Kunststoffe im Automobilbau

Lanxess intensiviert ­Blasformaktivitäten

Kunststoffanbieter Lanxess sieht vielfältige Anwendungsmöglichkeiten für blasgeformte Bauteile aus technischen Kunststoffen im Automobil. Im Luftmanagement von Verbrennungsmotoren gebe es einen steigenden Bedarf blasgeformter Ladeluftrohre. Vor allem der asiatische Raum sei ein großer Wachstumsmarkt, weil dort der Marktanteil aufgeladener Motoren noch vergleichsweise gering ist. Zum anderen steige die Zahl erdgasbetriebener Fahrzeuge kontinuierlich, und die Brennstoffzellentechnologie kündige sich als neue Wachstumstechnologie an. Für komprimiertes Erdgas sind bereits blasgeformte Liner aus Polyamid in den Tanks im Einsatz. Für Wasserstoff seien sie ebenfalls gut geeignet.

Technische Blasformteile setzt vor allem der Automobilbau ein. © Lanxess

Diese Trends seien für den Geschäftsbereich High Performance Materials (HPM) der Anlass gewesen, ein globales Team zur Entwicklung von Blasformmaterialien und deren Anwendungen in modernen Antriebssträngen einzurichten und im Technikum am Standort Dormagen eine Extrusionsblasformanlage von Kautex in Betrieb zu nehmen. Das soll das gute Verarbeitungsverhalten der Blow Molding-Materialtypen sicherstellen. Kunden sollen vom damit aufgebauten Prozess- und Verarbeitungs-Know-how profitieren.

Zur Anlage gehören zwei Werkzeuge, mit denen seriennahe Bauteile hergestellt werden können. Ein Werkzeug zielt vor allem auf luftführende Komponenten von Verbrennungsmotoren wie Ladeluftrohre oder Reinluftleitungen. Mit ihm lassen sich mehrfach gekrümmte Rohre mit variierenden Durchmessern und ovalen Querschnitten bis 630 Millimeter Länge im Saugblasformen fertigen. Auch Reinluftleitungen mit integrierten Faltenbälgen sind herstellbar. Das zweite Werkzeug ist hauptsächlich für das Blasformen von Linern für Hochdrucktanks von wasserstoff- oder erdgasbetriebenen Fahrzeugen vorgesehen. In einem flachen Kavitätsbereich lassen sich außerdem Probekörper zur Ermittlung von Materialkennwerten produzieren.

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Auch im Bereich der virtuellen Auslegungsmethoden baut Lanxess seine Expertise aus. Mit Simulation des Blasformprozesses biete HPM-Kunden künftig Unterstützung bei der Auslegung ihrer Prozesse an, um deren Effizienz zu erhöhen. Als Teil eines internationalen Konsortiums will das Unternehmen außerdem die Entwicklung von Simulationssoftware für das Saugblasformen vorantreiben.

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