Medizintechnik

Kunststoff fürs Knie

Das Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV) in Industrie und Handwerk startet ein Projekt zur Erforschung einer Verbundstruktur als Implantat für das vordere Kreuzband im Knie. Gemeinsam mit dem Uniklinikum Aachen und dem Institut für Textiltechnik (ita) untersuchen die Wissenschaftler eine neuartige Verbundstruktur aus belastungsoptimierten Flüssigsilikon-Komponenten und einer geflochtenen 3D-Struktur als biomimetisches künstliches Kreuzband.

Verbundstruktur eines biomimetischen Kreuzbandersatzes (Quelle: IKV)

Die Untersuchungen umfassen laut IKV die Herstellbarkeit und die Eigenschaften eines solchen synthetischen Kreuzbands. Zunächst werden die Anforderungen an ein Kreuzband analysiert. Der Aufbau des künstlichen Kreuzbands besteht aus einem Silikonkern, einer 3D-Flechtstruktur und einer äußeren Silikonbeschichtung. Der Silikonkern wird im Spritzguss hergestellt und dann auf einer Hexagonalflechtmaschine umflochten. Die Beschichtung wird anschließend durch Umspritzen aufgebracht. Dieser dreiteilige Aufbau des Implantats gewährleiste die notwendigen elastischen Eigenschaften, die Stabilität sowie die Torsionsfestigkeit. Gebrauchsmuster verschiedener Kreuzbandvarianten werden im Anschluss in vitro untersucht.

Die Forscher versprechen sich von einem solchen künstlichen Kreuzband auch, die Operationszeit verkürzen zu können und die individuelle Anpassung von Länge, Durchmesser und Belastung an den Patienten zu ermöglichen. Die biokompatible Ummantelung des Geflechts soll zudem die Defizite bisheriger Entwicklungen synthetischer Kreuzbänder wie die unzureichende Torsions- und Abriebstabilität verbessern.

Anzeige

Der derzeitige Standard in der Behandlung ist der Einsatz einer körpereigenen Kreuzbandplastik aus der Patellarsehne oder der Semitendinosussehne. Trotz weitgehend minimal-invasiver Operationstechniken besteht aber bei dieser Operationsroutine ein erhöhtes Risiko für den Patienten. Es können Schmerzen und Narben an der Entnahmestelle auftreten und der Rehabilitationsbedarf erhöht sich. Die Entwicklung der neuen Verbundstruktur soll eine Alternative zu den konventionellen Operationstechniken bieten. Das IGF-Verbundprojekt ist im Januar 2015 gestartet und wird innerhalb der nächsten zwei Jahre durchgeführt.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Medizinische Produkte sicher verpacken

Absolut dicht

Massenprodukte für die Medizintechnik müssen einerseits wirtschaftlich verpackt werden, andererseits werden in diesem Bereich aber hohe Anforderungen an die Sicherheit gestellt, vor allem an die dauerhafte Dichtigkeit der Verpackung.

mehr...
Anzeige

Newsletter bestellen

Immer auf dem Laufenden mit dem Kunststoff Magazin Newsletter

Aktuelle Unternehmensnachrichten, Produktnews und Innovationen kostenfrei in Ihrer Mailbox.

AGB und Datenschutz gelesen und bestätigt.
Zur Startseite