Projekt Antolin

Energiesparpaket kommt im Container

Grupo Antolin investiert in St. Petersburg
„Sparbüchse“ der anderen Art: Zwei dieser Container bilden das anschlussfertige Herz der energieeffizienten Kältetechnik, aufgestellt beim Verarbeiter Antolin in St. Ptersburg.
Der spanische Automobilzulieferer baut derzeit eine neue Produktionsstätte für hochwertige Innenausstattung auf. Von vorn herein ein Eckpunkt der Planung: Maximale Energieeffizienz der Fertigung bei hoher Prozesssicherheit.




Die, Grupo Antolin mit Stammsitz im spanischen Burgos, ist ein global arbeitendes Unternehmen und liefert innovative Ausstattungselemente für den Fahrzeug-Innenraum. Aber auch im Hinblick auf die Energieeffizienz der Produktion nimmt die Grupo Antolin unter den großen Kunststoffverarbeitern für sich eine herausragende Position in Anspruch: So betreibt man seit Jahren eine offensive Energiesparpolitik. Vorausschauend begegne man damit den auch weiterhin zu erwartenden steigenden Energiepreisen, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und dadurch die Marktposition weiter ausbauen zu können. Die Forderung nach einer hohen Energieeffizienz von Industrieanlagen hat in der Zwischenzeit auch die Länder erreicht, die die Energiequellen vor der Tür haben. Energiepreise sind auch in diesen Ländern drastisch gestiegen, was zu einem bewussteren Umgang mit Primärenergieträgern wie Öl, Gas oder Strom geführt hat.

Aktuell baut die Grupo Antolin einen neuen, sehr großen Produktionsstandort im russischen St. Petersburg auf. Von dort aus sollen verschiedene Automobilbauer im Umfeld mit hochwertigen Ausstattungselementen versorgt werden. Um Lieferverträge einhalten zu können, ist für den Betrieb der Produktionsmaschinen eine absolut zuverlässige Kühlenergieversorgung vonnöten. Im Endausbau ist allein zur Versorgung der Maschinen eine Kühlleistung von 2300 kW erforderlich. Darüber hinaus will man aber auch an diesem Standort zeigen, wie man mit moderner Technik die Kühlenergieversorgung besonders energiesparend realisiert. Aus diesem Grund hat man sich bei der Vergabe dieses Großprojekts – wie schon in einigen anderen Projekten der Gruppe zuvor – wieder für den Energiesparspezialisten Oni aus Lindlar als Partner entschieden. Der erbringt alle Leistungen von der Planung bis zur schlüsselfertigen Übergabe der Gesamtanlage aus einer Hand.

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Kompakte Bauweise – hohe Leistung

Für Neubauprojekte sucht Antolin nach Systemlösungen, die platzsparend sowie modular aufgebaut sind. Letztlich geht es darum, Betriebs- und Montagekosten sowie Bauzeiten auf ein Mindestmaß zu beschränken. Die ONI-Ingenieure entwickelten ein speziell auf die Wünsche des Kunden hin abgestimmtes Energieversorgungskonzept mit den Schwerpunkten Energieeffizienz, Betriebssicherheit und Flexibilität.

Alle wichtigen Komponenten der Anlagentechnik werden in und um eine aus zwei Teilen bestehende Container-Energiezentrale platziert. Der konstruktive Aufbau dieser Energiezentralen zeigt eine klare Gliederung, Funktionalität und gute Zugänglichkeit aller Komponenten. Faktoren, die im Hinblick auf Wartungsarbeiten oder den Fall einer Anlagenerweiterung wichtig sind. Komplett im Oni-Werk in Lindlar aufgebaut, betriebsfertig installiert und einem Testbetrieb unterzogen, wurde die Energiezentrale in Module zerlegt. Auf vier Tiefladern und Sattelzügen traten diese Anlagenteile ihre Reise nach St. Petersburg an. Ihnen folgte ein weiterer Konvoi mit allen zusätzlichen Komponenten und Installationsmaterial.

Eine Sektion der Anlage versorgt die Werkzeuge der Kunststoffmaschinen mit Kühlwasser. Üblicherweise wird das in Kältemaschinen gekühlt. Die so genannte „Winterentlastung“ sorgt dafür, dass hier die Kältemaschinen für die Kühlwasserversorgung nur in den Sommermonaten arbeiten müssen. In der Übergangs- und Winterzeit wird das Kühlwasser überwiegend mit speziellen Luft-Wasser-Wärmetauschern heruntergekühlt. Hierbei nutzt man die an vielen Tagen des Jahres zur Verfügung stehende kalte Außenluft als Rückkühlmedium. Mit dieser Technik ist es laut Oni möglich, den Stromverbrauch der Kältemaschinen – trotz einer niedrigen Kühlwassertemperatur – über das Jahr gesehen um etwa 60 Prozent zu verringern.

Mehrfach sparen ist sinnvoll

Um noch mehr Energie zu sparen, ist die Anlage zur Nutzung der Abwärme aus den Maschinen vorbereitet, die sonst einfach über Rückkühlwerke in die Umgebung abgegeben wird. Damit wird aus kostenloser Abwärme kostbare Heizenergie beispielsweise für Lager und Büros, die Heizöl oder Erdgas ersetzt. Die bei Einsatz konventioneller Technik für den Kunden entstehenden Heizkosten reduzieren den Einsatz eines Wärmerückgewinnungssystems um bis zu 95 Prozent. Zudem bringt diese Technik einen weiterer Einspareffekt: Durch die Wärmerückgewinnung entfällt die energieintensive Rückkühlung des Kühlwassers. Antolin spart somit gleich zweifach Energie ein und reduziert in gleichem Zuge die Umweltbelastungen.

Am Bestimmungsort angekommen, werden die einzelnen Modulbausteine der Energiezentrale untereinander verbunden. Danach heißt es dann nur noch: Aufstellen, anschließen, fertig! Parallel dazu installieren Oni-Mitarbeiter das gesamte Rohrleitungsnetz bis zu den Anschlussstellen der jeweiligen Produktionsmaschinen. In zwei Bauabschnitten werden Zweikreis-Kühlsysteme mit jeweils einer 700 kW-Kühlung für die Hydraulik und einer 450 kW-Kühlung für die Werkzeugkühlung installiert. Das ergibt eine Gesamt-Kühlleistung von 2300 kW. Nach Inbetriebnahme und Testbetrieb wird dem Anlagenbetreiber eine schlüsselfertige Kühlanlage übergeben, die hinsichtlich Energieeffizienz, Zuverlässigkeit und Flexibilität keine Wünsche offen lassen sollte und auch für zu erwartende Produktionserweiterungen gerüstet ist.

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