2-Komponenten-Technik

Kunststoff-Kautschuk-Verbindung ohne Haftvermittler

Zur Deutschen Kautschuk Tagung (DKT) wird ein rotationssymmetrisches Kunststoff-Gummi-Verbundteil vorgestellt, dass im Zweikomponenten-Spritzguss ohne Haftvermittler produziert wird.

Das rotationssymmetrische Kunststoff-Gummi-Verbundteil aus dem Polyamid 612 und EPDM wird ohne Haftvermittler in einem automatisierten Verfahren hergestellt. (Bild: Evonik)

Wenn Gummiteile dauerhaft befestigt oder fixiert werden müssen, haben sich Verbundteile aus einer Hartkomponente und einem Elastomer bewährt. Die traditionell aus Metall bestehende Hartkomponente wird seit einiger Zeit zur Gewichtsreduktion durch Kunststoffe ersetzt. Diese bieten zwei weitere Vorteile: Sie korrodieren nicht und lassen sich im Spritzgießverfahren rationell zu komplexen Formteilen verarbeiten. Somit gewinnt der Konstrukteur Freiheiten bei der Auslegung komplizierter Bauteile. Die Haftung zwischen harter und weicher Komponente – das ausschlaggebende Kriterium für die dauerhafte Funktion von Verbundteilen, vor allem unter dynamischer Beanspruchung – wird üblicherweise mit Haftvermittlern erreicht, die in zusätzlichen Arbeitsschritten aufgebracht werden. Schutzmaßnahmen gegen Emissionen der verwendeten Lösemittel und deren umweltgerechte Entsorgung sind erforderlich.

Evonik hat verschiedene Kunststoff-Formmassen entwickelt, die einen Haftvermittler überflüssig machen sollen. Teile daraus gehen laut Unternehmen ohne weitere Vorbehandlung und ohne Haftvermittler oder Kleber feste und dauerhafte Verbindungen mit geeigneten Kautschukmischungen ein. So wird unter der Marke Vestamid ein mit etwa 40 Prozent Glasfasern verstärktes Polyamid-612-Compound eingesetzt, das speziell für die Kunststoff-Kautschuk-Verbundtechnologie entwickelt wurde. Sie kann auch mit EPDM-Kautschuken covulkanisiert werden. Als teilkristalliner Werkstoff weise das Material hohe Chemikalienbeständigkeit, beispielsweise gegen Kraftstoffe, Öle und Fette, auf.

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Das Verbundteil mit EPDM kann in einem einstufigen, weitgehend automatisierten Verfahren ähnlich dem Zweikomponenten-Spritzguss in einem gemeinsamen Werkzeug gefertigt werden. Mehrfache Handhabung der Teile entfällt, etliche Fehlerquellen werden vermieden, die Ausschussquote sinkt. Abhängig von betriebsspezifischen Bedingungen seien Kosteneinsparungen bis 30 Prozent erzielbar.

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