Flüssigsiliconkautschuk, flammhemmend

Flüssigsiliconkautschuke für optimierten Brandschutz

Weniger Abrasion im Werkzeug – mehr Anwendungen bedienen
Zielanwendungen einer neuen Werkstoffgruppe sind flammhemmende Zweikomponenten-Formteile, die in hochautomatisierten, schnellen Prozessen erzeugt werden.

In der höchsten Brandschutzkategorie (V-0) führt das US-amerikanische Prüfinstitut Underwriters Laboratories (UL) laut Hersteller die beiden neuen Flüssigsiliconkautschuk-Typen Elastosil LR 3011/50 FR und LR 3170/40. Im Gegensatz zu den etwas sperrigen Bezeichnungen sei deren Verhalten in der Fertigung besonders einfacher und schonender: Sie verringern den Verschleiß im Formwerkzeug, da sich die Produkte beim Spritzgießen deutlich weniger abrasiv verhalten als Flüssigsiliconkautschuke mit vergleichbarer Brandschutzausrüstung. Darüber hinaus ermögliche die selbsthaftende Variante eine besonders schnelle und hochgradig automatisierte Großserienproduktion flammhemmender Zweikomponenten-Formteile.

Bislang wurden Flüssigsiliconkautschuke durch Beigabe inerter Füllstoffe wie Quarz flammwidrig eingestellt. Solche Füllstoffe führen jedoch beim Spritzgießen zu erhöhtem Materialabtrag. Dies macht sich vor allem im Angussbereich des Werkzeugs bemerkbar und führt zu verkürzten Wartungsintervallen sowie kostspieligen Nachbearbeitungen.
Dieses Problem soll die Flüssigsiliconkautschuktype LR 3011/50 FR nicht aufweisen. Sie wurde mit Füllstoffen formuliert, die im Zusammenwirken eine hervorragende flammhemmende Wirkung ohne den Einsatz abrasiver Zusätze ergeben soll. Der Verschleiß des Formwerkzeugs sei deutlich geringer als bei herkömmlichen Werkstoffen. Damit ließen sich längere Standzeiten und Kostenvorteile erzielen.

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Die Type LR 3170/40 soll der wachsenden Bedeutung spritzgegossener Zwei-Komponenten-Artikeln Rechnung tragen. Das Silicon ist hierbei die  Weichkomponente eines Hart-Weich-Verbundes. Das Material ist selbsthaftend ausgerüstet und erreiche nach der Aushärtung hinsichtlich des Brandverhaltens ebenfalls die Einstufung V-0 der UL 94-Norm. Genutzt wird die patentierte und bereits in anderen Silicontypen eingesetzte Selbsthaftungstechnologie. Der Flüssigsiliconkautschuk ist so formuliert, dass sich während der Vulkanisation eine Haftung zur Hartkomponente aufbaut, nicht jedoch zur Oberfläche des Spritzgießwerkzeugs. Eine Grundierung oder Vorbehandlung der Oberflächen, beispielsweise im Plasma, ist nicht notwendig. Beim Spritzguss von Zwei-Komponenten-Artikeln ermöglicht das einen höheren Automatisierungsgrad als dies bislang mit flammwidrig ausgerüsteten Flüssigsiliconkautschuken möglich war. Als Hartkomponente eignen sich Metalle wie Aluminium und verschiedene flammwidrig ausgerüstete Polyamide.

Beide im Spritzguss verarbeitbare Werkstoffe bieten, so der Anbieter, gute mechanische und dielektrische Eigenschaften sowie Hitzebeständigkeit. Anwendungsmöglichkeiten bestehen überall, wo hohe Anforderungen an den Brandschutz bestehen und zugleich silicontypische Eigenschaften gefordert werden wie Hitze-, Alterungs- und Witterungsbeständigkeit, Tieftemperaturelastizität oder elektrische Isolierung. Das können beispielsweise LED-Fassungen für die Hintergrundbeleuchtung in Flachbildschirmen oder Axial- und Radialdichtungen in Anschlussdosen beziehungsweise Einzeladerdichtungen am Modulgehäuse von Solaranlagen sein.
Im Zuge der rasanten Entwicklung im Bereich der Elektromobilität steigen auch die Anforderungen bezüglich der Flammwidrigkeit der verwendeten Bauteile. Bei Überhitzung oder Kurzschluss muss ein hohes Maß an Sicherheit gewährleistet sein. Dementsprechend bieten sich hier flammgeschützte Werkstoffe an, wenn elektrische Isolation, Beständigkeit gegen elektrische Durchschläge sowie die Abdichtung gegen eindringende Medien notwendig ist.


Fakuma, Halle A6, Stand 6318

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