Weicher Schutz

Meinolf Droege,

TPE für Kanülen-Schutzkappen

Fragen, die derzeit in aller Munde sind: Wann ist der Impfstoff gegen COVID-19 da, wer hat ihn zuerst, wird das Impfen dann Pflicht, oder, wenn ich mich frei entscheiden darf, will ich mich überhaupt impfen lassen?

Die sehr scharfen Kanülen müssen bei Lagerung und Entsorgung geschützt werden. © Actega

Impfungen, so die Einschätzung des Robert-Koch-Instituts, gehören zu den wichtigsten und wirksamsten präventiven Maßnahmen, die in der Medizin zur Verfügung stehen. Sie werden häufig mit Spritzen verabreicht, die über eine Injektionsnadel mit sehr scharfer, schräger Spitze verfügen. Sie ist mit einer Kappe geschützt. Es gibt Injektionskanülen, die sich in eine Schutzhülle zurückziehen, Kanülen mit arretierbarem Stichschutz und Kanülen mit Schutzkappen für eine sichere Entfernung der Kanüle. Die Entsorgung in gesicherten, stichfesten Behältern ist Vorschrift. Außerdem darf die Kanüle nicht zurück in die Schutzkappe gegeben werden.

Während der Korpus der Einwegspritzen üblicherweise aus den Kunststoffen Polypropylen oder Cycloolefin-Copolymeren besteht, basieren die Dichtungen und Schutzkappen auf Gummi, Kautschuk, Silikon oder TPE. Viel spricht für den Einsatz von TPE, weil vergleichsweise problemlos zu verarbeiten. Auch deshalb, weil sie einen sehr geringen Anteil an emittierbaren Stoffen aufweisen, recycelbar und kosteneffektiv sind und sehr gute Dicht- und Hafteigenschaften aufweisen.

Mit verschiedenen Rezepturen der Marke Provamed stellt Actega TPEs speziell für medizintechnische Applikationen zur Verfügung, die eine Sterilisation des Endprodukts erfordern. Die transparenten und naturfarbenen Varianten von TPE-Compounds entsprechen laut Anbieter der USP 381. Darüber hinaus sollen Anforderungen wie einfache Verarbeitung, Kosteneffizienz, niedrigerer Abfallanteil während der Produktion und Recyclebarkeit erfüllt werden.

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Die TPE können auf eine Vielzahl kundenspezifischer Anforderungsprofile eingestellt werden. Darüber hinaus werden die Materialien weiteren Tests unterzogen, etwa zur Sauerstoffdurchlässigkeit, unbeabsichtigt eingebrachte Stoffe (NIAS) oder Allergene. Die TPE sind außerdem frei von PVC, Phthalaten, Latex und ADC und brauchen keine Vernetzer wie Kautschuk / vulkanisierter Kautschuk. Diese können zerfallen, daher werden Reaktionsbeschleuniger (Amine, Sulfide, Harz) benötigt, um diesen Zerfall zu kontrollieren, was unter anderem dazu führen kann, dass der pH-Wert im Arzneimittel verändert wird. Im Gegensatz dazu benötigen TPE weder Vernetzer noch den zeit- und temperaturaufwändigen Schritt der Vulkanisation.

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