KM Juni 2011 49 www.kunststoff-magazin.de Additive gegen Produktpiraterie Mit Zugabe eines speziellen Additivs in geringer Konzentration sollen Pro- dukte sich sicher und mit einer ein- fachen Prüftechnik von Kopien unter- scheiden lassen.
Abgekupferte Produkte bringen Är- ger für alle Seiten: Rechteinhaber und Produzenten gehen Umsätze verloren, auf Kunden kommen mit- unter Risiken aus nicht erkennbarer, mangelhafter Qualität zu.
Urheber- rechtsverletzungen sind auch und ge- rade für Hersteller von Kunststoffpro- dukten aktuell.
Selbst billige Imitate hochwertiger Spielzeuge, Konsum- güter oder Kleidung können beim Endverbraucher Ärger verursachen, bis zu ernsthaften Gesundheitsge- fahren durch giftige und minderwer- tige Materialien.
Hier sind entlang der gesamten Wertschöpfungskette Designer, Konstrukteure, Rohstoffl ie- feranten und Produzenten gleicher- maßen gefordert.
Sie sollten die Her- kunft und somit die Qualität eines Produkts jederzeit nachweisen kön- nen.
Mit einer Kombination aus ver- schiedenen sichtbaren und unsicht- baren Sicherheitsmerkmalen lässt sich die Fälschungssicherheit deutlich erhöhen.
Allerdings müssen diese Si- cherheitsmerkmale so gestaltet sein, dass mit geringem technischem Auf- wand eine Echtheitsprüfung durch- geführt werden kann.
Ein Baustein solcher Lösungen kann die Zugabe spezieller Additive während der Fertigung sein, die eine nicht sichtbare Kennzeichnung des Kunststoffs bewirken.
Wird das so ausgerüstete Bauteil mit einem ge- eigneten Prüfmittel angestrahlt, er- kennt man sofort eine optische Ver- änderung der Bauteiloberfl äche: Der angestrahlte Bereich erscheint rot.
Bei dem Prüfmittel handelt es sich um einen kompakten, einfach zu bedie- nenden Laserstrahler, ähnlich einem handelsüblichen Laserpointer.
Das Einbringen dieser Additive stellt laut Anbieter Rowa keinen Verarbei- ter vor Probleme.
Geliefert wird ein reines Additiv-Batch oder ein Kombi- Batch, das Farbpigmente und Funk- tionsadditive enthält.
Da die nötige Konzentration gering sei, sollen die Auswirkungen auf den Bauteilpreis gering und die optischen und mecha- nischen Bauteileigenschaften nicht beeinträchtigt sein.
Additive Produktpiraterie ? Kennziffer 50 Rowa, Pinneberg, Tel.
+49/4101/706243, www.rowa-masterbatch.de Halbzeuge nach Lebens- mittelvorschrift 1935/2004 verfügbar Die laut Hersteller erste Serie thermo- plastischer Werkstoffe, die den Anfor- derungen der Richtlinie 2002/72/EG und der EG-Verordnungen 1935/2004 und 2023/2006 entsprechen, ist nun verfügbar.
Mit der Einführung der neuen als „Food Grade“ bezeichneten Produkt- familie sei Quadrant der erste Her- steller von thermoplastischen Halb- zeugen, der alle Anforderungen der EG-Verordnung 1935/2004 erfülle, einschließlich der Bereitstellung einer Konformitätserklärung.
Die Werk- stoffe seien die Antwort des Unter- nehmens auf die letzten Änderungen der EU-Vorschriften bezüglich der Eignung von Kunststoffen und an- deren Materialien für den Kontakt mit Lebensmitteln.
Diese Regelungen verlangen eine Konformitätserklä- rung für die verschiedenen Materi- albestandteile und Rohstoffe sowie – abhängig von den Lebensmitteln, mit denen sie in Berührung kommen, von der Dauer des Kontakts und der Anwendungstemperatur – die Vorla- ge messbarer Migrationsgrenzwerte für die eingesetzten Stoffe.
Mit Ein- führung der Food-Grade-Produkte werden die zuvor erforderlichen Eignungsbescheinigungen für Le- bensmittelkontakt gemäß Richtlinie 2002/72/ EC ab dem 4.
April 2011 ersetzt.
Die Schaffung der neuen für Le- bensmittelkontakt geeigneten Pro- duktfamilie basiert auf Tests zur Be- stimmung von Migrationsgrenz- werten und bietet den Kunden nicht nur eine deutliche Zeitersparnis bei ihren eigenen anwendungsspezi- fi schen Tests, sondern auch den Vor- teil der Rückverfolgbarkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette und der Überwachung des Produkti- onsprozesses nach den GMP-Grund- sätzen (Good Manufacturing Practice – Gute Herstellungspraktiken).
Darü- ber hinaus gewährleistet sie ein Maxi- mum an Hygiene und den Schutz der Nahrungsmittel, die in Kontakt mit den Materialien kommen.
Das Portfolio umfasst technische Kunststoffe aus verschiedenen Grup- pen, darunter Nylatron, Acetron, Ertacetal, Ertalyte, Ketron, Tivar, Techtron und Symalit.
Die Werkstoffe werden mit dem Zusatz Food Grade vermarktet.
Sie eignen sich für Fertig- teile in Anlagen zur Herstellung, Ver- arbeitung oder Verpackung von Nah- rungsmitteln, Verbrauchsgütern oder Getränken, die in Kontakt mit Le- bensmitteln kommen.
Food Grade Halbzeuge ? Kennziffer 57 Quadrant, Vreden, Tel.
+49/2564-0, www.quadrantplastics.com