KM Juni 2011 50 www.kunststoff-magazin.de Qualitätssicherung Halbautomatische Glühdraht-Prüfung Für die Verwendung von Kunststoffen in der Elektro-Industrie ist die Glühdraht- Prüfung eine der wichtigsten brand- technischen Untersuchungen.
Dafür steht ein neues halbautomatisch arbei- tendes Prüfsystem zur Verfügung.
Die Glühdrahtprüfung simuliert die Überhitzung von Drähten oder Bautei- len, beispielsweise Widerständen oder Kondensatoren.
Die Haushaltsgeräte- Norm IEC 60335-1 fordert diese Prü- fung für verbaute Kunststoffe und Bau- teile in unbeaufsichtigt laufenden Gerä- ten wie Waschmaschine, Spülmaschine und anderen Geräten, da hier trotz sach- gemäßer Verwendung Defekte schwer- wiegende Folgen haben können.
Während der Glühdraht-Prüfungen drückt ein glühender Draht auf einen Prüfl ing aus Kunststoff, ums das Flamm- verhalten zu ermitteln.
Das Ergebnis geht als charakteristischer Kennwert in das Eigenschaftsprofi l des Kunststoffes ein.
Die EN 60695-2 kennt zwei nor- mierte Prüfmethoden.
Im Glow-Wire- Flammability-Index (GWFI), wird die so- genannte Entfl ammbarkeitszahl ermit- telt.
Daraus lässt sich ableiten, wann eine Flamme erlöscht, wenn dem Ma- terial nach andrücken des Glühdrahts diese Zündquelle entzogen wird und ob außerdem keine brandgefährdenden Teilchen, beispielsweise Tropfen, abge- sondert werden.
Beispiel für eine 2 Mil- limeter dicke Probe bei 775 °C: GWIT 775/2,0.
Zweite Prüfmethode ist der Glow- Wire-Ignition-Temperature (GWIT).
Hier wird die Entzündungstemperatur ermittelt.
Das ist die höchste Tempera- tur, die während drei aufeinander fol- genden Prüfungen keine Entzündung durch den glühenden Draht verursacht.
Beispiel für eine 4 Millimeter dicke Pro- be bei 850 °C: GWFI 850/4,0.
Für beide Versuchsarten an Kunst- stoffen und Bauteilen hat Zwick das halbautomatische Prüfsystem Robo- test X entwickelt.
Damit können Kunst- stoffproben mit maximal 80 Millime- ter Durchmesser und Dicken zwischen 0,4 und 4 Millimeter in eine Halterung eingespannt und mit Hilfe eines Glüh- drahts getestet werden.
Die Messung der Temperatur übernimmt standard- mäßig ein Thermoelement, das direkt in der Spitze des Glühdrahtes misst.
Optional ist die berührungslose Mes- sung mit einem optischen Temperatur- Sensor möglich.
Glühdraht-Prüfung ? Kennziffer 107 Zwick, Ulm, Tel.
+49/7305/10-0, www.zwick.de Hilfe bei der Bewertung von PTFE-Halbzeugen Mit dem neu veröffentlichten Merkblatt „Qualitätsanforderungen und Prüfricht- linien von PTFE-Produkten“ liefert die Pro-K Fluoropolymergroup eine Hilfe zur Beurteilung von Halbzeugen.
Die aktuelle Information ersetzt das 1993 im GKV erschienene Merkblatt „Qualitätsanforderungen, Prüfrich- tlinien und Toleranzen für PTFE-Pro- dukte“.
Zudem ergänzt es dieses um weitere Richtwerte, die Voraussetzung für qualitativ einwandfreie PTFE Erzeug- nisse sind.
Neben Qualitätskriterien und Prüfmethoden beispielsweise für Dich- te, Reißfestigkeit und speziellen Ober- fl ächenwiderstand von ungefülltem PTFE führt das Merkblatt Mindestwerte für Eigenschaften von gefülltem Poly- tetrafl uorethylen an.
Größere Anbieter der PTFE-Branche waren an der Überarbeitung des Merk- blattes beteiligt und ließen ihr Know- how einfl ießen.
Es kann unter www.
pro-kunststoff.de im Bereich techni- sche Datenblätter kostenfrei herunter- geladen werden.
Merkblatt PTFE-Produkte ? Kennziffer 110 Pro-K, Frankfurt, Tel.
+49/69/27105-25, www.pro-kunststoffe.de Millionen Punkte für die Qualität Nicht für jedes Unternehmen ist es sinn- voll, in ein eigenes System und Perso- nal zur Digitalisierung vorhandener Pro- dukte zu investieren.
Hier setzt man besser auf einen Dienstleister.
Häufi g liegen für reale Objekte keine digitalen Daten vor.
Um diese zu erstel- len muss das Modell gescannt werden.
Das Objekt wird bei diesem Vorgang nicht berührt, es können also auch wei- che Materialien wie Silikone und Schäu- me gescannt werden.
Die entstandene Punktewolke ist eine digitale Kopie des Modells.
Bei diesem Prozess liegt die Messungenauigkeit laut Dienstleister Finitec unter 20 Mikrometer.
Die ermit- telten Daten werden zur Weiterverar- beitung bereitgestellt und können auch für eine 3-D Vermessung herangezogen werden.
Zur Qualitätssicherung ist ei- ne Materialdickenanalyse und ein Soll/ Ist-Vergleich zwischen gescanntem Ob- jekt und den ursprünglichen CAD-Da- ten durchführbar.
Die Darstellung von Abweichungen ist vollfl ächig, farblich und 3-dimensional.
Mögliche Anwen- dungen sind beispielsweise die sofor- tige Fehlererkennung bei Erstmustern und Nullserien oder das Ermitteln von Werkzeugverschleiß.
Reverse Engineering (Flächenrück- führung) ermöglicht aber auch die technische Rekonstruktion des Objekts im CAD-System.
Als Grundlage die- nen auch hier die Daten aus dem Scan- vorgang.
Per E-Mail und Internet ge- schieht der Datenaustausch zwischen Auftraggeber und Dienstleister.
Eine durchgängige Qualitätssicherung wird durch Archivierung der Messergebnisse ermöglicht.
Dienstleistung Scannen ? Kennziffer 113 Finitec, Birkenfeld, Tel.
+49/7231/28096970, www.finitec.de