Materialflussrechner im Hochregallager

Annina Schopen,

Verknüpfung für den Materialfluss

Um die Produktion von Kunststoffeimern zu erweitern, brauchte Groku Kunststoffe ein neues Hochregallager. Mit Hilfe von Sysmat war es möglich, einen neuen grafischen Materialflussrechner zusammen mit dem vorhandenen Lagerverwaltungssystem zu integrieren.

Für das neue Hochregallager stellt Sysmat den Materialflussrechner zur Verfügung, während Groku das vorhandene Lagerverwaltungssystem weiter nutzen kann. © Groku

Zwar integrierte das Unternehmen erst 1993 das Groku-Firmenzeichen und firmierte um, seine Ursprünge hat es aber schon viel früher: Firmengründer Heinrich Großekämper rief den Betrieb 1938 ins Leben, damals noch mit Fokus auf die Fertigung von Ziegelsteinen. Mitte der 1950er Jahre kam es dann zur Errichtung eines Kalksandsteinwerkes, in dem bis heute die Produktion für die Bauindustrie läuft. Seit 1970 gehört auch die Fertigung von Kunststoffverpackungen zu den Kernkompetenzen von Groku.

Stetiges Wachstum und der Bedarf an zusätzlichen Kapazitäten gaben schließlich den Ausschlag, 2010 eine weitere Produktions- und Lagerhalle zu bauen. Heute zählt Groku zu den führenden Anbietern dieses Segments im Food- und Non-Food-Bereich. Bereits in dritter Generation beschäftigt das inhabergeführte Familienunternehmen Groku mit Sitz in Schloß Holte-Stukenbrock knapp 130 Mitarbeiter. Im Rahmen der Fertigung von Oval-, Rund- und Rechteck-Eimern aus Kunststoff schaffte das Unternehmen nun ein neues Hochregallager mit 12.500 Stellplätzen. Um die Abläufe reibungslos zu gestalten, setzt es auf die Kompetenzen des Intralogistikexperten Sysmat.

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„Bereits vor der Realisierung des Projektes standen wir der Schwierigkeit gegenüber, dass SSI Schaefer zwar den Neubau des Hochregallagers inklusive Fördertechnik übernehmen sollte, wir aber weiterhin unser eigenprogrammiertes Lagerverwaltungssystem nutzen wollten“, erinnert sich Olaf Seib, IT-Leiter von Groku. Über eine im Rahmen des Baus unterstützende Unternehmensberatung kam deswegen im Februar 2020 der Kontakt zu Sysmat aus Mainhausen zustande. „Die Idee dahinter war, dass SSI Schaefer die komplette Anlage mit Ausnahme des üblichen Materialflussrechners und des WMS liefert. Den Materialflussrechner sollte Sysmat zur Verfügung stellen, während wir unser bereits vorhandenes Lagerverwaltungssystem weiter nutzen“, gibt Seib Einblicke in die Projektvorüberlegungen. Letztlich entschied sich Groku insbesondere aufgrund der Kompetenz, der Funktionalität, der Übernahme von Stellplatz- und Auftragsverwaltung der Lösung und der daraus resultierenden Einsparungen für die Mithilfe von Sysmat.

Verknüpfung ist alles

Damit die aktiven Prozesse und Systeme erfolgreich ineinandergreifen, stand besonders die Zusammenführung im Fokus. „Es galt, den Materialflussrechner an das Kundensystem zu koppeln und auf diese Weise alle Funktionen zur Steuerung und Verwaltung der Anlage bereitzustellen. So sieht das Lager für das Kundensystem ähnlich wie ein manuelles Blocklager aus. Zudem übernimmt der Materialflussrechner die Verwaltung der doppeltiefen Lagerfächer“, erläutert Rainer Schulz, Geschäftsführer von Sysmat. „Da wir in dieser Konstellation dafür gesorgt haben, dass viel Vorhandenes im Einsatz bleibt, hat Groku erheblich an Kosten gespart und erhält zusätzlich eine schlanke und flexible Systemlandschaft.“

Im Rahmen der Fertigung von Kunststoffeimern schaffte das Unternehmen nun ein neues Hochregallager mit 12.500 Stellplätzen. © Groku

Zehn Mitarbeiter nutzen die neu etablierte Lösung und profitieren in erster Linie von schnellerer Lieferfähigkeit, mehr Bestandsgenauigkeit und einer verbesserten Hochregallager-Abwicklung. Vor der eigentlichen Inbetriebnahme gab es aber zunächst eine Anlagenemulation. „Mit SSI konnten alle Anlagenfunktionen sehr intensiv vorgetestet werden, um schließlich einen virtuellen Lasttest durchzuführen“, so Seib. „Bei der Inbetriebnahme mit der realen Anlage konnten bereits ab dem zweiten Tag Paletten bis ins Lagerfach eingelagert werden.“ Für die vollständige Inbetriebnahme und Übergabe an den Kunden setzten die Projektbeteiligten auf jeweils eine Woche Fördertechnik- und Regalbediengerät-Test sowie eine Woche gemeinsame Überprüfung.

Zuverlässige Kommunikation

Nach Etablierung der neuen Lösung funktioniert die Anbindung zur Datenbank des kundeneigenen Lagerverwaltungssystems mit XML-Daten reibungslos. „Es handelt sich um eine sehr gute und zuverlässige Verknüpfung“, sagt Seib. In der Kommunikation zwischen Materialflussrechner und Kundensystem wird eine Nummer der Versandeinheit als gemeinsame LM-Nummer verwendet. Ebenso lassen sich Daten wie Artikel und Charge an den Materialflussrechner zur Verteilung der Paletten bei der Einlagerung übergeben. „Insgesamt war es eine sehr gute und angenehme Zusammenarbeit. Besonders gefallen hat uns die schnelle Umsetzung der Implementierung, auch bei Sonderwünschen wurde umgehend und gut geholfen“, resümiert der IT-Leiter und blickt gleichzeitig nach vorn: „Erweiterungen erarbeiten Groku und Sysmat gemeinsam und setzen sie dann bei Bedarf um.“

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