Automobilzulieferer auf Expansionskurs

Boge Rubber and Plastics erzielt Rekordumsatz

Der Automobilzulieferer Boge Rubber and Plastics weist für das Geschäftsjahr 2017 den höchsten Umsatz in der Unternehmensgeschichte aus: Er wuchs um 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 829,2 Millionen Euro, wechselkursbereinigt um 9,7 Prozent. Motoren des Wachstums seien zum einen die über alle Produktlinien gute Auftragslage, eine Vielzahl von Produktanläufen sowie das überproportionale Wachstum in China gewesen.

Torsten Bremer präsentiert eine elastomerische Gelenkkupplung für den Fahrzeugbau und stationären Anwendungen. (Bild: Daniel Meier)

Mit dem neuen Werk in Mexiko und dem zweiten Werk in China hat der Anbieter für Schwingungstechnik und Kunststofflösungen 2017 die internationale Expansion fortgesetzt. Zudem wird das Produktportfolio kontinuierlich erweitert. CEO Torsten Bremer stellte im Rahmen der Jahres-Pressekonferenz das neuste Produkt, die elastomerische Gelenkkupplung, vor.

Die Erweiterung des Portfolios um die Gelenkkupplungen war möglich, weil Boge zum 1. April 2018 das Anlagevermögen und die Patentnutzungsrechte der Flexcon Germany GmbH in Mühldorf erworben hat. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt elastomerische Gelenkkupplungen wie sie zum Beispiel in Kardanwellen heck- und allradgetriebener Kraftfahrzeuge sowie in vielen mobilen und stationären industriellen Bereichen zur Anwendung kommen. Der Entwicklungs- und Kleinserienstandort der Flexcon im bayerischen Mühldorf wird unter dem Dach der Boge Elastmetall weiterbetrieben. Mittelfristig werden mit den Gelenkkupplungen Umsätze im zweistelligen Millionen-Bereich jährlich erwartet. Neben dieser Portfolioerweiterung unterstützen neue Produktbereiche in der Produktlinie Kunststoff die Expansionsstrategie. Leichtbaukomponenten erreichen zunehmend neue Anwendungen im Fahrzeugbau, an denen Boge überproportional partizipiere.

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Um die Position als Technologie- und Innovationsführer zu festigen, hat die Boge im abgelaufenen Geschäftsjahr mehr als 50,7 Millionen Euro investiert –mehr als fünf Prozent des Gesamtumsatzes. „Für unseren Internationalisierungs- und Wachstumskurs haben wir nach wie vor die volle Unterstützung unseres chinesischen Eigentümers“, erklärte Torsten Bremer. Deutschland stand im Geschäftsjahr 2017 mit einem Investitionsvolumen von 19,1 Millionen Euro an der Spitze, gefolgt von China (17,4 Millionen Euro) und der Slowakei (10,8 Millionen Euro). Zu den großen Investitionsprojekten gehörten am Standort Damme die Kunststoff-Pedalerien (MQB Plattform, VW) sowie am Standort Simmern (Hunsrück) das Motorlagersystem MLBevo für Audi (Modularer Längsbaukasten der zweiten Generation) und das Getriebelager für VW (Plattform MQB, A0).

Ein weiterer wichtiger Schritt, die globale Präsenz auszubauen, war die Eröffnung des Werks in Mexiko. In San Luis Potosí werden Projekte aller Produktlinien, also in den Bereichen Schwingungstechnik Fahrwerk und Antriebsstrang sowie Kunststoffkomponenten und -module realisiert. Mittelfristig werden hier etwa 200 Mitarbeiter erwartet.

Die Analyse des Umsatzes nach Regionen zeigt, dass Westeuropa für den globalen Anbieter für Schwingungstechnik und Kunststofflösungen in der Automobilindustrie nach wie vor der wichtigste Markt ist. Hier wurden im Jahr 2017 rund 50 Prozent des Konzernumsatzes erwirtschaftet, gefolgt von China, bereits mit einem Anteil von über 20 Prozent, der Slowakei mit rund 15 Prozent und den USA mit rund 12 Prozent.

Für das Geschäftsjahr 2017 weist Boge Rubber and Plastics durchschnittlich 4183 Mitarbeiter (Vorjahr: 3765 Mitarbeiter) aus. Der Zuwachs resultiert überwiegend aus den neuen Werken in Mexiko und China. Die meisten Mitarbeiter sind in Deutschland tätig (etwa 1800) gefolgt von China (etwa 1000), der Slowakei (etwa 900) und den USA (etwa 250).

In den nächsten Jahren will Boge die Internationalisierung fortsetzen. Wichtige Erstanläufe im neuen Werk in Mexiko sind für 2018 und 2019 angekündigt. „Um dem starken Marktwachstum des Automobilmarktes in China und unseren Kunden auch weiter gerecht werden zu können, werden wir unsere Marktpräsenz in China erhöhen und bauen dort bereits ein drittes Werk“, berichtet Torsten Bremer. Der Produktionsstart im chinesischen Wuxi ist für 2019 vorgesehen. Mit dieser Produktionskapazität soll ein jährlicher Umsatzzuwachs von rund 100 Millionen Euro erwirtschaftet werden.

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