Software im Werkzeugbau

Meinolf Droege,

Weg von Insellösungen im Formenbau

Strategisches Ziel von Johannes Becker Werkzeugbau in Neuenrade war, die eigenen Prozesse im kaufmännischen Bereich und in der Produktion besser zu strukturieren und professionell zu organisieren. Dazu wurden Software-Insellösungen, teils selbstgebastelte Excel-Dateien, mit einem integrierten Softwarepaket abgelöst.

Geschäftsführer Markus Becker konnte dank der integrierten Software die Arbeitsabläufe im Werkzeugbau deutlich schlanker gestalten. © Becker

Geschäftsführer Markus Becker hat sich nach Marktsichtung für die Einführung der Komplettlösung Molmanager entschieden. Priorität hatte anfangs der kaufmännische Part. Ein Ziel war beispielsweise, bei Anlage eines Kundenprojekts schnell ein valides Angebot kalkuliert zu können: Die anschließende Abwicklung mit Erstellung von Lieferscheinen und Rechnung sollte ebenfalls Bestandteil dieser Lösung sein. Geliefert wurde die Software von IKOffice.

Der Moldmanager biete in seiner Basisausführung alles, was ein klassischer Werkzeug- oder Formenbau an Unterstützung in seiner tagtäglichen Arbeit benötige. Neben den kaufmännischen Aufgaben, wie Angebotserstellung- und -verfolgung, der Anlage von Aufträgen sowie der Lieferschein- und Rechnungserstellung plant die Software auch die wichtigsten Werkstattvorgänge.

Nach wie vor sind Markus Becker und dessen Mitarbeiter, die natürlich die Software nutzen, überzeugt von den vielfältigen Möglichkeiten. Wichtig sei die schnelle und problemlose Implementierung gewesen. Dank Customizing geling es, aus mehr als 600 Einstellungsvarianten gemeinsam mit dem Kunden die jeweils geeignete Lösung aufzusetzen. Das sei gerade für kleinere Betriebe häufig ein wichtiger oder auch ausschlaggebender Punkt. Die Lösung muss ohne große Probleme und vor allem schnell im Berufsalltag des Unternehmens integrierbar sein. „Wenn ich gewusst hätte, wie einfach und problemlos die Implementierung letztlich war, wäre ich diesen wichtigen Schritt viel früher gegangen“, zieht Markus Becker sein Fazit.

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Planungsmöglichkeiten für mehr Freiheiten

Die Planungsmöglichkeiten, die der Moldmanager serienmäßig bietet, schaffen für Markus Becker neue Freiheiten in der Praxis. „Wie wirkt sich beispielsweise die verspätete Abgabe von CAD-Daten des Kunden auf den definierten Liefertermin aus?“ Diese und ähnliche Fragen beschäftigen Markus Becker täglich in seinem Geschäft. „Ich kann nun aus dem Stand heraus dem Kunden verlässlich mitteilen, welche terminlichen Folgen das auf ein laufendes Projekt hat.“ Natürlich muss das System mit Daten gefüttert werden, ist er sich bewusst: „Die Software muss gelebt werden.“ Aber das mussten zuvor die Exel-Dateien auch. Die Verknüpfung der Insellösungen existierte jedoch nicht.

Auch können Bilder von fertigen Projekten archiviert und eine Nachkalkulation mit wenigen Clicks in dem Tool nachvollzogen werden. Stundenzettel in Papierform wurden in dem Zuge abgeschafft. Jede einzelne Tätigkeit wird immer direkt einem laufenden Projekt zugebucht. Nicht nur für die Nachkalkulation ist diese Anwendung interessant, sondern auch für die Rechnungsstellung, besonders bei der Nachberechnung von Zusatzarbeiten.

Neben dem Moldmanager wurde die MES-Lösung vom gleichen Anbieter in die Softwareumgebung eingebunden. Diese enthält die Datenerfassung für sämtliche Produktionsmaschinen im Hause. Auch hier legt Markus Becker großen Wert auf Transparenz, denn die Software liefert wichtige Erkenntnisse. So können Prozessdaten ausgewertet, Ausfallzeiten minimiert und Ineffizienzen detektiert werden.

Auch das Thema Urlaub geht Markus Becker jetzt dank der Software entspannter an. Denn notwendige Ausgangsrechnungen werden auch ohne seine Anwesenheit auf den Weg gebracht. „Es funktioniert dann auch einmal ohne mich. So schafft die Software auch noch mehr Freizeit“, schmunzelt Markus Becker.


Der Anwender

1964 gründete Johannes Becker den mittelständischen Familienbetrieb durch Übernahme des Unternehmens K. & J. Klaes. Hier absolvierte Johannes Becker seine Ausbildung zum Werkzeugmacher und übernahm später die Betriebsleitung. 1983 entstand der Firmenneubau. 1995 übernahmen die beiden Söhne von Johannes Becker, Andreas und Markus, das Unternehmen, seit 2016 ist Markus Becker alleiniger Geschäftsführer von JBW.

Entwickelt und produziert werden Spritzgieß- und Presswerkzeuge für die Duro- und Thermoplastverarbeitung. Ein Schwerpunkt ist die Fertigung komplexer Hybridwerkzeuge für thermo- und für duroplastische Kunststoffe für das Umspritzen von Metallkomponenten oder Elektronik. Kunden kommen vor allem aus den Branchen Elektro- und Elektronikindustrie, Verpackungsindustrie, Automotive oder Sanitär- und Haushaltsgerätetechnik.

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