Handling Funktionen integrieren

Spritzgießen mit vernetzter Peripherie

Das Verringern der Stellfläche von Spritzgießmaschinen und Fertigungszellen wirkt sich in der Vollkostenrechnung günstig auf die Stückkosten aus. Mit möglichst enger Integration zusätzlicher Funktionen lässt sich der Spritzgießbetrieb wirtschaftlicher gestalten.

Die Integration mehrerer Funktionen – hier unter dem Namen Insider-Zellen – senkt den Platzbedarf in der Produktion. © Wittmann Battenfeld

Im März 2019 hat das Unternehmen Bilora in Radevormwald zwei servohydraulische Spritzgießmaschinen des Typs Smartpower von Wittmann Battenfeld mit 600 und 900 Kilonewton Schließkraft installiert – beide Typen als Insider-Versionen. In der Insider-Zelle ist das Handling der Formteile inklusive Transferband integriert. Außerdem ist bei dieser Variante die Schutzeinhausung fest mit der Maschine verbunden. Verglichen mit konventionellen Anlagen, sollen diese Maßnahmen die notwendige Stellfläche der Arbeitszelle um bis zu 50 Prozent reduzieren. Damit ergebe sich ein gutes Verhältnis zwischen Werkzeugraum, Schließkraft und Einspritzaggregaten, die CE-Konformität ohne Erfordernis weiterer Schutzmaßnahmen außerhalb der Maschine, die Vollintegration der Roboter und nicht zuletzt die hohe Bedienerfreundlichkeit.

Teileablage mit per Roboter auf dem integrierten Förderband. © Wittmann Battenfeld

Ein großer Teil der Spritzgießteile wird weiterverarbeitet: Es folgt das Bedrucken im Tampon- und Siebdruckverfahren, die Montage von Baugruppen (je nach Kundenanforderung auch mit entsprechender Funktionsprüfung) oder das Verpacken in regalfähige Verkaufsverpackungen. Kunststoffteile für den Maschinenbau werden häufig mechanisch nachgearbeitet, da geringe Stückzahlen die Investition in aufwändige Werkzeuge nicht rechtfertigen. Der Einsatz von ERP- und MES-Systemen garantiert eine lückenlose Nachverfolgung der einzelnen Chargen.

Anzeige
In Insider-Zellen integrierte Wittmann Temperiergeräte. © Wittmann Battenfeld)

Die Zusammenarbeit mit Wittmann Battenfeld begann vor einigen Jahren mit der Installierung spezieller Entnahmetechnik. Bilora investierte in verschiedene Wittmann Robot-Systeme der Baureihen W8 und W9, mit denen bestehende Spritzgießmaschinen nachgerüstet wurden. Bilora baut Entnahmegreifer mit Sicherheitsabfragen und zusätzlichen Funktionen selbst. Die einfach durchzuführende Anbindung und die Überwachung der Entnahmegreifer durch die Roboter-Steuerung gewährleisten laut Maschinenanbieter die umfassende Nutzung der vorhandenen Möglichkeiten. Im nächsten Schritt folgte der Einsatz von Wittmann Temperiergeräten in Ein- und Zweikreisausführung sowie die Anschaffung von Drymax-Trocknern und Dosimax-Dosiergeräten.


Der Anwender
Die Wurzeln von Bilora liegen in der 1909 gegründeten Metallwarenfabrik Kürbi und Niggeloh in Barmen-Rittershausen. Gefertigt wurden damals Rohrstative, Pendelleuchten, Notenständer und andere Metallprodukte. Der heutige Firmensitz in Radevormwald wurde 1911 errichtet. Der große Durchbruch gelang dem Unternehmen 1935 mit der Produktion von Fotokameras.

Seit 1961 wird auch die Spritzgießtechnik betrieben. 1994 wurde das Unternehmen Kürbi und Niggeloh Bilora GmbH gegründet, das ausschließlich Kunststoffartikel produzierte. 2016 wurde umfirmiert in Bilora Kunststofftechnik GmbH.

Heute produziert Bilora Klein- und Großserien verschiedener technischer Kunststoffteile im 1- und 2-Komponentenspritzguss. Im Einsatz sind laut Unternehmen 40 Spritzgießmaschinen mit Schließkräften zwischen 150 und 2000 Kilonewton. Auch Metall-Kunststoff-Verbindungen sind Teil des Produktspektrums.
http://www.bilora.com

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Vielseitiges Halbzeug

Magnetgummi für 2D-Formteile

Magnetgummi steht als flexibel einsetzbares Halbzeug zur Herstellung von Bauelementen mit magnetischen Eigenschaften zur Verfügung. Es handelt sich um ein elastisches Polymer mit anisotropem Gefüge, das mit Strontiumferritpulver angereichert ist.

mehr...