Schneller liefern mit integrierter IT-Lösung

Montage und Lager Hand in Hand

Rund 100 Aufträge täglich wickelt das Unternehmen Jacob ab und versorgt die Kunden mit einer enormen Variantenvielfalt von Kabelverschraubungen. Dank einer integrierten Montageplanung und Lagerwirtschaft gelingt das erheblich besser als früher.

Statt verschlungener logistischer Wege setzt Jacob auf eine klare IT-technische und logistische Strategie – die enge Integration von ERP und Lagerverwaltungssoftware.

Kabelverschraubungen und -einführungssysteme liefert das Unternehmen Jacob branchenübergreifend und international: Vom allgemeinen Maschinen- und Anlagenbau über Bahntechnik, Öl- und Gasexploration bis zu Solar- oder Windkraftanlagen – Kabeldurchführungen und -entlastungen aus Kunststoff und Metall sind nahezu allgegenwärtig. Unter anderem produzieren 42 Spritzgießmaschinen verschiedene Teile, die zu kompletten Systemen montiert werden. „Das Geschäft ist schnell geworden“, sagt der kaufmännische Leiter Bernd Bohl. „Hohe Qualität und eine schnelle Auslieferung sind gefordert.“ Dafür müssen die Durchlaufzeiten gering und die Produktivität hoch gehalten werden.

Eine geschickte logistische und informationstechnische Einbindung des 2010 in Betrieb genommenen automatischen Kleinteilelagers in die Unternehmensabläufe schaffe die Voraussetzung dafür. Seitdem sind Montage und Lager am Hauptsitz in Kernen-Rommelshausen nahe Stuttgart zusammengeführt. Ein Tunnel verbindet physisch die Produktion mit der Lagerlogistik im Nachbargebäude. Vorher herrschte „Teiletourismus“: Teile wurden zeitaufwändig von verschiedenen Standorten zur Montage oder zum Versand zum Hauptsitz transportiert. Diese Transporte kosteten viel Zeit. Zudem musste Jacob jede Warenbewegung an einem Standort aus- und am anderen Standort einbuchen. Seit der organisatorischen bzw. IT-technischen Integration der Lagerverwaltung mit proALPHA ist das nicht mehr erforderlich.

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Das Teilelager ist dank Automatisierung rund um die Uhr verfügbar; es liefert alle Bewegungsdaten an Proalpha, das als führendes System für konsistente Bestandsbuchungen und Werteflüsse sorgt.

Im Zuge der Errichtung des neuen Kleinteilelagers am Hauptsitz entschied sich Jacob für die Lagerverwaltungssoftware von MFI. Sie wurde an das vorhandene ERP-System Proalpha eng angebunden und damit eng in die Prozesse integriert. „Proalpha ist dabei unser bestandsführendes System“, erklärt Bernd Bohl. „Das garantiert uns transparente und durchgängige Prozesse mit einem hohen Automatisierungsgrad und zugleich optimalen Mengen- und Wertflüssen.“ Um die Kommunikation über die Schnittstelle zu erproben, wurden in einer sechsmonatigen Testphase, in der die MFI-Lösung an einem proALPHA-Testsystem arbeitete, alle Ein-, Aus-, Umlager- und Inventurprozesse parallel zum Echtzeitbetrieb simuliert.

In acht Minuten von der Produktion in die Logistik
So dauert es heute nach Angaben von Jacob nur noch acht Minuten, bis Teile aus der Produktion über ein Förderband ins Kleinteilelager gelangen und in proALPHA automatisch als Lagerbestand verbucht werden. Früher nahm dieser Vorgang deutlich mehr Zeit in Anspruch, da sich der Drei-Schicht-Betrieb in der Produktion vielfach nicht mit dem Ein-Schicht-Betrieb der Logistik synchronisieren ließ.

Der gesamte Montagebereich und das Lager sind zu einer Planungs- und Produktionseinheit zusammengewachsen.

So konnten Teile, die in den Spät- und Nachtschichten gefertigt wurden, erst am nächsten Morgen ins Lager überführt werden. Darüber hinaus mussten die Teile manuell als Lagerbestand eingebucht werden. Durchlaufzeiten von ein bis zwei Tagen waren normal. Zudem war die körperliche Belastung der Mitarbeiter hoch, weil sie die Ware selbst transportieren mussten.

Heute ist über die Fördertechnik der automatische Transport organisiert, zur Montage als „Ware zum Mensch“-System. Zudem sind sämtliche Buchungen nun systemgesteuert, wobei eine weitere Stärke von Proalpha zum Tragen kommt. Denn das systemeigene Dokumenten-Management erkennt Belege und ordnet sie automatisch den Geschäftsvorfällen zu, auch über Barcodes, die mit der MFI-Lagerlösung flächendeckend Einzug ins Unternehmen gehalten haben.

Jeder Transportbehälter ist mit einem Barcode versehen. Die Fehlerrate tendiere seitdem gegen Null, da manuelle und gegebenenfalls fehlerbehaftete Eingaben entfallen. An jedem Arbeitsplatz, an dem in der Folge Buchungen stattfinden, scannen Mitarbeiter die Barcodes, beispielsweise bei der zentralen Kommissionierung. Der Scanvorgang stößt in Proalpha eine entsprechende Buchung an. Damit steht die Charge nicht nur physisch, sondern automatisch auch in der Verwaltung zum Versand bereit und wird nicht mehr als Lagerbestand geführt.

Etwa 600 Tonnen Granulate sowie 1600 Tonnen Metalle verarbeitet Jacob jährlich zu Kabelverschraubungen für eine Vielzahl von Branchen.

Automatisierte Logistik ist effizient und transparent
Die Kombination aus Proalpha und der Lagerlösung von MFI habe die logistische Neuausrichtung des Unternehmens gut unterstützt. „Unsere Prozesse sind komplett transparent und automatisiert. Die Bearbeitungszeiten vom Wareneingang bis zur Freigabe für den Vertrieb sind deutlich kürzer als zuvor, was unsere Effizienz nochmals deutlich verbessert hat“, erläutert Bernd Bohl.

Darüber hinaus seien die Mitarbeiter stärker in den Logistikprozess involviert und haben alle Informationen schnell und übersichtlich verfügbar. Die Benutzeroberfläche von proALPHA erlaubt es, Informationen aus verschiedenen Prozessen individuell zu einer individuellen Bildschirmansicht zusammenzustellen. So kann zum Beispiel ein Mitarbeiter der Arbeitsvorbereitung den Lagerbestand sowie die Warenbewegungen direkt einsehen und in seine Planungen einfließen lassen. Die mühevolle Suche und das Zusammenstellen von Informationen entfallen damit. Bereits die Proalpha-Einführung im Jahr 2004 lief nach Unternehmensangaben ebenso wie die Implementierung der Lagerlösung samt Anbindung an Proalpha innerhalb der zeitlichen und finanziellen Planungen. „Alle Aufwandsberechnungen und Kostenschätzungen wurden 1:1 eingehalten, es gab so gut wie keine Ergänzungen“, bilanziert Bernd Bohl.

Die Investition zahlt sich aus: Seit 2004 hat das Unternehmen eine durchgängige Prozesslandschaft geschaffen und den Umsatz drastisch gesteigert – bei gleicher Mitarbeiterzahl. Mit Inbetriebnahme des automatischen Kleinteilelagers und Integration der Lagerverwaltungssoftware existiert eine profitable Einheit aus ERP und Logistik. Nicht zuletzt wegen des reibungslosen Projektverlaufs sieht Jacob künftigen Releasewechseln entspannt entgegen.

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