Saubere Sache

Papier versus textile Tücher

Der Umstieg von klassischen textilen Tüchern auf mehrere Papiervarianten hat dem Kunststoffverarbeiter Kerren einige Vorteile gebracht. Vor allem die Möglichkeit, anforderungsgerecht zugeschnittene Lösungen zu nutzen, kommt den sehr unterschiedlichen Anforderungen der Produktionsbereiche entgegen.

Hochsaugende Tücher sind in verschiedenen Anwendungen erforderlich. Je nach Anforderungen sind unterschiedliche Typen im Einsatz. (Quelle: alle Bilder Metsä Tissue)

Auf rund 2000 Quadratmeter Produktionsfläche fertigt das Unternehmen Kerren aus Duro- und Thermoplasten Behälter und Auskleidungen für verschiedene Branchen. Chemie- und Automobilindustrie gehören ebenso wie Anlagenbauer für unterschiedliche Branchen sowie die Lebensmittel- und Pharmaindustrie zu den Kundengruppen. Verarbeitet wird ein breites Spektrum an Kunststoffen und mit der Zulassung als Fachbetrieb im Sinne des Wasserhaushaltsgesetz (WHG) bilden Wasserwerke, Kläranlagen und Deponien weitere wichtige Betätigungsfelder. So werden seit mehr als 30 Jahren „Bio-Monitore“ zur Wasserüberwachung hergestellt, Trinkwasserbrunnen und Stahlbehälter von innen mit Kunststoff verkleidet..

„Wir sind die Spezialisten wenn es darum geht, Metallbauteile durch Kunststoff zu ersetzen. Meistens handelt es sich dabei um Kleinserien oder ‚Maßanzüge’ in Einzelfertigung. Unsere Kunden kommen zum Beispiel mit Stahlbauteilen zu uns, die Chemikalien ausgesetzt sind und so beschädigt werden. Unsere Aufgabe ist es, einen geeigneten Kunststoff zu wählen und das Bauteil daraus zu konstruieren – also die Problemlösung zu liefern“, erklärt Geschäftsführer Lars Gumbel.

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Das Reinigen von Klebestellen erfordert nicht nur Sorgfalt, sondern auch extrem fusselarme Tücher, um auch mikroskopisch kleine Faserrückstände zu vermeiden.

Ein großes Thema ist das „chemisches Kleben von Kunststoffkomponenten“. Hier sind saubere Klebestellen gefordert, um Leistungsfähigkeit und Sicherheit der Verbindung zu gewährleisten. Die Bauteile wurden früher vor dem Kleben mit textilen Putzlappen gereinigt. Ein Risiko besteht im Anhaften von Fasern – auch im Mikrometerbereich – an der Klebestelle, die zurückbleiben und die Klebestelle schwächen. Beim späteren Durchfluss von Laugen oder Säuren drohen Schäden und hohe Folgekosten – von Unfallrisiken einmal ganz abgesehen. Aber auch in anderen Unternehmensbereichen bestand der Wunsch nach besseren Lösungen. Es bestand Handlungsbedarf, um das gestern vielleicht noch vertretbare, auf das heute notwendige neu auszurichten.

Alternativen zur textilen Tradition
Bei der Auswahl geeigneter Alternativen zum textilen Putzlappen für die verschiedenen Anwendungen im Unternehmen griffen die Verantwortlichen bei Kerren auf externes Know-how zu. in einer Beratung von DHS wurde schnell klar, dass für die unterschiedlichen Anwendungsbereiche auch speziell abgestimmte Industriewischtücher notwendig sind. Aus dem Sortiment der Marke Katrin von Metsä Tissue – sie wurden laut Hersteller für industrielle Anwendungen entwickelt, bei denen es auf Saugstärke, Sicherheit und hohe Absorptionsgeschwindigkeit ankommt – wurden entsprechend geeignete Typen identifiziert. Darunter waren Poly-Wischtücher die hohe Stabilität bieten, nahezu fusselfrei und lösungsmittelresistent sein sollen, damit sie auch für die Reinigung glatter Oberflächen geeignet sind.

Formenbau im Duroplastbereich – Staubbeseitigung ist einer der Aufgaben. Der mobile Spender folgt den Mitarbeitern an die Einsatzstelle.

Tissue-Tücher in der Produktion
Nachdem die Anwendungsparameter festgestellt waren, sind die früher in der Produktion eingesetzten textilen Putzlappen durch zwei Industriewischtücher aus Papier ersetzt worden: Für das Reinigen und Entfernen von allgemeinen Verschmutzungen wie Staub und Wasser ist das blaue Industriewischtuch XXL 3 Blue im Einsatz, das sich auch für das Aufnehmen von Fetten, Ölen oder auch Farben und Blut eignet. Das dreilagige Tuch biete hohe Saugfähigkeit und Stabilität im nassen und trockenen Zustand. Dank blauer Einfärbung sind sie im Produktionsumfeld deutlich erkennbar. Im Produktionsbereich Duroplast wird zum Formenbau die 1000-Blatt-Rolle auf mobilen Spendern eingesetzt. In der Produktionshalle Thermoplast ist ebenfalls eine mobile Einheit im Einsatz, darüber hinaus an der Drehbank für Zerspanung von Kunststoff ein fest montierter Wandhalter, Hier sind vor allem Emulsionen oder Fette aufzunehmen. Ein zweiter Wandhalter ist im Warenausgang montiert.

Das Nonwoven-Wischtuch in der mobilen Box nutzt Kerren unter anderem für das hochwertige Polieren, da es besonders weich in der Hand liegt und die Verkratzungsgefahr minimiert.

Außerdem spielt das Nonwoven-Wischtuch Katrin Plus Poly Roll Box im mobilen Karton zum Polieren und Reinigen seine spezifischen Eigenschaften aus. Einerseits werden sie bei der Reinigung der oben genannten Klebestellen eingesetzt, zum anderen beim Polieren besonders glatter Oberflächen ohne Gefahr von Kratzern. Erreicht wird das, so der Entwickler, durch ein patentiertes Verfahren, in dem schon bei der Herstellung des Basisgewebes alle Fremdkörper, auch Fein- und Kleinteile, heraus gewaschen werden. Dadurch fusseln die Wischtücher weniger als vergleichbare Alternativen. Anschließend werden die Zellulosefasern durch tausende nadelähnlich wirkender Wasserstrahlen unter extremen Hochdruck zu einem Gewebe gewirkt. Somit kann auf Bindemittel, Oberflächen-Modifikatoren und Klebstoffe verzichtet werden. Trotzdem werde hohe Festigkeit und sensitive Haptik erreicht – das Wischtuch liege weich, wie ein Textiltuch, in der Hand. Es enthalte keine chemischen Rückstände oder Schwermetalle, die allergischen Reaktionen provozieren könnten und die Mitarbeiter sind auf der sicheren Seite. Ergebnis der Optimierung: Verbesserte Reinigungsqualität, Reduzierung von Schadensrisiken und Entsorgungs- und Kostenvorteile.

Weitere Informationen zu papierbasierten Reinigungstüchern unter.

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