Verbindungstechnik

Meinolf Droege,

Gestoßen statt geklebt

EPDM-Profile und Dichtungen per Vulkanisation statt Kleben zu verbinden soll einige Vorteile bieten, beispielsweise Fügestellen mit höherer Zugfestigkeit und Wasserdampfbeständigkeit.

EDPM-Dichtung aus extrudierter Meterware erhält per Stoßvulkanisation statt verklebter Verbindung deutlich bessere Eigenschaften. © Kremer

Einen Kunden aus der Elektroindustrie hat das Unternehmen Kremer mit Rundschnur-Ringen aus EPDM Moosgummi beliefert. Die entstehen aus einer endlos extrudierten Moosgummirundschnur, die manuell zu Ringen konfektioniert wird. Neuerdings werden die beiden Enden der Profilabschnitte jedoch statt eines standardmäßigen Verklebens mit Cyanacrylatklebstoff (allgemein auch als Sekundenkleber bezeichnet) zu Ringen vulkanisiert. Mit der Stoßvulkanisation bieten die Ringe laut Unternehmen Wasserdampfbeständigkeit und damit auch deutlich höhere Zugfestigkeit der Fügestelle – bei nur geringfügig höheren Kosten. Seither verarbeitet Kremer weitere Profilgeometrien für Gehäusedichtungen aus extrudierter Meterware und vulkanisierter Stossverbindung.

Die Vorteile vulkanisierter Fügestellen bei Ringen und Rahmen aus extrudierten EPDM- oder Silikonprofilen seien besonders deutlich, wenn es sich bei der Konfektionierung um anwendungsspezifische Profilgeometrien handelt, die nur schwer und mit größeren Fertigungstoleranzen verklebt werden können. Die potentielle Undichtigkeit durch Versatz an der Fügestelle, besondere bei dünn auslaufenden Dichtlippen, trete bei der werkzeuggebundenen Stoß- oder Filmvulkanisation nicht auf. Das Problem aufgehender Cyanacrylat-Klebestellen durch Zugbelastung bei 70 °C und mehr sei ebenfalls keins mehr. Die Festigkeit, der in aller Regel unter Zugspannung stehenden Fügestelle, seist bei korrekter Ausführung der Vulkanisation nahezu gleichwertig mit der des Profilquerschnitts.

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