Automatisierung

Kunststoff-Sintern für die Serie

Das üblicherweise im Prototypenbau und für Nullserien eingesetzte Verfahren des Kunststoffsinterns kann auch für die Produktion größerer Serien eine attraktive Alternative sein.

In Leuven, dem belgischen Hauptsitz der Firma Materialise, hat die kommerzielle Produktion von Designerlampen auf Kunststoff-Laser-Sinter-Anlagen begonnen. Das Verfahren wurde zu einer Technologie für die Losgrößen-angepasste Fertigung weiter entwickelt, um auch Endprodukte und Ersatzteile in größerem Stückzahlen fertigen zu können.

Laser-Sintern lässt Produkte direkt aus CAD Daten entstehen – und kommt dabei ohne Werkzeuge und Formen aus. Ein großer Vorteil der Technologie ist ihr Potenzial zur kundenindividuellen Produktion. Die Lampen können in kundenindividuellen Designs angefertigt werden. Bei Änderungen wird lediglich der virtuelle Datensatz angepasst. Die Daten werden dann an eine Anlage zum Kunststoff-Laser-Sintern geschickt. Der Anwender setzt dazu zwei Anlagen ein. Eine ist in der Lage, Bauteile mit Abmessungen bis 700 × 380 × 580 Millimeter zu produzieren – das entspricht einer Diagonale von mehr als einem Meter. Produzierbar sind auch Geometrien, die mit konventionellen Verfahren nicht oder jedenfalls nicht wirtschaftlich realisierbar sind.

Der Lampenhersteller hat bereits in der Vergangenheit mit anderen Rapid-Prototyping-Verfahren wie dem Thermojet Printing zur Produktion von Feingussmodellen experimentiert. Bei seinen Leuchtobjekten ist jedoch die Lichtdurchlässigkeit entscheidend. Lasergesinterter Kunststoff hat sich hier als idealer Werkstoff erwiesen. Eingesetzt wird üblicherweise ein 50 µm-Polyamid Es sind Wandstärken von 0,5 Millimeter erreichbar, die robust genug für den praktischen Einsatz sind. Damit entfallen viele Nacharbeiten die zum einen kostenträchtig sind und zum anderen Kompromisse bei der Lichtübertragung bedeuten. Um die einzelnen Komponenten zusammen zu halten, ist eine Befestigung mit Klammern ausreichend.

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Auch wenn Sie nicht eben auf der Designschiene rollen oder innenarchitektonische High-lights produzieren, könnte das Verfahren interessant sein – wie das Beispiel zeigt, auch über den reinen Prototypenbau hinaus.

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