Schlauchanwendungen

Der Markt für medizinische Schläuche

Nicht nur vor dem Hintergrund des demographischen Wandels, sondern auch aufgrund der Einführung neuer medizinischer Anwendungen hat sich der Markt für medizinische Schläuche zu einem bedeutenden Wachstumsmarkt entwickelt. So werden minimalinvasive Eingriffe immer häufiger. Das lässt den Bedarf an Schläuchen stark steigen. Auch die Anforderungen sind in diesem Zusammenhang enorm gestiegen. Es werden immer komplexere Funktionen erwartet.

Wurde hier häufig nach off-the-shelf Schläuchen gefragt, allein um die Entwicklungszeit und die Entwicklungskosten möglichst gering zu halten und schnelle Ergebnisse auf dem Tisch zu haben, werden heute oft kundenindividuelle, maßgeschneiderte Lösungen bevorzugt, z.B. wenn es darum geht, Multilayerschläuche zu erhalten, die im Co-Extrusionsverfahren hergestellt werden können. Wurden vor rund einem Jahrzehnt noch 90 Prozent der Schlauchverkäufe aus dem Katalog realisiert, sind Schätzungen zufolge heute 90 Prozent der Schlauchanwendungen maßgeschneidert. Deshalb wird heute statt auf einfache Schlauchextrusionshersteller auf solche gesetzt, die spezialisiert sind und komplexe Lösung mit hoher Compliance und einem reibungslosen Projektverlauf offerieren.

Bisher war und ist in diesem Bereich viel Weich-PVC im Einsatz, u.a. aus Kostengründen, aber auch aufgrund der sehr guten funktionalen Eigenschaften. Es hat aber bereits ein Umdenken stattgefunden und ein Umstieg auf andere Werkstoffe. Denn bestimmte Arzneimittel migrieren beispielsweise mit PVC und absorbieren an der Oberfläche. Dadurch gelangt weniger Arzneimittel in den Körper des Menschen. Zudem bestehen Gesundheitsrisiken durch Weichmacher und Additive, die sich herauslösen. Darüber hinaus besteht immer die Gefahr, dass Regularien verschärft werden und die Zulassung des Medizinproduktes gefährdet wird. Die Ausschau nach alternativen Materialien hat schon längst begonnen.

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Das Materialspektrum, das für die Fertigung von medizinischen Schläuchen zur Verfügung steht, ist riesig. Von COC und EVA, HD-PE und LD-PE, über PA6.12, PA 11 und 12, PEBA, POM, PVC und PVDF bis zu TEEE, TPU und den TPE-Werkstoffen. Nicht jedes eignet sich für alle Einsatzbereiche und nicht jede Werkstoffkombination macht für die jeweils geforderten Eigenschaftsprofile Sinn. Es kommt immer darauf an, für welche Applikation welche Eigenschaften gefordert sind. So müssen die im Zuge verschiedener zu bewältigender Aufgaben eingesetzten Rezepturen der Werkstoffe u.a. gewährleisten, dass Biokompatibilität, Chemikalien-/Medienbeständigkeit, Anti-Knick-Beständigkeit, eine angenehme Oberfläche, Transparenz, sowie Sterilisationsfähigkeit gegeben sind.

In einem Markt, der so dominant von einem Bedarf nach kundenindividuellen Lösungen geprägt ist, ist Actega – spezialisiert auf kundenindividuelle Entwicklungen mit vielfältigen Funktionsmöglichkeiten – der richtige Projektpartner. Flexibilität und die Schaffung kundenorientierter Lösungen ist eine Kernkompetenz. Ein großes Entwicklungsteam mit erfahrenen Kunststofftechnikern steht zur Verfügung und arbeitet an der Entwicklung von neuen, zukunftsfähigen Produkten vom ersten Anforderungsprofil seitens des Kunden bis hin zum marktfähigen Produkt.

In dem ausgezeichnet ausgestatteten Labor werden zunächst die infrage kommenden Rohstoffe sehr genau begutachtet und zu unterschiedlichen Materialansätzen mit verschiedenen Rohstoffen compoundiert. Diese Materialansätze werden dann auf ihre diversen und kundenseitig gewünschten Eigenschaften geprüft. Dank eines umfangreichen Maschinenparks im hauseigenen Technikum und entsprechender Anwendungstechnik können nach Vorliegen zufriedenstellender Materialkompositionen auf hauseigenen Spritzgussmaschinen im Technikum Prüfstäbe und Prüfkörper hergestellt und dabei die Verarbeitbarkeit der Compounds getestet werden. Dadurch können neue Entwicklungsprodukte bereits im Vorfeld ausgetestet und parametrisiert, die Entwicklungsschritte beschleunigt und optimiert werden. Denn bereits vor Ort stellt sich heraus, ob die entwickelten Materialien eine gute Verarbeitung aufweisen und den Kundenanforderungen entsprechen.

So ist auch ein innovatives und stetig wachsendes Portfolio für Schlauchmaterialien entstanden. Die Rezepturen für das ProvaMed Portfolio erfüllen die Schlüsselanforderungen, die an medizinische Schläuche gestellt werden, und können auch auf besondere kundenseitige Erfordernisse zugeschnitten werden. So weisen diese TPE-Rezepturen eine ausgezeichnete Transparenz auf. Ein wichtiger Faktor überall dort, wo der Durchfluss von Flüssigkeiten sehr gut sichtbar und verfolgbar sein muss. Das hochreine, transparente und elastische Material ist glatt, flexibel und knickbeständig. So steht dem ungehinderten Durchfluss von Gasen oder Flüssigkeiten nichts im Weg. Wichtige Punkte sind auch gutes Rückstellverhalten und Dämpfungseigenschaften, so dass Schläuche etwa nach einer Verformung wieder in die eigentliche Form zurückfinden. Die Compounds sind frei von PVC, Silikon, Latex und Weichmachern. Das heißt auch, dass eine Wechselwirkung zwischen Schlauchmaterial und pharmazeutischen oder körpereigenen Stoffen, bei der es zu Beeinträchtigungen des menschlichen Organismus kommen könnte, vermieden wird. Die ProvaMed Rezepturen für Schlauchmaterialien sind sterilisierbar und lassen sich ausgezeichnet verarbeiten.

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