Leichtbaumaterialien sicher schrauben

Montagetechniken auch für die Großserie

Statt die sprichwörtlichen „dicken Bretter“ zu bohren ist in aller Regel das Verbinden leichter und zudem häufig dünner Materialen gefragt – und eine echte Kunst. Helfen können dabei Gewindeeinsätze, die hohe Auszugskräfte ermöglichen sollen.

Diese Gewindeeinsätze sollen präzise, widerstandsfähige Muttergewinde auch in Kunststoffen ermöglichen. (Quelle: Bilder KVT)

Fahrzeugbau, Bahnindustrie, Maschinen- und Präzisionsbau –Leichtbaumaterialien wie glas- oder kohlefaserverstärkte Kunststoffe, Aluminium- und Magnesium-Werkstoffe oder Zinkdruckguss sind weit verbreitet. Schraubverbindungen in den oft kerbempfindlichen Materialien und Werkstoffen mit geringer Scherfestigkeit sind nur eingeschränkt möglich. Auf die jeweiligen Werkstoffeigenschaften und Anforderungen zugeschnittene Gewindeeinsätze können auch langfristig haltbare, lösbare Verschraubungen ermöglichen.

Vor allem im Automobilbau drängen glas- oder carbonatfaserverstärkte Verbundwerkstoffe in immer neue Anwendungen. Zunehmend halten die Werkstoffe Einzug in die Großserie. Bei der Verarbeitung und Montage dieser Bauteile stoßen traditionelle Verbindungselemente jedoch schnell an ihre Grenzen. Ausreißfeste Verbindungen in Leichtbaumaterialen werden mit unterschiedlichen Gewinde- oder Drahtgewindeeinsätzen geschaffen, die laut Anbieter KVT hoch belastbar und dabei leicht zu montieren sind.

Drahtgewindeeinsätze bieten sie sich als Gewindeverstärkung in Werkstoffen mit geringer Scherfestigkeit an.

Unter dem Produktnamen Tappex vertriebene Gewindeeinsätze sollen präzise, widerstandsfähige Muttergewinde in Werkstücken aus Kunststoffen, aber auch in Leichtmetallen und anderen kerbempfindlichen Materialien schaffen. Selbstschneidende Ausführungen zum Eindrehen, beispielsweise in Thermoplasten, glasfaserverstärkten Kunststoffen und Duroplasten stehen ebenso zur Auswahl wie Varianten, die erhöhte Anforderungen der Medizintechnik, des Maritimbereichs oder der Lebensmittelindustrie erfüllen. Darüber hinaus werden Varianten mit Innengewinde und patentierter Außengeometrie angeboten, die eingepresst oder per Ultraschall sowie Wärme eingebettet werden können. Eine vielseitig einsetzbare Gewindeeinsatz-Type zum Umspritzen ergänzt das Portfolio. Sie lässt sich dank der geringen Wanddicke direkt an die Formteilkante platzieren und kommt besonders in thermoplastischen und duroplastischen Kunststoffformteilen mit Durchgangs- oder Sacklochgewinde zum Einsatz.

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Drahtgewindeeinsätze mit Mitnehmerzapfen oder ohne Mitnehmerzapfen sind vor allem im Maschinenbau verbreitet. Sie lassen sich leicht montieren und eignen sich, um hochfeste Gewinde mit guter Kraftübertragung von der Schraube zum Muttergewinde herzustellen. Zudem bieten sie sich als Gewindeverstärkung in Werkstoffen mit geringer Scherfestigkeit an.

Mit vormontierten Sperrkeilen versehene Einsätze sind besonders verdreh- und vibrationssicher.

Keenserts Gewindeeinsätze sollen einfache Montage und hohe Belastbarkeit bieten. Die verschleißfesten Typen werden eingesetzt, um das Ausreißen von Gewinden zu verhindern und eignen sich damit für hohe Anforderungen des Präzisionsbaus. Diese Gewindeeinsätze arbeiten mit vormontierten Sperrkeilen, die nach der Montage in den Grundwerkstoff eingeschlagen werden, so dass besondere Verdreh- und Vibrationssicherheit erreicht wird. Neben dem Sicherheitsstandard bietet das Prinzip die Möglichkeit des mehrfache Lösens und Anziehens der Verbindungen, ohne dass sich das Gewinde lösen kann. Auch die Reparatur defekter Gewinde in teuren Bauteilen ist mit den Gewindeeinsätzen möglich.

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