Kunststoff Magazin Online - Fachportal für die Kunststoff Industrie
Home> Produktion> Design + Konstruktion>

Vakuumkaschierung für Tesla - Amerikanischer E-Mobilität mit deutschem Know-how

Drucken mit RekordgeschwindigkeitHighspeed-Kennzeichnung in der Kunststoffindustrie

Inkjet-Drucker

Während der Fakuma will Leibinger ein System für bisher nicht erreichte Druckgeschwindigkeiten bis 1000 m/min demonstrieren.

…mehr

Vakuumkaschierung für TeslaAmerikanischer E-Mobilität mit deutschem Know-how

Leise, schadstoffarm, nachhaltig – das sind die Assoziationen, die sich bei dem Thema Elektromobilität einstellen. Für die Tür-Innenverkleidung von zwei Tesla-Typen wird eine spezielle Vakuumkaschiertechnologie eingesetzt.

sep
sep
sep
sep
Türträgerteil

Immer mehr auf den Straßen zu bewundern: Der Model X von Tesla. Serienmäßig mit Allradantrieb ausgerüstet, eine Reichweite laut Hersteller von bis zu 565 Kilometern und Platz für sieben Erwachsene mit Gepäck. Von 0 auf 100 km/h soll er nur gut drei Sekunden benötigen. Hingucker sind zweifellos die Falcon Wing Flügeltüren. Elegant öffnen sie sich nach oben und erlauben es den Passagieren, bequem ein- und auszusteigen.

Neben dieser Luxusvariante wurde zudem ein kompaktes und preisgünstigeres Elektrofahrzeug in der Golf-Klasse geschaffen – das Model 3. So unterschiedlich die beiden Fahrzeuge sind, so ähnlich sind doch die Anforderungen an die Innenausstattung. Sie muss leicht sein und in die beiden Designkonzepte der Innenräume passen. Die Tür-Innenverkleidungen beider Typen werden auf Anlagen von Kiefel gefertigt, für Model 3 mit einer zum Patent angemeldeten Vakuumkaschiertechnologie. Sie ermöglich folienfreie Bereiche darzustellen. Dabei sorgen separate einzelne Vakuumkammern dafür, dass die Folie nur auf den zu kaschierenden Bereichen das Bauteil kontaktiert. Die später folienfreien Bereiche werden im Anschluss ausgestanzt und später mit anderen Applikationen, beispielsweise Ledereinsätzen, ergänzt.

Anzeige

Das naturfaserverstärkte Türträgerteil aus Polypropylen des Model X erhält nun bereits seit zwei Jahren seine Oberfläche aus einer TPO Folie mit Schaumrücken mit Vakuumkaschiertechnologie auf einer Inline Kiefel-Anlage mit den dazugehörigen Werkzeugen. Auch den Nachfolgeprozessschritt, den Kantenumbug, übernehmen Maschinen und Werkzeuge von Kiefel.

Vordere Tür-Innenverkleidung

Vakuumkaschiertechnologie in hoher Auflage
Was mit Vakuumkaschier- und Umbugtechnologie bei den geringen Stückzahlen des Model X gut funktionierte, bewähre sich jetzt auch bei den höheren Produktionszahlen des Model 3. Auf vier Inline-Vakuumkaschieranlagen – zwei von ihnen stehen in Kalifornien, zwei weitere in Mexiko – werden die Verkleidungsteile des kompakten Elektrofahrzeugs gefertigt. In nur 50 Sekunden kaschieren diese Anlagen die Folie auf Türträger und Türoberteile.

Für den Kantenumbug entwickelten die Freilassinger ein neues Inline-Anlagenkonzept. Sie sind mit einem Werkzeugschnellwechsel-System ausgestattet. Dieses erlaubt einen Werkzeugwechsel in nur 6 Minuten – nicht nur bei den Umbuganlagen, sondern auch bei den Werkzeugen der Kaschier-maschinen. Damit will Tesla mehr als 2000 Fahrzeuge pro Tag herstellen. Bei einem Produktmix sind kurze Zykluszeiten und schnelle Werkzeugwechsel unverzichtbar. Das neue Anlagenkonzept habe sich bereits bewährt und in der Folge bereits bei weiteren Projekten eingesetzt worden.

Den Zuschlag als Anlagenlieferant hat Kiefel nach eigenen Angaben auch deshalb bekommen, weil in den USA und Mexiko eigene Niederlassungen existieren. In den USA sei eine eigene Werkzeugfertigung und ein Technikum vorhanden. Dieses Technikum in der Nähe Detroits nutzte das Unternehmen, um die, vor Fertigstellung des Serienequipments für das Model 3 geforderten, mehrere 100 Vorserienteile auf Vorserienwerkzeugen herzustellen.

Anzeige
Diesen Artikel …
sep
sep
sep
sep
sep

Weitere Beiträge zum Thema

Ausbrüche im Thermoplast-Träger

Edle OberlächenDirektlackierung im Werkzeug

In einer FuE-Kooperation zwischen Panadur und dem Kunststoff-Zentrum in Leipzig entstanden Lack- und Technologieentwicklungen zur Herstellung von Polyurea-basierten Beschichtungen auf thermoplastischen Spritzgießteilen mit der Formteil-Direktbeschichtung.

…mehr
Mehr als fünf Millionen investiert RKW in die Kapazitätsausweitung und Flexibilisierung der Bedruckung von Kunststoffsäcken. (Bild RKW)

VerpackungstechnologieRKW stärkt Kunststoffsackfertigung mit moderner Drucktechnologie

RKW investiert nach eigenen Angaben mehr als fünf Millionen Euro am Standort Echte: Im vierten Quartal 2016 soll eine 10-Farben-Flexodruckmaschine in Betrieb gehen und die Kapazitäten zur Produktion der selbstentlüftenden Kunststoffsäcke der Marke Proventund andere Industriesack-Lösungen.

…mehr
Rinspeed

Keballoy 3D3D-Kunststofftechnologie für Individualität in der Autoindustrie

Karosserieteile mit 3D-Effektlackierung im „Σtos“. Individualisierung trotz Serienfertigung ist in der Automobilindustrie ein Trend. Mit Hilfe einer neuen Technologie können den Kunden solche Angebote künftig verstärkt gemacht werden.

…mehr
News: Seminar: Polymer-Oberflächen optimal Reinigen und Aktivieren

NewsSeminar: Polymer-Oberflächen optimal Reinigen und Aktivieren

Voraussetzung für gute Ergebnisse beim Verkleben, Bedrucken, Lackieren, Laminieren oder Beschichten ist, dass dem Prozess die bahnförmige Ware oder Werkstücke mit einwandfreier Oberfläche zugeführt werden. Hierfür müssen die Werkstücke sorgfältig gehandelt und eventuell gereinigt und/oder aktiviert, also vorbehandelt werden.

…mehr
Elastomere: Selektiv galvanisierbare Hart-Weich-Verbindungen

ElastomereSelektiv galvanisierbare Hart-Weich-Verbindungen

Galvanisierbare Spezialpolyamiden und haftungsmodifizierte TPS- und TPV-Typen, die sich zu komplexen Hart-Weich-Formteilen verarbeiten lassen, verlangen den Werkstoffentwickler einige Kreativität ab.…mehr
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Neue Stellenanzeigen