KM Juni 2011 4 www.kunststoff-magazin.de Plast-Szene Kraussmaffei und TIG kooperieren bei Software Die Kraussmaffei Technologies GmbH und die Technische Informationssyste- me GmbH (TIG), Rankwill, Österreich, haben einen Kooperationsvertrag ab- geschlossen, um bei der Entwicklung, Herstellung und Lieferung von inno- vativen Lösungen zur Vernetzung von Kunststoffverarbeitungsmaschinen und zur Produktionsüberwachung zusammenarbeiten.
Künftig sollen beide Partner auf Basis bestehender TIG-Softwaremodule spezialisierte Lö- sungen entwickeln, die Kraussmaffei unter eigenem Namen vertreibt und direkt von TIG gewartet werden.
Be- reits Mitte Mai führt Kraussmaffei als Ergebnis der Kooperation einen neu- en Mobile Assistant in den Markt ein, mit dem per Smartphone aktuelle Kennzahlen aus der Produktion ab- rufbar sind.
75 Jahre EMS Chemie – Metallersatz im Fokus Vor 75 Jahren wurde mit der Grün- dung der Holzverzuckerungs AG (Ho- vag) der Grundstein für die EMS-Che- mie AG gelegt.
Heute ist das Unter- nehmen einer der großen Anbieter von Hochleistungspolyamiden.
1936 gründete Dr.
Werner Oswald die Ho- vag, um aus Holz Aethylalkohol als Ersatz-Treibstoff (Emser Wasser) für Fahrzeuge und Flugzeuge herzustel- len.
Seit 1956 fokussierte man sich auf die Produktion und Vermarktung der synthetischen Textilfasern Grilon, die als technische Spezialfasern noch heute im Sortiment sind.
Mit der Namensänderung in EMS- Chemie folgte 1981 die Konzent- ration auf Polymere.
1991 lancierte EMS mit Grivory GV eine neue Ge- neration hochsteifer und -ester Po- lyamide und läutete damit die Ära des Metallersatzes ein.
1995 folgte die Hochtemperatur-Polyamidfamilie GrivoryHT für den Einsatz bei hohen Temperaturen.
2008 stieg EMS in die Produktion langfaserverstärkter Poly- amide (LFT) ein.
Heute steht das Thema Metaller- satz durch Polyamide im Mittelpunkt, auch zum Einsatz bei hohen Tempe- raturen.
Speziell faserverstärkte Poly- amide wie die im Pultrusionsverfah- ren hergestellten Langglasfaser- und Langkohlenstofffaser-verstärkten Pro- dukte eröffnen neue Möglichkeiten.
Daneben werden Dienstleistungen wie Berechnungen und Simulationen angeboten, um die Leistungsfähigkeit der Materialien in Anwendungen der Kunden voll ausschöpfen zu können.
Dieffenbacher: Pressen-Großauftrag für Produktion russischer Hybridautos Das russische Unternehmen ë-Auto (aus dem kyrillischen Alphabet, ge- sprochen yo) hat bei Dieffenbacher zwei Produktionslinien für faserver- stärkte Kunststoffbauteile bestellt.
Das ë-Auto ist ein Hybridfahrzeug mit Einkammer-Wankelmotor, der mit Benzin oder Gas betrieben wird, und zwei Elektromotoren.
Statt Batterie sind sogenannte Superkondensatoren installiert, die sich beim Bremsen auf- laden und die gespeicherte Energie bei Bedarf an die Elektromotoren ab- geben.
Die komplette Karosserie soll aus Kunststoff bestehen.
Dazu wird ein herkömmlicher Thermoplast LFT- D variiert.
Statt Glas- werden Basaltfa- sern zur Verstärkung eingesetzt.
Entwicklungspartner ist das Unter- nehmen Magna Steyr.
Als Investor tritt der russische Milliardär Mikhail Prok- horov auf.
Generaldirektor von ë-Auto und Co-Investor ist Andrey Biryukov, der betont, dass „alle wesentlichen Komponenten in Russland hergestellt werden auf Basis von Erfi ndungen rus- sischer Ingenieure.“ Als Standort für die erste Fabrik wird St.
Petersburg ge- nannt.
Geplant seien in der Endaus- baustufe 40.000 Autos pro Jahr und 50.000 weitere Fahrzeug-Montage- sätze, die in anderen Werken montiert werden.
Die ersten Fahrzeuge sollen noch 2012 vom Band rollen.
Dieffenbacher entwickelte nach ei- genen Angaben ein Gesamtkonzept, das die Pressentechnik und die peri- pheren Prozesse enthält.
Mit über 50 LFT-D-Anlagen habe man sich in diesem Segment etabliert.
Mit weiteren Auf- trägen, unter anderem von Audi und Mercedes für die Herstellung von Car- bonfaser-verstärkten Bauteilen, kann der Eppinger Anlagenbauer auf inter- essante Referenzen verweisen.
Das Projekt genießt in Russland hohe Priorität.
Ministerpräsident Putin hat den Prototypen des Fahrzeugs bereits publikumswirksam bei einer Probefahrt im russischen Fernsehen vorgestellt.
Andrey Biryukov (rechts), Generaldirektor ë-Auto, und Wolf-Gerd Dieffenbacher, Geschäftsführender Gesellschafter bei Dieffenbacher.
Krahn Chemie vertreibt Flammschutz von Arichem Der Hamburger Distributeur Krahn Chemie vermarktet ab sofort euro- paweit die Flammschutzmittel der Arichem LLC mit Sitz in USA.
Die sulfo- natbasierten Produkte eignen sich für transparente und opake PC- und PC/ ABS-Anwendungen.
Mit den Arichem-Produkten seien halogenfreie Formulierungen mög- lich, die die Anforderungen der UL 94 V-0 erfüllen.
Dosierraten von 0,1 bis 0,5 Prozent und deutliche Kostenvor- teile gegenüber anderen Sulfonat-Sys- temen wie Kalium-Butyl-Perfl uoro-Sul- fonat (KBPFS) seien weitere Vorteile dieser Flammschutzmittel, die somit zu der Gruppe der „grünen“ Produkte zählen.
Arichem LLC aus dem ist ein im US- Bundesstaat Alabama ansässiges Spezi- alitätenchemie-Unternehmen, das seit 2006 zur Sloss Industries Corp.
gehört.
Arichem produziert nach eigenen An- gaben unter GMP-Bedingungen und ist nach ISO 9001:2000 zertifi ziert.
Die Krahn Chemie gehört zu der Hamburger Firmengruppe Otto Krahn und vertreibt chemische Rohstoffe und ist auf Spezialitäten ausgerichtet.
Zur Gruppe gehört auch die Albis GmbH.