedlichen Transportaufgaben angepasst werden. Die Einheit navigiert per SLAM-Technologie.

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