Software mit neuen Funktionen

Meinolf Droege,

Mehr Effizienz in den Formenbau

Neuerungen in CAD, Mould, Progress und Reverse Engineering werden als wichtige Punkte der neuen Version des Softwarepakets Visi genannt. Außerdem verfüge die CAM-Programmierung im Bereich kinematische NC-Simulation über einen neuen Simulator, der auf der NCSimul-Technik basiere.

Erkennen von Hinterschnitten und senkrechten Wänden direkt während des Konstruierens – ohne Bauteilanalyse. © Mecadat

Da Reverse Engineering im Werkzeug- und Formenbau immer wichtiger wird, enthält die neue Version erweiterte und verbesserte Optionen im Modul Reverse. Besonders die Funktionen für die Flächenrückführung und die Gussmodellerstellung werden erweitert. Die Scan-Funktionalität ist mit besseren graphischen Darstellungen, wie Schattierung, ausgestattet worden, um ein effektiveres und schnelleres Feedback beim Erfassen der Punktewolke zu gewährleisten. Das sogenannte Leapfrog-Management erhöht die Genauigkeit beim Scannen mit Laser Trackern, vor allem bei sehr großen und langen Bauteilen. Bei der Flächenrückführung werden Geschwindigkeit und Präzision der Flächenerstellung gesteigert. Das neue dynamische Erzeugen von Kontrollschnitten im Meshmodell erleichtert die Flächenerstellung. Ein Management über Zwangsbedingungen gestattet nun ein einfaches Erstellen von Bereichen mit Regelgeometrie wie Ebenen, Zylinder oder Kegel. Dadurch werden die Anzahl der entstehenden Freiformflächen stark reduziert und die CAD-Modelle deutlich kompakter, erklärt Anbieter Mecydat,

Der moderne Werkzeug- und Formenbau bestimmt mit sogenannten Farbtabellen die Qualität seiner Werkzeugkomponenten. Deshalb wird im CAD-Basissystem die Anzahl der Farben, die in einer Farbpalette möglich sind, erhöht. Da für effizientes Konstruieren an komplexen, großen Werkzeugen mit großen oder sogar mehreren Monitoren gearbeitet wird, können nun sämtliche Dialogmenüs einfacher auch außerhalb der Applikation und außerdem nebeneinander angebracht werden. Das geschieht mit einer simplen Rechtsklick-Technik. So hat der Anwender einen simultanen Überblick über wichtige Informationen wie Layer, Stückliste oder Assemblyansicht.

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Flächenrückführung und Modellerstellung – Scan-Funktionalität mit besseren graphischen Darstellungen, um ein effektiveres und schnelleres Feedback beim Erfassen der Punktewolke zu gewährleisten. © Mecadat

Die Abfrage- und Messfunktionen werden in Ausgabe 2021 von Visi 2021 stark erweitert. So gibt es nun eine verbesserte Winkelabfrage zwischen Wänden und eine neue dynamische Wanddickenabfrage. Zusätzlich erleichtert eine neue graphische Option das Analysieren von Formschrägen. Diese Technik ergänzt die Funktionen zum Erkennen von Hinterschnitten und senkrechten Wänden. Dies geschieht on the fly, ohne eine Bauteilanalyse starten zu müssen. Also bereits während des Konstruierens erkennt der Anwender, ob eine von Ihm angebrachte oder geänderte Formschräge innerhalb des erlaubten Schrägenwinkels liegt oder einen Hinterschnitt verursacht. Auch beim Finden der optimalen Entformungsrichtung unterstützt diese Funktion den Werkzeugkonstrukteur. Zum Prüfen und Reparieren importierter Fremddaten gibt es nun eine Einklick-Funktion. Nachdem das Bauteil angewählt ist, geht das System durch die Problemzonen und repariert diese innerhalb der Systemgrenzen automatisch. Die Autozoomoption stellt diese Bereiche immer bildschirmfüllend dar.

In den Schlüsselmodulen Mould und Progress gibt es ebenfalls Neuerungen und Optimierungen: Der integrierte Werkzeugaufbau für Spritzgießwerkzeuge ist überarbeitet und erweitert, die Geschwindigkeit erhöht worden. So dauert das Laden von Werkzeugvorlagen, Platten oder Standardelementen nur noch Sekunden. Die Funktion Body to Mould erlaubt nun nicht mehr nur das Bauteil aus Werkzeuglage in Fahrzeuglage (Einbaulage des Bauteils) zu bringen, sondern auch das gesamte Werkzeug. So können Artikel und Werkzeug in Bezug zur Einbaulage in der Baugruppe leichter vermessen werden. Mit der neuen Werkzeugkavitäten-Funktion können an Platten die angebrachten Taschen für Einsätze und Kerne nun automatisch mit verschiedenen Freibohrungen versehen werden.

Der interne kinematische Simulator ermöglicht die präzise sowie schnelle Simulation der Werkzeugmaschine sowie des Materialabtrags. © Mecadat

In Progress ist die mit den Vorgängerversionen eingeführte solidbasierende Abwicklungstechnik erweitert worden. Ausgebaut worden ist vor allem die Handhabung und das Abwickeln nicht linearer Bereichen eines Blechteils. So sind nun auch die auf FE-basierende Flanschabwicklung und das Editieren von Features in diese Lösung integriert.

Optimiert worden seien auch sämtliche NC-Module. Als Highlight bezeichnet Mecadat die Einführung eines internen kinematischen Simulators, der auf der NCSimul-Technik basiert. Damit bauen alle Produkte der Hexagon Manufacturing Intelligence Marke auf einem Simulator auf. Dieser zeichnet sich durch eine präzise sowie schnelle Simulation der Werkzeugmaschine sowie des Materialabtrags aus. Optional kann das System auch auf einen G-Code Simulator ausgebaut werden, um so das eigentliche NC-Programm, speziell im 4- und 5-achsigen Bereich, zu prüfen, bevor es an die reale Maschine geht.

Die Waveformtechnologie fürs Taschenfräsen ist nicht nur optimiert, sondern auch durch die parallele Verwendung mehrerer CPU-Kerne beschleunigt worden. Im Modul für das Drahtschneiden können nun Maschinen und Einstellungen einfach kopiert werden – sind bei einem Anwender mehrere Maschinen des gleichen Herstellers im Einsatz, vereinfacht dies die Verwendung unterschiedlicher Technologien pro Maschine. Außerdem können die Einfädelpunkte bei zwei oder mehr Anfahrpunkten einfacher gehandhabt werden.

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