Roboter integrieren die Vorbehandlung

Automatisierte Produktionsanlage für LSR-Dichtungen

Eine vollständig automatisierte Produktion von Gehäusedichtungen für den Fahrzeugbau nutzt einige der unter dem Stichwort Industrie 4.0 laufenden Ideen.

Automatische Anlage mit 3 Robotern als Kernstück – hier das 3-D Modell.

Eine Produktionslinie für LSR-Gehäusedichtungen hat Reiff Elastomertechnik vollständig automatisiert. Damit will das Unternehmen nach eigenem Bekunden einen weiteren Schritt in Richtung Industrie 4.0 gehen.

Immer mehr Fahrerassistenzsysteme werden in Serie verbaut. Die Crashtests sollen ab 2016 strenger werden. Die Organisation für Fahrzeugsicherheit Euro NCAP nimmt ab 2016 Notbremsassistenten mit Personenerkennung in den Anforderungskatalog mit auf. Für die Fünf-Sterne-Wertung muss diese Technik bei neuen Pkw zur Serie gehören. Mit dem von Bosch entwickelten Mid-Range-Radarsensor (MRR) lassen sich zahlreiche Sicherheits- und Komfortfunktionen wie ACC (Adaptive Cruise Control) und der „vorausschauende“ Notbremsassistent realisieren. Auch im Heck ist der neue Sensor einsetzbar. Unter anderem überwacht er den toten Winkel oder warnt beim Ausparken vor querendem Verkehr.

Bosch MRR Sensor – er übernimmt verschiedene Aufgaben in Fahrer-Assistenzsystemen.

Die komplexe Technik nutzt ein Zwischengehäuse, das bereits seit 2013 produziert wird. Um auch bei sehr hohen Stückzahlen eine gleichbleibende Qualität zu gewährleisten und gleichzeitig die Stückkosten zu reduzieren haben sich die Ingenieure für einen automatischen Fertigungsprozess entschieden. Der Ablauf von Entnahme der Rohteile aus einer Umlaufverpackung, über die Oberflächenvorbehandlung, den Vulkanisations- und Temperprozess bis zur Verpackung der Fertigteile, läuft automatisiert ab. Vorschläge der Entwicklungsabteilung zur Bauteil- und Prozessoptimierung wurden mit dem Kunden umgesetzt und haben nach Unternehmensangaben zur Einsparung von Arbeitsschritten und somit zur Kapazitätserhöhung geführt.

Anzeige
Silikon Dichtungen werden in einem Arbeitsgang verliersicher auf das Gussteil vulkanisiert.

Ein technisches Highlight der Anlage und ein Novum in der Elastomerverarbeitung ist die Integration der Vorbehandlung der Gussteile mit der neu entwickelten Lasertechnologie. Mit dieser Methode lassen sich die Oberflächen für Haftverbindungen zwischen Silikon und Gussteilen prozesssicher optimieren. Auf den sonst üblichen Haftmittelauftrag könne verzichtet werden.

Kernstück der automatischen Anlage sind drei Roboter, die sozusagen „Hand in Hand“ die parallel laufenden komplexen Fertigungsschritte selbsttätig ausführen.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Elastomerproduktion mit eigenem Erscheinungsbild

Auf in die Selbstständigkeit ging es zum Anfang dieses Jahres für die R.E.T. Reiff Elastomertechnik GmbH mit Sitz in Reutlingen. Die äußerst erfolgreiche Entwicklung dieses Betriebs zu einem Technologiepartner der Automobilzulieferindustrie und...

mehr...

Kunststoffschweißen

Laserprozesse schneller einrichten

Eine neue Software für das Einrichten scannerbasierter Laserschweißprozesse soll Anwender einfach und intuitiv zu schnelleren Prozessen bringen. Bei Entwicklung der Evolap-Software stand nach Angaben von Evosys Laser unter anderem die kurze...

mehr...
Anzeige

Werkzeugkonstruktion

CAD-CAM in der Ideenschmiede

Seit der Gründung vor dreizehn Jahren stehen die Zeichen bei Erbiwa in Lindenberg auf Wachstum. Die Westallgäuer verstehen sich nicht nur als Spezialist für Hinterspritzwerkzeuge, sondern auch als Ideenschmiede für designorientierte...

mehr...