Ultraschalltechnik im Fahrzeugbau

Stanzen am Stoßfänger

Die OEMs fordern eine spurenlose Arbeit, die keinerlei Spuren an der höchst empfindlichen äußeren Sichtseite der Stoßfänger hinterlässt.

Zum Einbringen von Öffnungen in bereits lackierte Stoßfänger, beispielsweise zum Einbau von Sensoren, lässt sich die Ultraschalltechnik nutzen. Sie erlaubt die Bearbeitung ohne Oberflächenschäden.

Als Alternative zum mechanischen Stanzen ermöglicht die Ultraschalltechnik das Einbringen sauberer Durchbrüche in lackierte Stoßfänger. Mit vergleichsweise geringem Kraftaufwand "stanzt" eine Sonotrode komplexe Formen, ohne die Sichtseite zu beschädigen. Darüber hinaus wird der definierte Radius mit Lackschicht sauber angeprägt. In einem automatisierten Vorgang werden so die Voraussetzungen für den Einbau der Sensoren für Abstandskontrolle und Einparkassistenten oder Scheinwerferreinigungsanlagen und Sidemarker geschaffen.

Das Verfahren arbeitet laut Maschinenanbieter Telsonic in verschiedenen Anwendungen an Pkw-Kunststoffstoßfängern mit 2,5 bis 4 Millimeter Wanddicke. Die OEMs fordern einen Ablauf, der keine sichtbaren Spuren an der empfindlichen Sichtseite der einbaufertig lackierten Stoßfänger, zumeist gefertigt aus PP-EPBM, hinterlässt. Den Angaben zufolgen nutzen bereits große Zulieferer die automatisierbare Ultraschall-Stanztechnologie für qualitativ hochwertige Ergebnisse.

Der Stanzvorgang benötige im Vergleich mit mechanischen Technologien deutlich weniger Kraft. Damit erfordert die Matrize, die der Anwender auch selbst herstellen kann, weniger Bauraum. Das erleichtert die volle Automatisierung des Fügeprozesses. In einem Vorgang werden die Durchbrüche und Prägungen mit 20 bis 35 Kilohertz-Komponenten schonend und präzise erzeugt. Die Frequenz ist abhängig von der Größe des Durchbruchs. Bei dieser Ultraschallstanzung ist das Schnittspiel unkritisch. Die Generatoren leisten zwischen 1,2 und 2,4 Kilowatt und die Komponenten können in anlagentechnische Systemlösungen integriert werden.

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Die Ergebnisse des Ultraschall-Stanzvorgangs seien deutlich besser als bei den mechanischen Verfahren. Darüber hinaus gelinge im gleichen Arbeitsgang auch das definierte Prägen des Eingangsradius. Dabei werde der Lack sanft und ohne sicht- oder spürbare Spuren in die Durchbrüche eingezogen, ohne dass Beschädigungen oder Flusen auftreten. Das Utraschall-Stanzverfahren habe sich so in kurzer Zeit zu einem zuverlässigen und bewährten Prozess für die Fertigung der Durchbrüche in Kunststoffstoßfängern entwickelt.

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