Simulation

Annina Schopen,

Neue Software für alte Verfahren

Eine neue Version der Software Sigmasoft Virtual Molding umfasst neben einer verbesserten Verzugsvorhersage und Neuerungen für die Berechnung von Bauteilen aus mehreren Komponenten erstmalig die Möglichkeit, Compression-Molding-Prozesse zu analysieren.

25 Kavitäten und 9 Rohlinge im Compression-Molding-Verfahren. © Sigma

Sigma hat seine Software Sigmasoft Virtual Molding weiterentwickelt. Die neue Version 5.3.1 ermöglicht erstmalig, auch das traditionelle Compression Molding von Gummi zu simulieren. Bislang beschränkte sich die simulative Form- und Prozessauslegung im Wesentlichen auf moderne Spritzgießtechnologie. Seitdem Sigmasoft bei Elastomerverarbeitern im Einsatz ist, ergab sich aber der Bedarf, auch die älteren Verfahren abzubilden, da sie für die Herstellung von Präzisionsteilen und O-Ringen, teilweise in Kleinserien, technisch und/oder wirtschaftlich notwendig sind und bleiben werden. Die Simulation erlaubt eine sichere Ermittlung von Vernetzungsgrad und Zyklusdaten. Fragestellungen zu beispielsweise Anzahl, Gestalt, Gewicht und Position der verwendeten Rohlinge können ebenfalls untersucht werden. Hierdurch kann die Qualität der Formteile optimiert und der Materialeinsatz gesenkt werden, ohne aufwändige und teure Versuchsreihen.

„Es hört sich einfach an, aber die Umsetzung war dann ziemlich komplex“, erklärt Sigma-CTO Timo Gebauer: „Die Herausforderung ist, dass sich die Form, also der Raum, in den sonst eingespritzt wird, beim Schließen der Platten laufend ändert und dabei die eingelegten Rohlinge schon aufgeheizt, plastifiziert und verformt werden. Ohne Beratung und Validierung durch unsere Kunden wäre diese neue Entwicklung nicht möglich gewesen.“

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Anders als bei Thermoplasten gibt es bei den Elastomeren allerdings wenige standardisierte Compounds in der Industrie. Sigmasoft ermöglicht daher die Erstellung von eigenen Materialien auf Basis interner oder externer Messungen und unterstützt seine Kunden bei der Erstellung.

„Interessant ist, dass mit diesem Ansatz simulativ kaum Unterschiede zwischen Transfer Molding und Compression Molding verbleiben. Technisch wird der Anguss durch die Zwischenplatte ein Bestandteil der Kavität. In der Validierung wurden daher auch Transfer-Molding-Werkzeuge erfolgreich berechnet“, sagt Gebauer. „Wir sind gespannt, wie modernste Simulation für die ältesten Prozesse von den erfahrenen Verarbeitern angenommen wird.“

Sigmasoft v5.3.1 umfasst nicht nur die Möglichkeit, erstmalig Compression Molding für Elastomere zu simulieren, sondern bietet insbesondere im Bereich Thermoplast Neuerungen und Verbesserungen bei der Vorhersage von Schwindung und Verzug. Die von der Software durchführbare autonome Optimierung kann jetzt auch 2-Komponenten-Teile verarbeiten. Die Materialdatenbank wurde ebenfalls erweitert.

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