Sicher dichten

Hygienic Design für eine sichere Dichtung

Hygienische und sichere Dichtungslösungen für Abfüll- und Verpackungsanlagen der Getränke- und Lebensmittelindustrie basieren unter anderem auf einem speziellen Perfluorelastomer-Werkstoff und angepasstem Design.

Dichtungslösungen für Abfüll- und Verpackungsanlagen der Getränke- und Lebensmittelindustrie verlangen spezielle Werkstoffe und Designs. © Trelleborg

Egal ob Käse, Schinken, Bier oder Joghurt portioniert, verpackt oder abgefüllt werden - bei der maschinellen Verarbeitung von Frischware sind Maschinen mit hygienischen und sicheren Dichtungen gefordert. Werkstoffe und Formteile müssen hohen Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit standhalten.

Mit dem Hygienic Design sollen sich beide Herausforderungen meistern lassen. Wenn Anlagen nach dem Prinzip des Hygienic Designs konzipiert sind, können nicht nur Reinigungsabläufe vereinfacht werden, die Reinigungszeiten verkürzen sich auch signifikant. Stillstandzeiten verringern sich, Hygienestandards werden erfüllt und die Lebensmittelsicherheit ist garantiert.

Trelleborg Sealing Solutions verfolgt nach eigenen Angaben bei der Entwicklung seiner Dichtungen für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie einen ganzheitlichen Ansatz: Mit Hygienic Design werde die geeignete Werkstoffauswahl und die Designentwicklung der Formteile abgedeckt. Per Finite-Elemente-Analyse (FEA) werden das Verhalten von Formteilen unter Einbau- und Anwendungsbedingungen simuliert.

Im Lebensmittelkontakt müssen diverse Regularien internationaler Organisationen berücksichtigt werden. © Trelleborg

Generell sind Reinigungen bei Anlagen notwendig, besonders bei häufigem Wechsel von Getränken oder flüssigen Nahrungsmitteln. Für den Dichtungsbereich bedeutet dies beispielsweise: Poröse oder verkratzte Oberflächen vermeiden, an denen sich Mikroorganismen anlagern können. Die eingedrungenen Nahrungsmittel können die Keimzelle für Bakterien sein, die sich selbst durch mehrere Reinigungsprozesse nicht entfernen lassen. Dafür steht der Perfluorelastomer-Werkstoff Isolast (J9538 und J9516) zur Verfügung. Er sei praktisch inert, also chemisch inaktiv gegenüber Medien wie Lösemitteln, Säuren, Basen oder Dampf. Dank Isolast lassen sich Abfüllanlagen bei extremen Betriebstemperaturen sicher und hygienisch betreiben. Zudem stehen für die Getränkeindustrie speziell zugeschnitten EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuke) zur Verfügung. Beide Werkstoffe eignen sich insbesondere für Abfüllanlagen, die häufig den Reinigungsverfahren CIP (Cleaning In Place) und SIP (Sterilization In Place) ausgesetzt sind. Bei CIP und SIP werden Maschinen unter anderem mit Desinfektionsmitteln oder Heißdampf gereinigt und sterilisiert, um Erzeugnisse vor Kontamination zu schützen.

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Nicht nur das richtige Material, sondern auch das Design einer Dichtung muss passgenau und hochwertig sein, damit es den Hygienic-Design-Richtlinien entspricht. Mit Variseal Hiclean und Ultraclean stehen Dichtungsdesigns zur Verfügung, die in Abfüllanlagen der Getränke- und Lebensmittelindustrie sowie in der pharmazeutischen Industrie eingesetzt werden. Die PTFE-basierte (Polytetrafluorethylen) Dichtungen zeichnen sich durch geringe Porosität, hohe Druckverträglichkeit und geringe Reibung aus. Sie sind gegen Lebensmittel und aggressive Reinigungsmittel resistent. Bei der Hiclean-Variante ist die Edelstahlfeder, die die Dichtung hält, mit Silikon ummantelt. Dadurch wird die Reinigung und Sterilisation erleichtert und das Kontaminationsrisiko gesenkt.

Erfüllt werden die Regularien der internationalen Lebensmittelindustrie, die durch ISO, EU, DIN, FDA oder EHEDG, der European Hygienic Engineering and Design Group, vorgegeben sind. Zudem stehen Werkstoffe zur Verfügung, die für den chinesischen Markt verwendet werden können, da sie konform der GB 9685 sind.

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