Hohe Oberflächengüte von Kunststoffen für perfekte Optik

Meinolf Droege,

Fräsen in der Werbetechnik

Die Werbetechnik stellt hohe Anforderungen an die spanende Kunststoffverarbeitung: Sehr kleine Stückzahlen – häufig Losgröße 1 – bei gleichzeitig sehr hohen Ansprüchen an die Oberflächenqualität sind die Regel. Neben der Maschinentechnik kommt der Werkzeugwahl entscheidende Bedeutung zu.
Spanende Bearbeitung von Acrylglas ist eine der typischen Aufgaben, die hohe Oberflächenqualitäten erfordern. © Hufschmied

Das Unternehmen Wittmann Werbung im saarländischen Bliesgau bietet als Familienunternehmen seit rund 20 Jahren ein breites Portfolio an Lösungen in der Werbetechnik. Professionelle Gestaltung, Produktion und Montage von Werbeanlagen für den Innen- und Außenbereich sind ein Schwerpunkt. Digital- und Großformatdruck, Fahrzeugfolierungen, Beschriftungen, Textildruck, Schilder- und Informationssysteme sowie Corporate Design-Entwicklungen finden sich im breit gefächerten Portfolio.

Einen wirtschaftlich attraktiven Bereich konnte Wittmann Werbung bis dato noch nicht selbst bearbeiten: Das automatisierte Fräsen unterschiedlicher Materialien für spezifische Kundenanforderungen. Im Frühjahr 2018 investierte der Familienbetrieb in eine CNC-Fräsmaschine Typ CAM 2030 Active Pro des Hersteller VHF aus Ammerbuch. Die Idee: kurzfristig Fassaden- und Objektbeschilderungen, Orientierungs- und Leitsysteme, Leuchtwerbung sowie Schilder aus unterschiedlichen Materialien selbst anzufertigen. Durch die Möglichkeiten zum individuellen Konturfräsen verfügt Wittmann Werbung heute über deutlich größere Freiheiten in der Gestaltung für ihre Kunden und kann dreidimensionale Objekte aus einer ganzen Reihe von Werkstoffen flexibel realisieren – ohne bei den oft sehr engen Projekt- und Zeitplänen auf Fremdfertiger angewiesen zu sein.

Anzeige
Ein breites Spektrum an Kunststoffen und weiteren Werkstoffen wie Alu-Dibond sowie Geometrien wird mit entsprechenden Zerspanungswerkzeugen bearbeitet. © Hufschmied

Oberflächengüte als zentraler Faktor

Allerdings wurde den Werbern schon kurz nach der Anschaffung klar, dass die gesamten Bearbeitungsprozesse optimiert werden mussten, um eine ausreichend schnelle Bearbeitung und – noch wichtiger – eine deutlich bessere Oberflächenqualität gewährleisten zu können. Auch die Standzeiten der Werkzeuge überzeugten nicht, schneller und starker Verschleiß erzwangen häufige und teure Werkzeugwechsel. Die eingesetzten Materialien wie Plexiglas, Alu-Dibond oder andere unverstärkte Kunststoffe neigten zum Überhitzen und Schmelzen, weil die Qualität der Werkzeuge und auch die eingestellten Vorschubgeschwindigkeiten nicht optimiert waren. Die Auswirkungen auf die Oberflächengüte waren fatal. Die Optik war mit Blick auf den werblichen Verwendungszweck unbefriedigend.

Spanende Werkzeuge im Einsatz für die schnelle Bearbeitung von Kunststoffen mit hohen Oberflächengüten. © Hufschmied

Dennis Rathmann vom Unternehmen Hufschmid Zerspanungssysteme beriet den für diesen Geschäftsbereich zuständigen Felix Wittmann, um kurzfristige Verbesserungen zu erzielen. Aus dem Hufschmid-Angebot wurden für die einzelnen Werkstoffe optimierte Standardfräswerkzeuge gewählt. So kamen Werkzeuge der Linie „Fräsen per Plex“, Universal-Line und Proto-Line zum Einsatz. Bereits nach wenigen Fräsversuchen seien sehr gute Ergebnisse erzielt worden. Dank der auf das zu zerspanende Material abgestimmten Schneidengeometrien erzielen die Werkzeuge aufgrund der niedrigen Wärmeentwicklung praktisch nachbearbeitungsfreie Oberflächengüten und höhere Standzeiten. Die Bearbeitungszeiten seien teilweise halbiert worden.

Ergänzt um Tipps hinsichtlich weiterer Verarbeitungsparameter wie Geschwindigkeiten, Frässtrategien, Spannsystem und anderer wurden die Fräsergebnisse nachhaltig auf einen hohen Qualitätsstandard gebracht.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Formteile aus FVK

GFK schwingungsfrei bearbeiten

Fräser für mehr Vorschub und Standzeit wählenDie ersten industriell produzierten Kunststoffe waren Duroplaste aus Kunstharzen. Diese Werkstoffgruppe hat bis heute ein sehr weites Anwendungsspektrum. Um wirklich effizient zu produzieren, kann die...

mehr...
Anzeige
Anzeige

Veranstaltung

Simulation erfasst immer mehr Details

Die zehnte Moldflow-Anwendertagung soll Zukunftssicherheit mit außergewöhnlichen Lösungen von Anwendern und Instituten demonstrieren. Zur zehnten Veranstaltung am 4. und 5. Juni 2019 in Frankfurt-Höchst soll es um interessante Details des...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige