Rohrproduktion

Meinolf Droege,

Anlagentechnik vom PVC-O-Extrudeur

Wenn der Anlagenbauer selbst in der Verarbeitung aktiv ist, sollte das günstige Wechselwirkungen zwischen Anlagenbau und Produktion bewirken. Eine solche Situation gibt bei Anlagen zur Extrusion von PVC-O-Rohren.

Einschneckenextruder für die Extrusion von O-PVC Rohren. © Battenfeld-Cincinnati

Das spanische Unternehmen Molecor ist nicht nur Verarbeiter und stellt PVC-O-Rohre (orientiertes PVC) in einem großen Dimensionsbereich her, sondern bietet als Maschinenbauer auch gemeinsam mit Battenfeld-Cincinnati Komplettlinien zu ihrer Herstellung an. Kunden sollen von beiden Kompetenzen in diesem Wachstumsmarkt profitieren. Das Unternehmen geht davon aus, dass orientiertes PVC im Druckrohrbereich Metall- und Polyolefinrohre zunehmend verdrängen werde. Im Vergleich zum Metallrohr überzeugt das Kunststoffrohr – außer durch günstige Kosten mit Korrosionsfreiheit und einfacherer Verlegbarkeit. Im Vergleich zum PE-Rohr biete das PVC-Rohr einen um 15 bis 20 Prozent niedrigeren Rohstoffpreis.

Gehört ebenfalls zur PVC-O-Rohr-Extrusionslinie: Das Vakuumbad. © Battenfeld-Cincinnati

Eine Besonderheit der PVC-O-Rohre sind deren mechanischen Eigenschaften aufgrund des größeren Strömungsquerschnitts, die sich aus der Produktionsweise in zwei Schritten ergeben: Das dickwandige Vorrohr entsteht auf einer typischen PVC-Rohrlinie, das anschließende Ausformen des Rohrs durch Aufblasen in einem speziellen Werkzeug. Bei gleichbleibender Rohrlänge kommt es dabei fast zu einer Verdoppelung des Außendurchmessers und einer deutlichen Reduktion der Wandstärke. Während des Aufblasens orientieren sich die Polymermoleküle in Umfangsrichtung, woraus hohe mechanische Festigkeiten resultieren. Im Vergleich zum herkömmlichen PVC-U-Rohr weise das PVC-O-Rohr eine um bis zu 50 Prozent geringe Wanddicke bei gleicher Druckklasse auf. Das daraus resultierende niedrigere Metergewicht erleichtert das Handling auf der Baustelle. Gleiches gilt im Vergleich zu Metall- und Polyolefinrohren.

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Molecor nutzt laut eigener Angaben im Hauptwerk Loeches derzeit sieben Extrusionslinien von Battenfeld-Cincinnati zur Herstellung der PVC-O-Rohre mit Außendurchmessern zwischen 110 und 1000 Millimeter. Alle Linien arbeiten mit parallelen Doppelschneckenextrudern der Twinex-Serie, Spider-PVC-O-Rohrköpfen mit Innenkühlung sowie Nachfolgeeinheiten wie Vakuumbad, Abzug und Säge. Die Anlagenkomponenten für den zweiten Verfahrensschritt, die über eine Aufheizstation, die Blasstation sowie eine Abkühleinheit verfügen, baut Molecor nicht nur für die eigenen Linien. Gemeinsam seine gemeinsam mit Battenfeld-Cincinnati mittlerweile mehr als 15 Linien zur Herstellung von PVC-O-Rohren weltweit verkauft worden.

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